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Frauen aus Dresden landen wegen Schlankheitspillen vor Gericht

Strafverfahren Frauen aus Dresden landen wegen Schlankheitspillen vor Gericht

Das streben nach einer schlanken Figur hat sich für zwei Dresdnerinnen als dicke Strafsache erwiesen. Wegen teurer Schlankheitspräparate landeten die Frauen jetzt vor dem Amtsgericht.

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Statt schlanker Figur, dicke Strafe.

Quelle: dpa

Dresden. Die Angeklagte steckte 2014 nach eigener Aussage in einer Lebenskrise. Sie hatte keine Arbeit, lebte von ALG II, hatte „Mist“ gebaut, war zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden und insgesamt überfordert. „Ich wollte ein neues Leben anfangen“, sagte Karina L. am Dienstag im Amtsgericht. Das ist lobenswert, nur erstreckte sich der Neubeginn für die Angeklagte zuallererst auf eine tolle Figur. Sie hatte nichts auf dem Konto und Mühe ihr Leben zu bestreiten, orderte aber bei einem Schweizer Versandhandel Schlankheitspräparate für 130 Euro. „Ich wog 120 Kilo und habe mich nicht mehr wohl gefühlt“, begründete sie die Bestellung.“ Das mag ja stimmen, aber was sie tat, war Betrug und deshalb stand sie vor Gericht. Karina L. war Pleite und wusste genau, dass sie die Summe nie zahlen kann. Trotzdem bestellte sie die Pillen. Auf Mahnungen reagierte sie nicht, so hat sich der Betrag mittlerweile auf 287 Euro erhöht. Der Start in ein neues Leben ging völlig nach hinten los. „Das war typische Vogel-Strauß- Mentalität. Ich dachte, wenn ich die nicht sehe, sehen die mich auch nicht.“

Nachdem Motto hatte sie schon früher agiert. Die 53-Jährige hatte sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, aber 2011 dem Jobcenter aus Geldnot nicht mitgeteilt, dass ihre Tochter ausgezogen war. Sie kassierte deshalb zuviel Geld und wurde 2013 zu einer eine Bewährungsstrafe verurteilt. Weil sie die Auflagen, Arbeitsstunden beziehungsweise Geldauflagen, nicht erfüllte, wurde die Bewährung widerrufen. Die neun Monate sitzt sie derzeit ab. Eine Zweidrittelstrafe, also eine vorzeitige Entlassung, hat sie abgelehnt. „Ich habe Mist gebaut und muss büßen. Ich will das absitzen und dann in einer anderen Stadt ganz von vorn anfangen.“ Hoffentlich denkt sie daran, dass ein Neustart nicht zuallererst mit Schlankheitsmittel funktioniert. Richterin Annegret Lissel verurteilte sie zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem wurde ihr ein Bewährungshelfer zugeteilt, der sich um sie kümmert.

Die Schlankheitspillen waren übrigens ein teurer Fehlgriff.„Die haben nichts gebracht, ich wurde immer dicker.“

Auch Angelika T. hatte finanzielle Probleme und auch sie versuchte diese mit Schlankheitsmitteln zu lösen. Sie stand am gleichen Tag wegen Diebstahls vor der selben Richterin. Eigentlich wollte die Angeklagte in einer Apotheke Paracetamol kaufen. Dann bemerkte sie in einem Regal Sättigungskapseln und packte vier Packungen für 160 Euro in ihre Tasche. „Ich wollte schon immer abnehmen“, begründete sie die Tat. Wer will das nicht? Als ein Mitarbeiter dies bemerkte, legte sie die Packungen zwar zurück, kam aber um eine Anzeige nicht drumrum. Auch sie kassierte eine Bewährungsstrafe.

Beide Frauen präsentierten sich am Dienstag zwar nicht gertenschlank, aber auch nicht sehr übergewichtig.

Von Monika Löffler

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