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Frey soll in Russland Festivalzentrum aufbauen

Chef des Semperopernballes Dresden geht nach Sotschi Frey soll in Russland Festivalzentrum aufbauen

Nachdem er bei seinen beiden jüngsten beruflichen Stationen in Deutschland nicht sehr erfolgreich war, zieht es Hans-Joachim Frey nun nach Sotschi. Der Chef des Dresdner Semperopernballvereins soll dort den Bau des multifunktionalen Kultur- und Festivalhauses begleiten, das künstlerische Gesamtkonzept erarbeiten und mehrere große Festivals entwickeln.

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Hans-Joachim Frey

Quelle: Ralf U. Heinrich

Dresden. Hans-Joachim Frey zieht es nach Sotschi. Der Musiktheaterregisseur und Kulturmanager, der in Dresden als 1. Vorsitzender und Künstlerischer Gesamtleiter des Semperopernballvereins wirkt, wird Leiter des neuen internationalen Kultur- und Festivalzentrums. Der gebürtige Hannoveraner soll in dem rund 350 000 Einwohner zählenden russischen Bade- und Kurort am Schwarzen Meer den Bau des Gebäudes auf dem Gelände des früheren Presse- und Medienzentrums der Olympischen Winterspiele von 2014 begleiten. Zudem obliegt Frey die Erarbeitung des künstlerischen Gesamtkonzeptes und die Entwicklung mehrerer großer Festivals.

Er bedanke sich für das Vertrauen, dass in Russland in ihn gesetzt werde und „empfinde die Berufung als eine außerordentliche Auszeichnung und große Ehre“, teilte Frey mit. „Die Chance, ein so potenzialstarkes Kultur- und Bildungsprojekt an einem der zurzeit spannendsten Orte der Welt von Beginn an zu prägen, von baulichen bis zu künstlerischen Aspekten zu begleiten und zur Vollendung zu bringen zu einem der wichtigsten Festivalcenter weltweit, ist faszinierend und von besonderem Reiz. Eine solche Möglichkeit bekommt man als Kulturschaffender wohl nur einmal im Leben“, jubelt der 51-Jährige.

In Dresden hat Frey maßgeblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Dresdner Semperopernballes, der sich zu einem großen deutschen Kulturevent und einem der bedeutendsten europäischen Ballereignisse entwickelte. Dem Semperopernballverein will Hans-Joachim Frey nach eigener Aussage aber parallel zu seiner Tätigkeit in Sotschi weiter vorstehen.

Bekannt ist der Neffe von Armin Mueller-Stahl in Dresden auch durch seine Funktion als Direktor der Semperoper von 1997 bis 2007. Nachfolgend führten ihn berufliche Stationen nach Bremen und Linz. „Bei zahlreichen Regieproduktionen inszenierte Hans-Joachim Frey in den vergangenen Jahren in Russland und im Fernen Osten. Seit 2014 ist er Berater des Direktors des Bolschoi-Theaters in Moskau. Zudem ist er seit vielen Jahren als Professor in Seoul (Südkorea) tätig“, heißt in der Pressemitteilung weiter. Außerdem leite Frey sei vielen Jahren den Internationalen Gesangswettbewerb der italienischen Oper „Competizione dell’Opera“.

Doch Freys berufliches Schaffen begleiten immer wieder auch negative Schlagzeilen. Harte Kritik musste er als Vereinschef einstecken, als 2009 dem damaligen russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin der St. Georgs Ordens des Semperopernballs (hieß zu dieser Zeit noch Sächsischer Dankesorden) für seine Verdienste um den deutsch-russischen Kulturaustausch verliehen wurde. Eine konstruierte Begründung, hieß es unter anderem. In beruflicher Hinsicht geschadet hat Frey die Aktion nicht, wenn man seine Engagements in Russland betrachtet. So nachhaltig kann eine Ordensverleihung sein. Er selbst sieht sich als Brückenbauer zwischen Menschen und Kulturen und hofft, das in seiner neuen Funktion „noch wirkungsvoller tun zu können“.

Bei seinen beiden jüngsten beruflichen Stationen in Deutschland war Frey wenig erfolgreich. In Bremen beendete er 2010 seinen Vertrag als Generalintendant des Theaters vorzeitig, weil das Finanzloch der Spielstätte auf rund vier Millionen Euro angewachsen war und allein das unter seiner Verantwortung inszenierte Musical „Marie Antoinette“ mit einem Verlust von 2,5 Millionen Euro zu Buche schlug.

Auch in Linz, wo Frey Künstlerischer Leiter der LIVA (Linzer Veranstaltungsgesellschaft) ist, stand der deutsche Kulturmanager in den vergangenen Wochen im Schussfeld der Kritik. Das ist z.B. den „Salzburger Nachrichten“ zu entnehmen. „Seit der Veröffentlichung eines Kontrollamtsberichts der Stadt Linz über das Brucknerhaus soll sich der Druck auf ihn erhöht haben. Unter anderem ging es um die schlechte Auslastung, die zu wenig internationale Positionierung und die zu geringe Ansprache von jungem Publikum“, heißt es dort.

Von Catrin Steinbach

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