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Friedrichstadt erhält neues Krebszentrum

Friedrichstadt erhält neues Krebszentrum

Hoffnung am Horizont: Das Städtische Krankenhaus Friedrichstadt erhält künftig ein Onkologisches Zentrum, in dem Krebspatienten hochspezialisierte Hilfe erfahren.

Noch in diesem Sommer soll die vierte Medizinische Klinik gegründet werden, die Ausschreibung für die Chefarztstelle wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Darüber informierte Jürgen Richter, Verwaltungsdirektor der Städtischen Krankenhäuser auf DNN-Anfrage. "Die Gründung dieses Zentrums ist die konsequente Umsetzung des Versorgungsauftrages, den wir vom Klinikverbund Helios erhalten haben", sagte Richter. Der private Klinikbetreiber Helios hatte Ende 2009 seine private Fachklinik geschlossen. Daraufhin übernahm das Städtische Krankenhaus Friedrichstadt den Versorgungsauftrag.

Volkskrankheit Krebs

Über drei Jahre später - nach einem überregionalen Bürgerentscheid und ersten Reformen - haben die Stadträte im vergangenen Krankenhausausschuss nun die Gründung des Onkologischen Zentrums beschlossen. Neben dem Universitätsklinikum bietet auch das Krankenhaus Friedrichstadt ein breites und hochspezialisiertes Spektrum von Diagnostik und Therapien zur Behandlung der heimtückischen Krankheit Krebs.

Und der Bedarf ist da: Tausende Menschen kommen mindestens einmal im Leben in die Situation, dass sie sich mit einem bösartigen Geschwulst auseinandersetzen müssen. Krebs gehört zu den großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Ein Viertel aller Todesfälle aus dem Jahr 2011 geht in Deutschland auf Krebs zurück. Der Anteil der bösartigen Tumorerkrankungen unter den Gestorbenen ist in den vergangenen 30 Jahren um fast ein Viertel gestiegen.

Häuser L und I werden saniert

Für das neue Krebszentrum werden in Zukunft sowohl das Haus L als auch das anliegende Haus I saniert und nachgerüstet. Dafür stellt der Freistaat nach vorläufiger Planung etwa 7,2 Millionen Euro zur Verfügung. Deren Bewilligung kündigte Andrea Fischer, Staatssekretärin im sächsischen Sozialministerium bereits an. Das neue Krebszentrum erhält laut Verwaltungschef Richter zudem ein neues Gerät für die hochmoderne Pet/CT-Diagnostik von Krebstumoren. Dieses Verfahren liefert Schnittbilder vom Körper und dessen biochemischen und physiologischen Funktionen.

Erneuert wird auch das Haus N des Krankenhauses in Dresden-Friedrichstadt. "Das ist der letzte Baustein für ein neues operatives Zentrum", sagte Richter. Dies sei ein weiterer Schritt, um das Zukunftskonzept der Städtischen Krankenhäuser erfolgreich umzusetzen.

Das Zukunftskonzept

Die Krankenhäuser in Friedrichstadt und Neustadt leiden seit 2009 an Millionenverlusten. Mit einem umfangreichem Reformkonzept auf der Grundlage eines Gutachtens des Instituts für Betriebswirtschaftliche und Arbeitsorientierte Beratung (BAB) sollen die Krankenhäuser wieder auf Vordermann gebracht werden. In der Vergangenheit wurden vor allem Einsparungen in der Verwaltung vorgenommen. Jeweils 150 000 Euro wollen die Krankenhäuser beispielsweise durch einen besseren Stromvertrag und eine günstigere Essenversorgung sparen. Weitere 700 000 Euro finanzielle Entlastung erhofft sich Verwaltungschef Richter durch die kürzeren Wege und die effizienteren Strukturen im gerade eröffneten Haus R. In Neustadt liege der Schwerpunkt auf der Etablierung der Neurochirurgie, eines Zentrums für Altersmedizin sowie eines Adipositas-Zentrums.

Minus steigt auf 5,5 Millionen

Eine willkommene Finanzquelle für die kommunalen Krankenhäuser ist das von der Bundesregierung beschlossene Hilfspaket. "Etwa eine Million Euro erhalten wir in diesem Jahr unbürokratisch vom Bund", sagte Richter. Damit sollten die Verluste kompensiert werden, die nach den Berechnungen des 1. Quartals doch höher ausfallen als prognostiziert. Demnach steht am Ende des Jahres für beide Krankenhäuser ein Minus von 5,5 Millionen im Jahresergebnis. Ursprünglich war ein Minus von 3,1 Millionen Euro prognostiziert worden. Trotz dieser Prognose-Rückschläge hält der Verwaltungschef an seinem Ziel fest. "Im Jahre 2015 wollen wir im Jahresergebnis schwarze Zahlen schreiben", sagte Richter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.07.2013

Katrin Tominski

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