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Frühlingsblumenschau im Großen Garten Dresden: Zitterpartie bis zum Schluss

Neun Monate Vorlaufzeit Frühlingsblumenschau im Großen Garten Dresden: Zitterpartie bis zum Schluss

In einem aufwändigen Gemeinschaftsprojekt entsteht bis zum 26. Februar im Palais im Großen Garten Dresden eine Frühlingsblumenschau, die ihresgleichen sucht. Bis zum Schluss ist das Projekt vor allem für die Gärtner eine Zitterpartie. Denn sie müssen über 40 000 Pflanzen und Schnittblumen auf den Punkt zum Blühen bringen.

Verena Rößler vom Gartenbaubetrieb Arndt Kühne in Omsewitz mit Primeln.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Weltkulturen im Blütenrausch“ gibt es ab 26. Februar 2016 im Palais im Großen Garten. „Die Pflanzen nicht nur außerhalb ihres normales Zyklus grünen und blühen zu lassen, sondern dann auch noch auf den Punkt wirklich einen Blütenrausch von zigtausend Pflanzen hinzubekommen, das ist zwar keine Zauberei, aber ein Kunststück der Gärtner.

Über Monate überwachen sie das Wachstum der Pflanzen mit Argusaugen, heizen, kühlen, schattieren, lüften, sorgen für die richtige Luft- und Bodenfeuchtigkeit und schicken sicher so manches Mal ein Stoßgebet zum Himmel, dass der Winter nicht über einen längeren Zeitraum sibirisch wird bzw. schon Anfang des Jahres mit Macht der Frühling mit Sonne und Temperaturen um die 20 Grad hereinbricht. So ist es eine Zitterpartie bis zum Schluss.

Immenser Aufwand für die Blumenschau

 „Die Vorlaufzeit für die Gärtner beträgt etwa neun Monate“, weiß Gartenexperte Dr. Karl Richter. Er ist der Pflanzenkoordinator der „bedeutendsten Frühlingsblumenausstellung Deutschlands“, wie der Landesverband Gartenbau Sachsen e.V. die Werbetrommel rührt. Die Tulpenzwiebeln werden Ende September/Anfang Oktober gesteckt. Die Kühlphase dauert bis 20. Januar. „Dann kommen die Pflanzen ins Gewächshaus bei Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad. Je nach Sorte verbleiben sie länger oder kürzer hier. Sobald sie anfangen zu treiben, werden sie wieder kühl gestellt. Erst acht Tage vor Eröffnung wählen wir aus, welche Tulpen wir wirklich nehmen“, gibt Dr. Richter einen kleinen Einblick in den immensen Aufwand, der für die Schau betrieben wird.

Schon im Mai vergangenen Jahres begann in Israel die Kultur der 300 Nelkenpflanzen, die die Gärtnerei Arndt Kühne aus Dresden-Omsewitz für die Frühlingsblumenschau beisteuert. „Ende Juli haben wir dann die unbewurzelten Stecklinge bekommen und kultiviert“, nennt Arndt Kühne ein weiteres Beispiel. Seine Gärtnerei in Dresden-Omsewitz liefert zudem noch 700 Bellis – also Kulturgänseblümchen. Insgesamt sind 30 Gärtnereien am Vorziehen der Pflanzen beteiligt.

 Neue frühjahrsblühende Eriken und Boronien zu sehen

Zu sehen sein werden im Palais im Großen Garten – das sich wie kaum ein anderes Gebäude für die Blumenschau eignet – neben allseits bekannten Frühlingsblühern auch weniger bekannte Pflanzen. So zeigt der Landesverband Gartenbau neue frühjahrsblühende Eriken und Boronien. „Dabei handelt es sich um einen aus Australien stammenden Strauch, der aufgrund seiner Blütenpracht und seinem Duft auch in europäischen Gärten immer beliebter wird“, erläutert der Pflanzenkoordinator.

Der Aufbau der Frühlingsblumenschau im Palais beginnt am Montag – zwei Wochen vor dem Start am 26. Februar. Zuerst werden aufwändige Konstruktionen für Bepflanzungen – wie ein überlebensgroßer Elefant – und die Unterbauten für die Beete installiert. Dann werden innerhalb von nur zwei Tagen alle Pflanzen arrangiert. Daran beteiligt sind zahlreiche Gärtner und Floristen. Bemerkenswert ist auch, dass die Schau ein generationenübergreifendes Projekt ist. Denn es beteiligen sich auch Gärtner, die schon im Ruhestand sind, sowie Auszubildende und Umschüler an den Floristikschulen.

Von Catrin Steinbach

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