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Führt Roncalli den Dresdner Luisenhof in die Zukunft?

Führt Roncalli den Dresdner Luisenhof in die Zukunft?

Während die Eigentümer des Luisenhofes nach eigenen Angaben mit zwei ernsthaften Bewerbern verhandeln, die das Traditionslokal weiterbetreiben wollen, bringt sich mit einem Paukenschlag ein dritter Interessent ins Spiel: Roncalli.

Das ist nicht einfach nur ein Zirkus, sondern ein Imperium der Unterhaltungsindustrie. Gründer und Kopf des Ganzen ist Bernhard Paul. Der gebürtige Österreicher liebt Zirkus und alte Dinge mit Tradition über alles. In den 1970er Jahren hat Paul mal ganz klein angefangen, um seinen Traum von einem Zirkus Wirklichkeit werden zu lassen. 1976 gründete der studierte Grafiker mit dem Veranstalter, Kulturmanager und Künstler André Heller den Circus Roncalli, dessen alleiniger Inhaber er heute ist.

"Bernhard Paul hat dem Zirkus ein neues Gesicht gegeben, die Leute wieder dafür begeistert. Er setzt nicht auf wilde Tiere, sondern auf Verzauberung", bringt es Pascal Raviol von Roncalli auf den Punkt. Paul erreiche das mit hochkarätigen Künstlern und einem niveauvollen, stimmigen Ambiente, das sich am besten mit Zirkusromantik beschreiben lässt.

"Was für Krone und Sarrasani die Elefanten sind, sind für mich die Zirkuswagen. Es sind Lebewesen mit Augen, die in der Nacht sogar leuchten", ist ein Satz von Bernhard Paul. Doch er kauft nicht nur historisches Zirkuswagen, lässt sie liebevoll restaurieren, um sie dann wieder einzusetzen. Seine Leidenschaft für die schönen Dinge füllt inzwischen große Lagerhallen und erstreckt sich bei weitem nicht mehr nur auf das Thema Zirkus. Schöne alte, wertige Laden- und Gaststätteneinrichtungen gehören auch dazu.

Heute tourt Bernhard Pauls Roncalli nicht nur mit zwei Zirkusmanegen durch die Lande, von denen eine gerade auf der Festwiese in Dresden gastiert. Das Unternehmen betreibt in Düsseldorf auch das Apollo Varieté, inszeniert historische Jahrmärkte, vermietet nostalgische Ausstattungen für Galas, Filmindustrie und andere, rief Deutschlands erste Dinner-Show ins Leben und richtet alljährlich auf dem Rathausmarkt in Hamburg einen historischen Weihnachtsmarkt aus. "Der ist mindestens so schön wie der Dresdner Striezelmarkt", sagt Roncalli-Geschäftsführer Thomas Schütte. Er sei kürzlich frustriert durch das einstige Varietètheater Café Prag gegangen, das jetzt ein Food-Court sei. "Und es wäre doch schade, wenn der Luisenhof jetzt in Eigentumswohnungen umgewandelt wird."

"Wir waren im Luisenhof essen und haben dort eher zufällig erfahren, dass der jetzige Betreiber nicht mehr weiter macht und dass die Zukunft des Traditionslokals ungewiss ist", so Raviol. "Das 120 Jahre alte Wahrzeichen Luisenhof mit der Seilbahn vor der Tür lässt Pauls Herz höher schlagen." "Roncalli möchte sich gern an der Diskussion um die Zukunft des Luisenhofes beteiligen", ergänzt Raviol. Bernhard Paul sei kein Gastronom, aber Visionär. "Wir können das Konzept entwickeln und mit Partnern umsetzen. Ich bin mir ziemlich sicher, wenn sich an dieser Stelle nicht nur Gastronomie, sondern auch Kultur und Amüsement wiederfindet, dass das die Leute anzieht." Da die Luisenhof-Eigentümer in Aachen sitzen, wo Roncalli gerade gastiert, wolle Paul die Gelegenheit nutzen, um Kontakt aufzunehmen.

Luisenhof-Verwalter Julian Dippel von Mabe.Immo bremst die Euphorie. "Noch habe ich keine offizielle Anfrage von Roncalli vorliegen. Es gibt zwei Interessenten, mit denen wir sehr weit in den Gesprächen sind. Aus der Gaststätte Eigentumswohnungen zu machen, "das stand nie zur Debatte und steht es auch jetzt nicht", so Dippel.

Da ein neuer Betreiber noch nicht fest steht, wird der Luisenhof wohl ab 1. Juli erst mal geschlossen bleiben. Denn Ende Juni räumt der bisherige Gaststättenbetreiber, die Familie Schumann, mit allen Mitarbeitern den "Balkon von Dresden". Nach 13 erfolgreichen Jahren. Der Grund: Die PATRIA CASA Vermögensverwaltung UG aus Aachen, die am 15. Dezember 2014 den Luisenhof bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte, will die Pacht drastisch erhöhen - von 14 000 auf 19 000 Euro im Monat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.05.2015

Catrin Steinbach

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