Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Geduldsspiel ums Kindergeld:Zugezogene Dresdnerin erhält gekürztes Kindergeld

Geduldsspiel ums Kindergeld:Zugezogene Dresdnerin erhält gekürztes Kindergeld

Alida ist der ganze Stolz von Laura Heilmann-Werner. In Vollzeit-Arbeit kümmert sich die Dresdnerin derzeit um ihre 15 Monate alte Tochter. Doch das volle Kindergeld bekommt sie dafür nicht.

Voriger Artikel
16. Urban Syndromes: Jugendhaus Spike bietet Platz für Graffitisprayer
Nächster Artikel
Grundstein für neues Institutsgebäude für Physik an der TU Dresden gelegt

Laura Heilmann-Werner muss für das volle Kindergeld für ihre Tochter Alida kämpfen.

Quelle: Skadi Hofmann

"Weil ich vor der Geburt in England gearbeitet habe, ist die Sache für die deutschen Behörden scheinbar sehr kompliziert. Obwohl ich bescheinigt habe, dass ich längst in Dresden lebe und in England nie Kindergeldzahlungen erhalten habe, bekomme ich bisher statt 184 nur 79 Euro im Monat", erklärt die Apothekerin, die Anfang 2013 mit ihrem Lebenspartner aus Oxford nach Dresden zog.

Im April 2013 kam Tochter Alida zur Welt. Im Mai beantragte die Mutter in Deutschland Kindergeld. "Bis November habe ich auf den Bescheid gewartet und darin hieß es, dass ich nur einen Teilanspruch hätte, weil ich ja auch aus England Kindergeldleistungen beziehen könne aufgrund meines noch laufenden Arbeitsverhältnisses", sagt Heilmann-Werner. Bis heute aber hat die 33-Jährige trotz Antrag kein einziges Pfund aus dem Königreich erhalten.

Im Februar 2014 lief der Arbeitsvertrag der gebürtigen Thüringerin aus. Spätestens dann hätte sie Anspruch auf das volle Kindergeld in Deutschland gehabt. Die Kündigung sowie eine Referenz des alten Arbeitgebers und ein Bescheid von der englischen Steuerbehörde, dass sie dort nicht mehr arbeitet, genügten der Familienkasse Chemnitz aber nicht. "Die Bearbeiterin akzeptierte die Kündigung nicht und verlangte einen Negativbeweis von mir", ärgert sich Heilmann-Werner.

"Ich frage mich, wo da die Kinderfreundlichkeit bleibt in Deutschland bleibt. Ich bin derzeit auf das Geld angewiesen, da ich mit meiner Tochter noch zu Hause bin", betont sie. "Auf meine Einwände hat man bei der Familienkasse schriftlich lange gar nicht reagiert."

Ein Anruf in der Pressestelle der Chemnitzer Agentur für Arbeit brachte nun aber Bewegung in die Sache. Nach Rücksprache mit der Bearbeiterin meldet sich Sprecher Heiko Wendrock zurück: "Der Fall ist geklärt", sagt er plötzlich.

Von Laura Heilmann-Werner erfahren wir: "Die Familienkasse akzeptiert nun doch meine Kündigungsbestätigung des früheren englischen Arbeitgebers und will mir nun rückwirkend ab März das volle Kindergeld bezahlen. Den Negativbeweis kann ich nachreichen."

Die junge Mama ist froh über die Einigung. Doch viele andere Eltern, die in Deutschland leben und im Ausland arbeiten, warten noch auf Geld. Im vergangenen Sommer waren die Familienkassen in Deutschland grundlegend neuorganisiert worden. Die Auszahlungsstellen, die sich um Fälle kümmern, bei denen ein Elternteil einen beruflichen Bezug zum Ausland hat, wurden von 102 auf bundesweit acht verringert. Tausende Eltern waren von monatelangen Verzögerungen betroffen - und die Probleme sind noch nicht aus der Welt.

"Bei diesen über- und zwischenstaatlichen Angelegenheiten herrscht noch eine angespannte Lage", sagt Heiko Wendrock von der Familienkasse Chemnitz. Sie ist eine der Anlaufstellen, die sich um die speziellen Fälle kümmert. Das Thema sei komplex, hohe Anforderungen und vor allem sehr gute Fremdsprachenkenntnisse der Bearbeiter seien nötig. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation aber schon gebessert, heißt es.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.06.2014

Skadi Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
23.10.2017 - 14:57 Uhr

Für Manuel Konrad geht es in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit Dresden in seine alte Heimat zum SC Freiburg.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.