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Gartenmeister geht in den Ruhestand

Generationenwechsel im Schlosspark Dresden-Pillnitz Gartenmeister geht in den Ruhestand

Wolfgang Friebel, Gartenmeister von Pillnitz, ist ein Gärtner von altem Schrot und Korn und hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Jetzt – nach fast 17 Jahren in Pillnitz – geht Wolfgang Friebel in den Ruhestand. Er übergibt den Staffelstab an die nächste Generation. Sein Nachfolger ist der 47-jährige Gartenmeister Thomas Riedel.

Thomas Riedel hat ab sofort die Verantwortung im Schlosspark Pillnitz.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Wolfgang Friebel, Gartenmeister von Pillnitz, ist ein Gärtner von altem Schrot und Korn und hat einen hohen Bekanntheitsgrad. Der 65-Jährige verfügt nicht nur über einen grünen Daumen, sondern auch ein unglaublich breit gefächertes Wissen, das er gern anderen weitergibt. Er gilt als einer, der sich nicht nach vorne drängt, aber immer ansprechbar ist und keine Hemmungen hat, seine Meinung zu sagen.

Er ist eine Integrationsfigur und einer, der ohne viel Worte anpackt sowie „ein freundlicher, bemerkenswert ruhiger, ausgeglichener Mensch, den nichts so leicht aus der Bahn wirft.“ Das sagt Sybille Gräfe, die Chefin von Schloss Pillnitz. „Er hat eine spannende Art zu erzählen. Man kann immer wieder Führungen mit ihm machen – denn es ist immer wieder anders.“ Zudem hat der Gartenmeister von Pillnitz großen Anteil daran, dass die lange Tradition der Blumenschauen in Dresden fortgeführt wird.

Jetzt – nach fast 17 Jahren in Pillnitz – geht Wolfgang Friebel in den Ruhestand. Er übergibt den Staffelstab an die nächste Generation. Sein Nachfolger ist der 47-jährige Gartenmeister Thomas Riedel, der schon seit 2005 mit Friebel in Pillnitz zusammenarbeitet.

„Ich wünsche mir, dass auch künftig das Geld da ist, um so schöne Blumenpflanzungen zu machen, wie Wolfgang sie immer geplant hat, und um die Anlage so pflegen zu können, wie es nötig ist“, sagt Riedel bescheiden. „Ich wünsche Thomas, dass er alles gut im Blick behält. Denn man muss immer Wochen und Monate vorausdenken. Und ich wünsche ihm außerdem Stehvermögen, um den besten Weg durch die bürokratischen Hindernisse zu finden“, sagt Friebel.

Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich freue mich auf den Ruhestand“ gibt er unumwunden zu. Langweilen wird er sich mit Sicherheit nicht. Mit seiner Frau Ortrun „reisen, die Wohnung vorrichten, den eigenen Garten auf Vordermann bringen, die Kinder besuchen“ möchte er. Zudem ist Wolfgang Friebel, der auch gerne fotografiert und schreibt, in der Gartenbranche national und international weit vernetzt. Er steht dem Verband ehemaliger Dresden-Pillnitzer e.V. und dem Förderverein Landschloss Zuschendorf vor. „Außerdem kann ich mich jetzt mehr in die Kameliengesellschaft einbringen“, nennt er Beispiele.

Aber ihm werde garantiert auch etwas fehlen, gibt er zu. Denn der Schlosspark ist ihm ans Herz gewachsen. Hier war er dran am Geschehen und an den Menschen, deren Freude über die schönen Pflanzungen und die gepflegte Anlage für ihn – wie für sein Team auch – Anerkennung ist. Zudem habe er in Pillnitz „viel wachsen sehen“ und meint damit nicht nur Pflanzen. Als Gartenmeister begleitete Friebel in den vergangenen Jahren große Projekte in Pillnitz mit.

„Beim Bau des Palmenhauses zum Beispiel wurden wir Gärtner sehr intensiv in die Planung einbezogen. Dass dieses sehr alte Haus mit den funktionalen Änderungen so schön geworden ist und die Pflanzen hier prächtig gedeihen, wir zudem ein Anzuchtgewächshaus bekommen haben, ist wunderbar“, freut sich Friebel.

In seine Zeit fallen auch die Neuanlage des Holländischen Gartens und die Sanierung und Neugestaltung des Lustgartens nach historischem Vorbild sowie weitere umfangreiche Baumaßnahmen und Investitionen. All das habe dank der großzügigen Unterstützung des Freistaates verwirklicht werden können. Nun komme es darauf an, finanziell dafür zu sorgen, dass das alles auch gepflegt und weiterhin attraktiv bepflanzt werden könne. „Denn es ist der Park mit der großartigen Schlosskulisse, der Dresdner und Touristen in Scharen nach Pillnitz zieht.“

„Ein Schock für uns alle hier war das Hochwasser 2002“, erinnert sich Friebel. „Wir konnten uns nicht vorstellen, dass so etwas passiert. Die Unmengen von Helfern, die damals kamen, haben uns quasi gezwungen zu handeln und zu organisieren. Es war chaotisch.“ In Sachen Hochwasserschutz ist seitdem viel passiert. Bei dem neuerlichen extremen Hochwasser 2013 „waren alle viel cooler und besser vorbereitet. Alle Maßnahmen liefen organisiert ab“.

„Tief berührt“ hat Friebel auch „die unsägliche Diskussion um das Eintrittsgeld in den Schlosspark“. „Es gab nur ein Dafür und ein Dagegen. Leider war keine Seite bereit, auf die jeweils andere zuzugehen“, ist er über die Auseinandersetzungen noch heute unglücklich.

Friebel packt seine Sachen. Die Mannschaft von Schloss und Park Pillnitz hat ihm zu Ehren schon eine Feier ausgerichtet. Im Dezember erfolgt die offizielle Verabschiedung in der Orangerie. Doch mit Sicherheit wird man Wolfgang Friebel trotzdem hin und wieder im Park antreffen – als Spaziergänger mit der Kamera.

Von Catrin Steinbach

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