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Gefäß- und Venenexperten treffen sich ab Mittwoch in Dresden

1400 Mediziner aus 14 Ländern Gefäß- und Venenexperten treffen sich ab Mittwoch in Dresden

Ein biologischer Bypass, der chronisch-verschlüsselte Gefäße ersetzen kann. Noch ist es Zukunftsmusik, eine Vision der Medizin. Ein Thema wird diese Stammzellenbiologie dennoch sein auf der 17. Dreiländertagung derGesellschaften für Angiologie, die am Mittwoch im Congress Center eröffnet wird.

Prof. Norbert Weiss, Direktor des Universitäts GefäßCentrums am Uniklinikum, freut sich auf die große Resonanz, auf die der Kongress gestoßen ist.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Ein biologischer Bypass, der chronisch-verschlüsselte Gefäße ersetzen kann. Noch ist es Zukunftsmusik, eine Vision der Medizin. Ein Thema wird diese Stammzellenbiologie dennoch sein auf der 17. Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Angiologie, die am Mittwoch im Congress Center eröffnet wird. Das Besondere: Bis zum Sonnabend beraten sich nicht nur die Gefäßmediziner untereinander, erstmals sitzt auch die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie, also die Venenexperten, mit im Boot.

Unter dem Motto „Wissen schaf(f)t Brücken“ beschäftigen sich die Teilnehmer mit Erkrankungen aller Gefäße des menschlichen Körpers, außer den Herzkranzgefäßen und den Gefäßen im Kopf. Nicht nur die Volkskrankheit Krampfadern gehört hier dazu. Auch Verengungen der Halsgefäße, die zum Schlaganfall führen, Aussackungen der Bauch- und Brustschlagader, die Beinenvenenthrombose oder die Lungenarterienembolie gehören zum Aufgabenspektrum von Angiologen und Phlebologen.

Schwerpunkt der Tagung sind neue Katheterverfahren bei Durchblutungsstörungen der Beine, der Halsgefäße und bei chronischen Venenverschlüssen, die die Behandlung für Patienten schonender und nachhaltiger machen, wie Prof. Norbert Weiss, Direktor des Universitäts GefäßCentrums am Uniklinikum, verrät. Hier hätten sich die Techniken und Instrumente in den vergangenen Jahren enorm verbessert.

Patiententag in Dresden

Im Rahmen der gemeinsamen Tagung findet am Sonnabend von 9 bis 14 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, ein Patiententag statt. Betroffene, Angehörige und Interessierte haben Gelegenheit, sich in Fachvorträgen und Präsentationen umfassend über die Gefäßmedizin zu informieren. Von 10 bis 11 Uhr und zwischen 12 und 13 Uhr berichten Experten im Großen Saal über verschiedene Gefäßerkrankungen wie die tiefe Beinvenenthrombose, das Aortenaneurysma oder das Krampfaderleiden. Im Foyer können sich Betroffene, Patienten und Angehörige an Ständen und Aktionsflächen bei Sanitätshäusern, Sportvereinen und Gefäßspezialisten aus der Region informieren. Hierbei besteht die Möglichkeit, einige nicht-ärztliche Basisuntersuchungen wie Messung der Beindurchblutung, Venenscreening, Risikofaktoranalyse, Blutzucker- und Blutdruckmessungen kennenzulernen oder einen Alltags-Fitness-Test zu absolvieren. Die Teilnahme am Aktionstag Gefäßmedizin ist kostenlos, eine Voranmeldung nicht erforderlich.

Aber auch ein Blick nach vorn soll gewagt werden. So arbeiten die Mediziner unter anderem an Strategien, wie Gefäßerkrankungen präventiv verhindert werden können. „Das ist gerade in Entwicklungsländern ein Problem. In Indien zum Beispiel gibt es die höchste Rate von Diabeteserkrankungen – neben dem Rauchen, Bluthochdruck, einem zu hohen Cholesterinwert und Bewegungsmangel der größte Risikofaktor für Gefäßerkrankungen. Die nehmen in diesen Teilen der Erde dramatisch zu“, erklärt Prof. Weiss.

Zukunftsmusik ist zudem – wie eingangs erwähnt – die regenerative Therapie, also die Anregung des Körpers, selbst neue Gefäße zu entwickeln. „Am vielversprechendsten scheint hier die Methode zu sein, Stammzellen aus dem Mutterkuchen zu benutzen. Die enthalten einen Cocktail aus Wachstumskomponenten, können jedem Menschen gespritzt werden und produzieren im Körper gefäßbildende Faktoren“, so der GefäßCentrums-Direktor. 200 Personen mit Durchblutungsstörungen seien weltweit auf diese Weise behandelt worden. Mit guten Ergebnissen, auch bei Patienten, die als ausbehandelt galten und kurz vor der Amputation standen.

Schwierig sei es nicht gewesen, Teilnehmer nach Dresden zu locken – trotz der immer wiederkehrenden Nachrichten, Dresdens Kongresslandschaft schrumpfe angesichts der montäglichen Pegida-Demonstrationen. Mit mehr als 1400 angemeldeten Gästen begrüßt man sogar mehr, als jemals zuvor. Auf die „besorgten Europäer“ haben aber auch Prof. Weiss und seine Mitstreiter reagiert. „Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, dass der Kongress von Mittwoch bis Sonnabend stattfindet und nicht an einem Montag. Unsere Teilnehmer kommen aus 14 verschiedenen Ländern, es ist also eine internationale Veranstaltung, und die muss nach Dresden. Wir dürfen uns von diesen Leuten nicht unterkriegen lassen“, sagt der Gefäßmediziner.

Von Christin Grödel

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