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Geburtenhauptstadt: Leipzig zieht an Dresden vorbei

Titel futsch Geburtenhauptstadt: Leipzig zieht an Dresden vorbei

Seit 2009 war Dresden deutsche Geburtenhauptstadt. Doch das ist erst einmal Geschichte. Im vergangenen Jahr ging der Titel verloren, wie Erfurter Statistiker jetzt herausgefunden haben. Neuer Champion ist ausgerechnet Dresdens Hauptkonkurrent Leipzig.

Die Geburtenrate in Dresden ist hoch, aber die in Leipzig ist höher.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden.  Dass Red Bull Leipzig in der 2. Fußball-Bundesliga spielt und Dynamo Dresden eine Etage tiefer, tut schon weh. Aber jetzt kommt es noch viel schlimmer: Die Messestadt hat 2015 der Landeshauptstadt einen Titel abgeluchst, den sie schon seit 2009 innehat: Geburtenhauptstadt. Dresden ist erstmals seit 2009 nicht mehr deutschlandweiter Spitzenreiter in Sachen Geburten. Zumindest dann, wenn man den jetzt vorliegenden Zahlen aus der thüringischen Metropole Erfurt glaubt.

Die Statistiker im Nachbar-Freistaat sind ganz fix und vergleichen schon zum Jahresbeginn die Geburtenzahlen in zwölf ostdeutschen Großstädten. Das sind zwar nur vorläufige Zahlen, die aber in der Regel wenig von den amtlichen Ergebnissen abweichen, die erst Mitte des Jahres vorliegen. Nach diesen vorläufigen Zahlen wurden 2015 in Dresden auf 10 000 Einwohner 114 Babys geboren. Leipzig dagegen glänzt mit 120 Geburten. Damit ist der Titel auf alle Fälle futsch. Kleiner Trost: Vielleicht ist auch die Messestadt nicht Geburtenhauptstadt geworden. Berlin, Chemnitz und Schwerin haben nämlich noch keine Zahlen nach Erfurt geliefert.

Der Verlust des Titels Geburtenhauptstadt geht einher mit einem Sinken der Geburtenrate. Man muss lange in die Dresdner Stadtgeschichte zurückblicken, um einen Rückgang der Geburten zu finden. 2002 war der Wert letztmalig geringer als im Vorjahr und lag bei knapp über 4000. Danach ging es nur noch aufwärts, 2014 wurden exakt 6300 Geburten registriert. Und 2015? Da waren es den vorläufigen Zahlen zufolge 6199.

Ein Rückgang, den die Dresdner Statistiker so nicht vorhergesehen haben. In der Bevölkerungsprognose 2015 werden 6300 Geburten für das vergangene Jahr vorhergesagt. Wenn es nach der Wissenschaft geht, sinkt die Geburtenrate erst 2020 auf den Wert von 6200. Bis dahin rechneten die Statistiker im vergangenen Jahr mit einem Anstieg bis auf 6400 Geburten pro Jahr.

Nun werden Sozialwissenschaftler nach den Ursachen für den Rückgang suchen müssen. Ist es ein einmaliger Ausreißer oder ein langanhaltender Trend? Wenn der Höhepunkt bei den Geburten tatsächlich überschritten sein sollte, hätte das Auswirkungen auf den Fachplan Kindertagesstätten und die Schulnetzplanung. Aber das ist noch Zukunftsmusik, zumal die Geburten nach wie vor auf einem hohen Niveau verharren.

Die Dresdner Statistiker haben bereits einige Bevölkerungsdaten für 2015 berechnet. Demnach lebten zum 31. Dezember in der Landeshauptstadt 548 800 Dresdner. Zum gleichen Zeitpunkt 2014 waren es noch 541 304 Dresdner, so dass der Zuwachs 7496 beträgt. Derart rasant ist die Bevölkerung lange nicht mehr gewachsen. Noch sind die Dresdnerinnen mit 275 744 in der Überzahl, es gibt den Angaben zufolge 273 056 Dresdner. Der Ausländeranteil kletterte auf 6,16 Prozent, 2014 waren es noch 5,14 Prozent und 2013 4,71 Prozent. Die Bevölkerungsdichte betrug 1670 Einwohner pro Quadratkilometer, 2014 teilten sich noch 1647 Menschen einen Quadratkilometer – statistisch gesehen, versteht sich.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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