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GHND will neues Narrenhäusel bauen

GHND will neues Narrenhäusel bauen

In drei bis vier Jahren könnte es wieder da sein: das Narrenhäusel an der Augustusbrücke. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) startet jetzt eine Unterschriftensammlung. Ein Investor steht bereit.

Quelle: GHND/arte 4D

Dresden. In drei bis vier Jahren könnte es wieder da sein: das Narrenhäusel an der Augustusbrücke. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) startet jetzt eine Unterschriftensammlung. Ein Investor steht bereit, in der Politik gibt es breite Zustimmung, trotzdem ist noch einiges zu tun.

"Wir wollen Volkes Stimme hören", sagte Torsten Kulke, Vorstand des Neumarkt-Vereins, gestern vor Journalisten. Er und seine Mitstreiter kämpfen seit langem für den Wiederaufbau des 1755 errichteten Gebäudes, das seinen Namen vom damaligen Hofnarr Joseph Fröhlich hat. Dessen schauspielerischer Nachfahre Matthias Schanzenbach freut sich schon auf einen neuen Amtssitz.

Das historische Gebäude hatte bei den Luftangriffen 1945 schweren Schaden genommen. Gegen den Rat der Denkmalschützer wurde es 1950 abgerissen. Eine Statue des Hofnarren erinnert noch an den Standort.

Genau dort könnte der Neubau bald wieder erstrahlen. "Es kann sofort losgehen", erklärte Frank Wießner. Seine Max Wießner Baugeschäft GmbH hat seit der Wende in Dresden inzwischen rund 100 Millionen Euro investiert. Seit fünf Generationen ist die Familie hier in der Branche aktiv, die Wurzeln reichen bis weit ins 19. Jahrhundert zurück. "Mir liegt sehr viel an einem möglichst originalgetreuen Aufbau", erklärte der Geschäftsführer. Als Denkmal für seine Firma betrachte er das Projekt nicht. "Wir haben schon genügend Häuser gebaut in Dresden, aber es ist ein sehr repräsentativer Standort." Zunächst müssten jedoch in der Stadt die nötigen Entscheidungen fallen. Die etwa 500 Quadratmeter Grundstücksfläche befinden sich im Besitz der Stadt. Erhalte er den Zuschlag, könnte 2017 Baubeginn sein und eineinhalb Jahre später die Übergabe. Wießner kalkuliert für Immobilie und Bau mit 2,5 bis drei Millionen Euro, die er privat finanzieren will. Im Souterrain und im Erdgeschoss soll Gastronomie einziehen, im 1. Obergeschoss und im 2. plant er jeweils eine Wohnung. Im Dachgeschoss könnte der Stadtschreiber ein Quartier erhalten. Ein Büro für den Hofnarren und eventuell eine Tourismusinformation sind ebenfalls im Gespräch. "Damit sollte es sich refinanzieren, auch wenn die Rendite bescheiden ist", meinte Wießner und hat noch ein Bonbon für die Dresdner. Per Klausel im Grundbuch soll das Narrenhäusel nach 60 Jahren als Geschenk der Stadt zufallen. Aus dem Stadtrat gibt es von CDU und SPD bereits positive Signale. Kulke und seine Mitstreiter sehen auch keine ernsthaften Konflikte zur perspektivisch auf den Flächen zwischen Narrenhäusel und Köpckestraße geplanten Bebauung, für die auch der ambitionierte Konzertsaal in Rede steht. Architekt Martin Trux schwärmt nicht nur vom "spektakulären Blick" aus dem Narrenhäusel. Er betrachtet es auch als Magnet, der Dresdens Gäste von der Altstadt in die Neustadt locken könnte. "Ein richtiger Brückenschlag", freut sich Trux.

Ingolf Pleil

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Um 1900 stand an der Augustusbrücke noch das einstige Wohnhaus des Hofnarren Joseph Fröhlich.

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