Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 18 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Für neue Projekte ist im Großen Garten kein Spielraum

Für neue Projekte ist im Großen Garten kein Spielraum

Er ist ein Teil der grünen Lunge Dresdens und beliebtes Ausflugs- ziel, der Große Garten. Damit er attraktiv bleibt, ist immer was zu tun. DNN sprach mit Andrea Dietrich, der Chefin der Schlösser und Gärten Dresden, über anstehende Vorhaben in Dresdens größter Parkanlage.

Frage: Was ist das nächste große Projekt im Großen Garten?

Andrea Dietrich: Größere Bauarbeiten sind in naher Zukunft im Großen Garten nicht geplant, denn wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf die vielen Vorhaben in Pillnitz und auf die Beseitigung der Hochwasserschäden in der Festung Dresden. Dennoch kommt demnächst eine große Investition auf uns zu, denn wir planen - wahrscheinlich in zwei Jahren - den Bau einer neuen E-Lok für die Parkeisenbahn. Denn eine der beiden vorhandenen E-Loks ist hinsichtlich des Arbeitsschutzes und des Reparaturaufwandes nicht mehr haltbar. Wie Sie sich vorstellen können, gibt es keine Loks von der Stange, da muss extra eine gebaut werden. Wir haben mit der TU Kontakt aufgenommen. Die Verkehrstechniker wollen uns helfen, eine Ausschreibung vorzubereiten.

Wie ist es um den Zustand der vie- len Skulpturen im Großen Garten bestellt?

Die Marmorskulpturen am Palais machen uns Sorgen. Die klimatischen Bedingungen für Marmor sind nicht sehr günstig, der Frost hat über die vielen Jahre trotz der Einhausungen Spuren hinterlassen. Unter Federführung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement werden gegenwärtig die Schäden erfasst. Dann müssen wir sehen, wie wir den Verfall stoppen können. Und man wird sicher auch darüber diskutieren, ob es nicht vielleicht eine Option ist, im Park Kopien aufzustellen.

Auch der Mosaikbrunnen ist sanierungsbedürftig. Wann kann er denn endlich wieder sprudeln?

Wie Sie sicher wissen, wurde der Mosaikbrunnen anlässlich der ersten großen Gartenbauausstellung 1926 errichtet. Weil er nach deren Ende eigentlich gleich wieder abgerissen werden sollte, verwendete man nur sehr einfache Materialien. Vor mehr als 20 Jahren fand schon einmal eine Sanierung statt. Jetzt steht wieder eine grundhafte Sanierung an, die wir aber gegenwärtig nicht bezahlen können. Deshalb kann der Brunnen auch 2014 wieder nicht in Betrieb gehen.

Das Palais im Großen Garten, das beim Angriff 1945 ausgebrannt war, ist äußerlich längst wiederhergestellt, innen aber noch immer im Rohbau. Wird sich das in absehbarer Zeit ändern?

Ganz ehrlich: Nein. Nice to have ("Schön zu haben", die Red.) muss noch warten. Nicht nur, weil es ringsherum erst einmal wichtigere Aufga- ben gibt, die es zu finanzieren gilt. Der Knackpunkt ist, ob die Wiederherstellung des Festsaales tatsächlich in naher Zukunft ein erstrebenswer- tes Ziel ist, denn er schränkt die Nutzungsmöglichkeiten ein. Blumenschauen wie der Dresdner Frühling beispielsweise, die sich einer enormen Beliebtheit erfreuen, wären dann allein schon aus klimatischen Gründen nicht mehr möglich. Ohnehin würde eine Entscheidung zum Palais nur in enger Abstimmung mit dem Förderverein Palais Großer Garten e.V. fallen, der sich ja die komplette Wiederherstellung des Palais auf die Fahne geschrieben hat. Das Engagement des Vereins, für das wir sehr sehr dankbar sind, möchte ich an dieser Stelle einmal hervorheben. Denn er organisiert nicht nur die Veranstaltungsreihe "Offenes Palais". Ohne den Verein könnten im Palais generell keine öffentlichen Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden, denn er übernimmt dafür die Besucherbetreuung. Wir haben dafür gar kein Personal mehr.

Schon 2008 war vom Bau einer neuen Gärtnerei die Rede, weil die Arbeitsbedingungen für die Gärtner inakzeptabel seien. Was ist denn aus dem Projekt geworden?

Die Gartenmeisterei ist gegenwärtig nicht in der Planung. Wir haben ca. 15 Millionen Euro im Jahr für alle Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen zur Verfügung. Da ist für neue Projekte kein Spielraum.

In großen Teilen ist der Große Garten sehr gepflegt. Aber vor allem der Teil nahe der Karcherallee erinnert eher an eine Wildnis.

15 Gärtner und ein Gartenmeister kümmern sich um den Großen Gar- ten. Wir könnten gut und gerne zehn mehr brauchen. Aber auch das gehört leider ins Reich der Träume. Und deshalb können wir nicht alle Teile des Großen Gartens mit der gleichen Intensität pflegen. Der Schwerpunkt liegt auf dem inneren Bereich des Gartens.

Wie viel Geld steht für Pflanzungen alljährlich zur Verfügung?

Etwa 80 000 Euro für Schmuckpflanzungen und 27 000 Euro, um Bäume nachzupflanzen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.04.2014

Steinbach, Catrin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
18.08.2017 - 12:04 Uhr

Dresdner bieten finnischen Sturmtank zum Heimspiel gegen den SV Sandhausen auf.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.