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Geheime Pharmatests auch an der Dresdner Medak - Klinik äußert sich nicht

Geheime Pharmatests auch an der Dresdner Medak - Klinik äußert sich nicht

Am Krankenhaus Friedrichstadt wurde 1989 ein Patient für Versuche des West-Pharmakonzerns Hoechst missbraucht. Hoechst-Nachfolger Sanofi-Aventis bestätigte gegenüber den DNN, dass in ihren Archiven keine schriftliche Einverständniserklärung vom Dresdner Gerhard Lehrer vorliegt, der dennoch Proband für ein neues Blutdruckmittel gewesen war.

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Prof. Jan Schulze, Präsident der Landesärztekammer: "Es ist unethisch und ungesetzlich. Es ist unklar, wie das zustande kommen konnte."

Quelle: SLAEK

Auch an der Medak hatte Hoechst in der DDR klinische Studien durchgeführt.

Von Juni 1987 bis Mai 1990 ließ Hoechst Ramipril, ein Mittel gegen Bluthochdruck, an 144 Patienten in zehn ostdeutschen Krankenhäusern testen. Nach Unterlagen, die den DNN vorliegen, waren neben Kliniken in Erfurt, Magdeburg und Halle auch das Dresdner Uniklinikum, damals Medizinische Akademie (Medak), mit 13 Probanden und das Krankenhaus Friedrichstadt mit sechs Probanden an der Versuchsreihe beteiligt - ohne dessen Wissen auch der herzkranke Gerhard Lehrer, der wenige Monate später seinem Herzleiden erlag (DNN berichteten).

Das Krankenhaus Friedrichstadt war für eine Stellungnahme nicht bereit, informierte aber, dass der damalige Leiter der Ramipril-Studie Paul S. nicht mehr im Hause arbeite. Was genau passiert ist, darüber könnte noch die Patientenakte Lehrers Auskunft geben, diese ist aber laut Kliniksprecherin Viviane Piffczyk während der Flut 2002 verloren gegangen. Auch das Uniklinikum wollte sich nicht zu den Arzneitests von Hoechst äußern. Der damals an der Medak verantwortliche Leiter der Ramipril-Studie, der noch am Uniklinikum arbeitet, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Prof. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, sieht in dem Vorgang am Krankenhaus Friedrichstadt einen "sehr üblen Einzelfall": "Es ist unethisch und ungesetzlich." Es sei unklar, wie so etwas zustande kommen konnte. Die Durchführung der Studien sei auch in der DDR nach internationalen Standards abgelaufen, alle Patienten hätten schriftlich ihr Einverständnis geben müssen, seien rechtlich abgesichert gewesen.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat laut Sprecher Lorenz Haase noch keine Verfahren zu den Medikamententests bearbeitet. Sollten Angehörige Anzeigen erstatten, würden die Ermittler diesen nachgehen. Haase wies darauf hin, dass die Fälle nach dem damals geltenden DDR-Recht bearbeitet werden müssten. Es sei davon auszugehen, dass sie verjährt seien, selbst wenn es um Vorwürfe wie fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung gehen sollte.

kt/M.A./tbh

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