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Gagfah finanziert Sozialarbeit - Nachbarschaftszentrum kümmert sich um Mieter

Gagfah finanziert Sozialarbeit - Nachbarschaftszentrum kümmert sich um Mieter

In einem Zimmer spielen Lisa Degenhardt, Ursula Claußnitzer und Helga Klos, alle über 80 Jahre alt, mit höchster Konzentration Rommé. In einem anderen Raum stehen Kaffee und Kuchen auf dem Tisch.

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Lisa Degenhardt (links) und Ursula Claußnitzer spielen im Leubener Nachbarschaftszentrum Rommé.

Quelle: Carola Fritzsche

"Wir kommen gerne hier her", sagt der 76-jährige Günter Kretzschmar, der gemeinsam mit seiner ein Jahr jüngeren Frau Brigitte am Tisch sitzt. "Es ist sehr gesellig hier und wir wohnen im selben Haus. Da ist der Weg nicht weit."

"Wir erreichen 40 bis 50 Besucher in der Woche", sagt Sandra Jurisch, die die neue Einrichtung in Leuben leitet. Keine schlechte Bilanz für die ersten drei Monate, findet sie. "Wir sind ja noch in der Probierphase und versuchen, unsere Angebote auf unser Publikum einzustellen." Dafür hat Jurisch einen Monatsplan erarbeitet, der je nach Bedarf erweitert werden kann. "Unseren Gästen sind aber auch klare und feste Strukturen wichtig."

Seit Dezember 2013 gibt es das Nachbarschaftszentrum mit dem etwas sperrigen Namen Seblia (Selbstbestimmt leben im Alter) in Leuben. Der Immobilienkonzern Gagfah stellt nicht nur eine Wohnung in dem Hochhaus Rottwerndorfer Straße 5 zur Verfügung, er finanziert auch gemeinsam mit der Stadt und dem Kuratorium Deutsche Altenhilfe die Stellen von Jurisch und ihren beiden Mitarbeiterinnen, die in Teilzeit tätig sind. Das Personal ist über das Trägerwerk Soziale Dienste in Sachsen GmbH beschäftigt. Der freie Träger zeichnet auch für das Konzept verantwortlich.

"Wir wollen, dass sich die Menschen in unseren Wohnungen wohlfühlen und möglichst lange bei uns wohnen bleiben", erklärt Gagfah-Geschäftsführer Thomas Zinnöcker das Engagement seines Konzerns.

"Wir wenden uns vor allem an die älteren Menschen des Stadtgebiets", sagt Sozialarbeiterin Jurisch. Das Neubaugebiet Leuben sei in den 1980er Jahren entstanden. Viele Mieter würden seit Fertigstellung der Häuser hier leben. Die Kinder seien längst ausgezogen, es drohe die Gefahr der Vereinsamung. Es gehe aber nicht nur um Freizeitgestaltung und Geselligkeit, sondern auch um Hilfen bei der Bewältigung des Alltags. So beschäftige Seblia eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, die regelmäßig mit einem älteren Ehepaar Spaziergänge unternehme. "Allein trauen sie sich nicht mehr aus der Wohnung, aber in Begleitung gehen sie an die frische Luft."

Es gehe auch darum, den Kontakt zu Ämtern oder Krankenkassen zu vermitteln, Ansprechpartner für die verschiedensten Belange zur Verfügung zu stellen. "Vieles funktioniert nur über Netzwerke. Wir können ein Anlaufpunkt sein", sagt Jurisch. Die am häufigsten gestellte Frage sei allerdings noch: "Bleiben Sie denn auch hier?" Das könne sie mit einem "Ja" beantworten. Das Projekt sei zunächst auf drei Jahre angelegt.

Regelmäßig geht Jurisch in die Gagfah-Wohnhäuser in Leuben und hängt die Programme von Seblia aus. "Wir wollen noch mehr Leute erreichen", bekennt sie, "und dafür müssen wir Hemmnisse und Ängste abbauen." Jeder, der bei Seblia klingelt, wird von einer Mitarbeiterin abgeholt und über den langen Gang im Erdgeschoss in die Begegnungsstätte begleitet.

Die Politik beobachtet das neue Nachbarschaftszentrum mit Wohlwollen. Jüngst lobte die SPD-Stadtratsfraktion das Seblia-Projekt. Gleiches könne man sich auch für die Johannstadt vorstellen, so die Sozialdemokraten. "Wir prüfen das", erklärte Gagfah-Sprecher Dirk Schmitt auf DNN-Anfrage.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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