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Für jeden die richtige Pille: Unit-Dose-System sichert Arzneimittelsicherheit am Dresdner Uniklinikum

Für jeden die richtige Pille: Unit-Dose-System sichert Arzneimittelsicherheit am Dresdner Uniklinikum

Heute ist der Tag der Apotheke. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, versorgt eine öffentliche Apotheke in Sachsen im Durchschnitt 4091 Einwohner.

Am 31. Dezember 2014 gab es in Dresden insgesamt 122 öffentliche Apotheken mit 251 beschäftigten Apothekern.

In ganz anderen Dimensionen wird hingegen in einer Krankenhausapotheke gearbeitet. Mehr als 12 000 Tabletten werden am Dresdner Uniklinikum täglich an die Patienten in den knapp 1300 Betten verabreicht - hochgerechnet auf ein Jahr sind das mehr als 4,5 Millionen. Das Wort Arzneimittelsicherheit wird in der Klinik-Apotheke des Krankenhauses groß geschrieben. Deshalb arbeiten die Apotheker mit dem sogenannten Unit-Dose-System, für das die Klinik 2011 mit dem "Hospital-Innovation-Preis" ausgezeichnet wurde. Beim sogenannten Unit-Dose-Verfahren wird die orale Medikation pro Patient in Tütchen eingeschweißt, die mit umfassenden Informationen bedruckt werden.

Dr. Holger Knoth ist seit 2004 Leiter der Klinik-Apotheke am Uniklinikum Carl Gustav Carus. "Bei der Gabe von Arzneimitteln können diverse Probleme auftreten", erklärt Knoth. "Dies können unter anderem Wechselwirkungen sein, die nicht beachtet werden, Verwechslungen oder Fehler bei der Anwendung".

"Das Unit-Dose-System gibt es an sich schon seit vielen Jahren. Nach meiner Übernahme der Leitung 2004 hat der Vorstand überlegt, wie wir den Medikations-Prozess nachhaltig verbessern können", so Knoth. "Das besondere an unserem System am Uniklinikum ist nun, dass auf vielen Stationen ein Stationsapotheker eingesetzt wird", erzählt Knoth. "Die Pharmazeuten können sich vor Ort um die Medikationen kümmern". Für jeden Patienten wird die Medikation für alle Einnahmezeitpunkte 24 Stunden im Voraus zusammengestellt, verpackt, etikettiert und an die Stationen ausgeliefert. Dafür wird eine elektronische Software zur Verwaltung der Patienten- und Medikationsdaten mit zwei Kommissionierautomaten verknüpft. Je 330 Arzneimittel lagern in Kassetten in jedem Automaten, 63 weitere variable Arzneimittel können zusätzlich manuell hinzugefügt werden. Die Maschine stellt dann die Medikamente zusammen, so dass diese fertig verpackt auf Station geliefert werden können.

Insgesamt nutzen derzeit 24 Stationen des Universitätsklinikums Dresden das Unit-Dose-System, so dass täglich rund 500 stationäre Patienten auf diese Weise mit Arzneimitteln versorgt werden. Mit ihnen werden bis zu 1000 unterschiedliche Arzneimittel in Blisterverpackungen zusammengestellt, die entsprechend der Dosierungen unterteilt und beschriftet sind. Damit reduziert die Apotheke den Arzneimittelverbrauch, da sich die Stationsvorräte auf ein Notfallsortiment beschränken lassen - Verluste durch angebrochene und danach nicht mehr verwendete Verpackungen sinken deutlich. Außerdem profitieren die Patienten von dem System, denn anders als bei herkömmlich gestellten Medikamenten informiert die Verpackung, wie und wann die Tablette einzunehmen ist. Die Übernahme dieser Aufgabe soll außerdem Mitarbeiter des Pflegedienstes entlasten, die häufig im Nachtdienst die Medikamente für den Folgetag stellen. Wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen, geht diese nächtliche Tätigkeit jedoch mit einem höheren Fehler-Risiko einher. Noch mehr Sicherheit bei der Verabreichung der Medikationen bietet nach der maschinellen Abpackung eine Endkontrolle durch den "Foresee Inspector". Diese Maschine prüft die abgepackten Tüten mit einer Hochgeschwindigkeitskamera auf ihre Richtigkeit. So kann beispielsweise vermieden werden, dass beschädigte Tabletten verabreicht werden.

Für das Projekt "Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit durch Kombination von Unit-Dose-Versorgung mit Stationsapothekern" wurde das Uniklinikum 2011 mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. "Im Fokus stehen aber die Patienten, die hierdurch eine korrekte Arzneimitteltherapie bekommen", so Knoth. "Das ist das A und O!"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2015

Juliane Weigt

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