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Friedhofstag in Dresden: Der Tod ist besser als sein Ruf

Bunt und witzig Friedhofstag in Dresden: Der Tod ist besser als sein Ruf

Friedhof, Trauer und Gedenken - dies sollen Dresdner in diesem Jahr auf neue Art entdecken: mitten in der Innenstadt, auf einer Freifläche neben der evangelischen Kreuzkirche, wird in Dresden der „Tag des Friedhofs“ begangen.

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Quelle: DNN-Archiv

Dresden. Friedhof, Trauer und Gedenken - dies sollen Dresdner in diesem Jahr auf neue Art entdecken: mitten in der Innenstadt, auf einer Freifläche neben der evangelischen Kreuzkirche. Stadtverwaltung, Kirchen, Vereine und Verbände wollen dort zum bundesweiten „Tag des Friedhofs“ am 17. September, 10 bis 17 Uhr, einen „Raum für Erinnerung“ schaffen.

Nicht düster und traurig soll es dabei zugehen, geplant ist ein buntes Programm, welches die letzten Dinge aus vielfältigen Perspektiven beleuchtet. Sogar Witziges wird geboten.

So dürfte ein ungewöhnlicher Höhepunkt der Auftritt des Comedian „Der Tod“ mit Ausschnitten aus seinem aktuellen Soloprogramm „Mein Leben als Tod“ sein. Dafür hatte er im August in Meiningen den Thüringer Kleinkunstpreis bekommen. Der Akteur verbirgt sich auf der Bühne stets in einer dunklen Kutte mit Kapuze. Mit seiner tief schwarzhumorigen „Image-Kampagne“ will er gegen den schlechten Ruf des Todes anspielen.

Er bezeichnet sich selbst als Erfinder der „Death Comedy“. In seinem Programm klagt er beispielsweise über liegengebliebene Arbeit wie die Rentnerschwemme, zeigt Bilder aus dem privaten Fotoalbum, liest aus seinem geheimen Tagebuch und singt schaurig schön von seinem Nebenjob als Animateur auf Mallorca.

Zweiter besonderer Programmpunkt ist das Konzert der Gothic Band „Aurago“. Deren Musik ist geprägt von Dramatik und Melancholie, bei der jedoch keine Traurigkeit aufkommt. Vielmehr setzen sie auf bezaubernde Tiefe und Einfühlsamkeit. Zum Repertoire des Trios zählen außer Eigenkompositionen auch neu vertonte Texte und Dichtungen alter Poeten wie zum Beispiel Edgar Allan Poe oder Joseph Freiherr von Eichendorff.

Ihre eingängigen Lieder arrangieren sie kunstvoll, mit viel Detailliebe und virtuosen Passagen. Sie versprechen „Musik im nostalgischen Flair“.

Außerdem gibt es Pflanzideen und Blumenschmuck. Die präsentieren auf der Freifläche an der Kreuzkirche unter anderem der Landesverband Gartenbau Sachsen, die Dauergrabpflegegesellschaft Sächsischer Friedhofsgärtner und eine Friedhofsgärtnerei. Steinmetze, eine Holzbildhauerin und ein Kunstschmied geben Kostproben ihrer Arbeit und bieten Anregungen für individuelle Grabdenkmale.

Die Bestatter-Innung Sachsen und zahlreiche Friedhofsverwaltungen sind ebenfalls dabei. Die möchten mit Besuchern ins Gespräch kommen, informieren und beraten.

Vertreten sind ferner die Hospizdienste mit ihrem Museumskoffer „Vergiss mein nicht“. Schüler haben extra für diese Veranstaltung einen Totentanz einstudiert. Außerdem wird ein „Baum der guten Wünsche“ aufgestellt, es gibt einen Vortrag über „Die Vielfalt der Dresdner Friedhöfe“ sowie das Mittagsgebet von Christen unter freiem Himmel. Das Literaturtheater Dresden führt das Stück „Die besten Beerdigungen der Welt“ auf. Der Eintritt ist frei.

Dresdens Friedhöfe seien viel mehr als Begräbnisplätze, erklärt Eva Jähnigen, Bürgermeisterin für Umwelt und Kommunalwirtschaft. „Sie sind lebendige Orte, Orte zum Leben, denn sie bieten Raum für Erinnerung und Gedenken, sind grüne Lungen inmitten der Stadt und beherbergen einmalige Zeugen unserer Geschichte und Handwerkskunst.“ Mit dem „Tag des Friedhofs“ solle in der Öffentlichkeit auf ihre Bedeutung aufmerksam gemacht werden. Zugleich sei dieser Tag als Einladung zu verstehen, die reiche Friedhofskultur der Stadt wiederzuentdecken. Darüber hinaus biete diese Veranstaltung Gelegenheit, sich umfassend über alle Fragen rund um Bestattung und persönliches Gedenken zu informieren.

Der Tag des Friedhofs findet immer am dritten Septemberwochenende statt. Seit 2012 laden Landeshauptstadt Dresden und Kirche gemeinsam dazu ein. Ins Leben gerufen wurde der „Tag des Friedhofs“ 2001 von Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, Bestattern, Floristen, Städten, Kommunen, Religionsgemeinschaften und Vereinen.

Von Tomas Gärtner

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