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Für den guten Zweck mit alten Autos nach Afrika

Rallye Dresden–Banjul Für den guten Zweck mit alten Autos nach Afrika

„Go Trabi go“ nach Afrika: Am Sonnabend startet der panamagrüne 601 namens „Dieter deluxe“ nach Westafrika ins rund 8000 Kilometer entfernte Banjul. Dort soll der Zweitakter für einen guten Zweck versteigert werden – ebenso wie die anderen Rallye-Autos.

Daniel von Hoff (l.) und Lars Busemann mit ihrem "Dieter deluxe". Im Hintergrund übrigens das krasse Gegenstück: ein Chevrolet Silverado mit 6,2 Litern Hubraum und V8-Motor.

Quelle: Tanja Tröger

Dresden. „Go Trabi go“ nach Afrika: Am Sonnabend startet der panamagrüne 601 namens „Dieter deluxe“ zu seiner bislang wohl längsten Fahrt. Nach Westafrika geht es, genauer gesagt ins rund 8000 Kilometer entfernte Banjul, der Hauptstadt von Gambia. Dort soll der Zweitakter, Baujahr 1990, für einen guten Zweck versteigert werden – ebenso wie die 43 anderen Autos, die an der 20. Rallye Dresden–Banjul teilnehmen. Das Geld kommt Projekten der Dresden-Banjul-Organisation zugute, die in Gambia Schulen, eine Krankenstation, Lkw- und Tischlerwerkstätten sowie ein Restaurant mit Armenspeisung aufgebaut hat und betreibt.

Für den guten Zweck mit Gebrauchtwagen nach Afrika: Mehr als 40 Fahrerteams bringen Pkw und Kleinbusse nach Gambia, die dort versteigert werden. Fotos: Tanja Tröger

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Im Gegensatz zu den übrigen Pkw und Kleinbussen wird allerdings die grüne „Pappe“ wohl nicht an Einheimische verkauft. Nein, die beiden Hamburger Fahrer Lars Busemann und Daniel von Hoff hängen so an ihrem Zweitakter, dass sie ihn selbst ersteigern und wieder nach Deutschland einführen wollen. Lars erklärt: „Ich bin 2007 schon mal bei der Rallye mitgefahren, da hab ich Dieter kennengelernt, der damals mit einem Trabi nach Banjul gefahren ist. Seitdem bin ich Trabi-infiziert.“ Seinem Co-Piloten Daniel geht es ähnlich, schließlich ist er schon als Jugendlicher im Trabant durchs heimatliche Oschersleben geheizt. Und weil ihnen besagter Dieter, seines Zeichens Kfz-Meister aus Burgstädt, nach Leibeskräften geholfen hat, ihr panamagrünes Gefährt aufzutreiben und wüstentauglich zu machen, tauften sie die „Pappe“ folgerichtig „Dieter deluxe“. Der 71-Jährige Autoexperte selbst ist auch wieder mit dabei – „aber das ist das letzte Mal“. Seine Frau steht ein wenig wehmütig daneben und knipst Fotos. „Erst wollte sie nicht mit, aber jetzt bereut sie’s bissel“, sagt Dieter. Er fährt diesmal einen alten Passat mit viel Stauraum nach Banjul. Statt seiner Gattin wird im Senegal seine Tochter zusteigen, die in Afrika arbeitet.

Mit einem Passat und einem Mercedes von Mitte der 1990er Jahre machen sich auch Thorsten Pfeiffer, Andreas und Joachim Damm sowie Nicole Bayer auf den Weg nach Gambia. „Frostschutz/Frustschutz“ heißt ihr Team – „weil die Autos nie wieder Schnee sehen und wir endlich vier Wochen frei haben“, grinsen Thorsten und Andreas. Die beiden haben ihren Jahresurlaub aufgespart. Andi ist bereits vor fünf Jahren schon einmal dabei, und seitdem hat der 39-Jährige mit seinen begeisterten Erlebnisberichten Papa Joachim und Arbeitskollege Thorsten mit dem Reisefieber angesteckt. Der Chef der beiden sponsert den Sprit bis Banjul, immerhin rund 1200 Euro. „Bis runter zur Fähre kann jeder seine eigene Route fahren, ab dann wird im Konvoi gefahren“, erklärt der 67-jährige Joachim. Im Gepäck haben die drei Männer – die einzige Dame wird erst in Stuttgart dazustoßen – neben Campingausrüstung, Ersatzreifen und Benzinkanistern auch jede Menge Spenden: „Von der Apotheke haben wir Medikamente und Medi-Packs bekommen, wir haben Werkzeug für eine Kfz-Werkstatt dabei, und natürlich Plüschtiere, Malsachen, Schulzeug und viele kleine Gummibärchen-Tüten für die Kinder“, erzählen sie mit Blick auf die beiden vollgestopften Kofferräume.

Organisiert wird die Rallye nun schon zum 20. Mal vom Dresdner Verein Breitengrad e.V. Mehr als 40 Teams sind diesmal dabei. Die Erlebnisse der Rallyeteilnehmer kann man unter www.rallye-dresden-dakar-banjul.com verfolgen.

ttr

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