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Gagfah: Fusion wirbelt Personal auch in Dresden durcheinander

Gagfah: Fusion wirbelt Personal auch in Dresden durcheinander

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus: Ab September wird der Großvermieter Gagfah Group nicht mehr Gagfah heißen. Der Immobilienkonzern wurde bereits von der Deutschen Annington übernommen, ab September heißt der größte Tanker auf dem deutschen Wohnungsmarkt "Vonovia".

Analysten gehen davon aus, dass es der Immobiliengigant mit mehr als 350 000 Wohnungen im Bestand bald bis in den DAX schaffen wird. Der Spezialchemiekonzern Lanxess wird wohl im September aus dem DAX fliegen und für Vonovia Platz machen, so die einhellige Meinung von Börsenexperten.

Rund zehn Prozent der Vonovia-Wohnungen sind am Standort Dresden konzentriert. 2006 hatte die Stadt ihre Wohnungen privatisiert, über einen kleinen Umweg landete das kommunale Wohnungseigentum schließlich bei der Gagfah Group. Auch in Dresden hat die Fusion jetzt erste Konsequenzen personeller Art. Der Prokurist und Niederlassungsleiter Dresden, Günther Baer, soll zum Jahresende nach DNN-Informationen eine andere Aufgabe im Konzern übernehmen. Baer stand seit 1. Februar 2014 an der Spitze der Dresdner Niederlassung.

Woba-Geschäftsführerin kehrt nach Dresden zurück

Neue starke Frau in der Landeshauptstadt wird eine alte Bekannte: Martina Pansa, auch Geschäftsführerin der Woba Dresden GmbH, wird die Vonovia-Niederlassung in der Landeshauptstadt künftig leiten. Pansa war 2013 zur Leiterin der Region Dresden/Berlin bei der Gagfah Group aufgestiegen. Diese Aufgabe gibt es bei der Vonovia nicht, so dass die Managerin an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

Der Gagfah-Generalbevollmächtigte Dirk Schmitt wird nach DNN-Informationen den Konzern zum Jahresende verlassen müssen. Für ihn gibt es keine adäquate Position bei der Vonovia. Diese Personalie trifft den Standort Dresden nach Meinung vieler Experten empfindlich. Kein Gagfah-Repräsentant hat mehr für das nicht immer überragende Image des Unternehmens getan als der Kommunikator Schmitt, der geschickt die Fäden zog und offensiv auf Kommunalpolitiker und die Akteure auf dem hiesigen Wohnungsmarkt zuging. Schmitt fädelte sogar eine Kooperation zwischen der Gagfah und Dynamo Dresden ein, um das Image des Großvermieters aufzupolieren. Der Generalbevollmächtigte saß auch mit am Tisch, wenn die Stadt mit der Gagfah über Wohnungen für die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern verhandelte.

Bei Kennern der Marktmechanismen gibt es nun durchaus Befürchtungen, dass Dresden aus dem Fokus der Vonova rückt, die mit der möglichen Aufnahme in den DAX und weiteren Zukäufen von Immobilien in ganz Deutschland durchaus einige Baustellen zu beackern hat. "Mit Schmitt verlieren wir einen verlässlichen Ansprechpartner", bedauert ein exponierter Vertreter der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.08.2015

tbh

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