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Freigeister - Buddhistisches Zentrum Dresden öffnet am Sonntag seine Tür

Freigeister - Buddhistisches Zentrum Dresden öffnet am Sonntag seine Tür

Man muss kein Mönch sein, gelbes Tuch tragen und in völliger Askese leben. Buddhismus lässt sich auch lebensnah, angepasst an die deutsche Kultur praktizieren.

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Klarheit finden: Steffi Lenhard (Bildmitte vorn) meditiert im Buddhistischen Zentrum Dresden montags, mittwochs und donnerstags gemeinsam mit Gleichgesinnten.

Quelle: Christian Juppe

Die gemäßigte Karma-Kagyü-Tradition des tibetischen Buddhismus lebt das Buddhistische Zentrum Dresden in der Neustadt. In einer Vier-Personen-WG in einem Altbau an der Bautzner Straße hat es seit 14 Jahren seinen Sitz. In einem großen, hellen Wohnraum mit Sitzkissen und einem kleinen Altar treffen sich hier regelmäßig Dresdner zum gemeinsamen Meditieren.

Steffi Lenhard gehört zu den vier Bewohnern des Buddhistischen Zentrums und gibt ehrenamtlich die asiatische Lehrtradition weiter. "Wir sind keine hauptberuflichen Buddhisten, sondern gehen arbeiten und haben Familien", erklärt die 39-Jährige, die als technische Assistentin beim Max-Planck-Institut arbeitet. Schon lange hat sie den Buddhismus als Lebensstrategie für sich entdeckt, seit drei Jahren wohnt Steffi Lenhard im Buddhistischen Zentrum. Durch den Buddhismus sei ihr bewusst geworden, dass es mehr gibt, als schaffe, schaffe, Häusle baue, Steuer zahle, sterbe.

"Im Buddhismus gibt es keinen äußeren Gott, sondern Freiheit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sind die Grundlage", erklärt sie. "Wir selbst betrachten das nicht als Religion, sondern als Wissenschaft vom Geist." Beim Meditieren als Weg zum inneren Gleichgewicht geht es darum, sich von quälenden und unnötigen Gedanken zu lösen. "Man versucht, auf den Geist selbst zu schauen", formuliert es Steffi Lenhard. Dadurch entstehe Klarheit von selbst.

Praktisch helfen Meditationen gut zur Stressbewältigung, um Zorn aufzulösen. Man werde innerlich stabiler. "Sich aus der Hektik rausnehmen und meditieren, das mache ich jeden Tag." Heißt das, dass sich Buddhisten nie streiten? "Nein", antwortet Steffi Lenhard und lacht. "Streit ist ja nichts Negatives. Aber wir haben Mittel, damit umzugehen."

Besondere Einschränkungen haben sich die Neustadt-Buddhisten nicht auferlegt. Weder muss man Vegetarier sein, noch auf bestimmte Genussmittel verzichten. Aber psychoaktive Drogen sind tabu. Allein schon deshalb, weil sie für einen klaren Geist kontraproduktiv seien, erklärt Steffi Lenhard. Um diesen zu schulen, lädt das Zentrum montags und mittwochs um 19.30 Uhr sowie donnerstags um 20.30 Uhr zu öffentlichen Meditationen ein. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Der 21. September steht unter dem Titel "Buddha in Deutschland" - Hundert buddhistische Meditations- und Studienzentren bundesweit öffnen am Sonntag ihre Türen. An der Bautzner Straße 14 in Dresden können Interessierte ab 12 Uhr bei Kaffee und Kuchen mit den Zentrumsmachern ins Gespräch kommen, Kurzvorträgen zuhören und an geleiteten Meditationen teilnehmen. Zum Abschluss gibt es um 19 Uhr einen Vortrag von einem erfahrenen Buddhisten. In Dresden gibt es nur eine Handvoll buddhistischer Zentren, in der Neustadt zum Beispiel eines auf der Louisenstraße, das die koreanische Kwan Um Zen-Richtung praktiziert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2014

Madeleine Arndt

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