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Frank Schöbel machte auf Jubiläumstour mit Chris Doerk und Tom Pauls Station im Schlachthof in Dresden

Frank Schöbel machte auf Jubiläumstour mit Chris Doerk und Tom Pauls Station im Schlachthof in Dresden

Wer kann heute schon noch auf ein 50-jähriges Arbeitsleben zurückblicken? Frank Schöbel kann. Ein halbes Jahrhundert lang steht der wohl einzige echte DDR-Schlagerstar nun schon auf der Bühne und freute sich über seine "Goldene Hochzeit mit dem Publikum".

Beim Blick auf seine Fans im vollen Schlachthof, wo er auf seiner Jubiläumstournee Station machte, wird man den Eindruck nicht los, dass nicht alle diese Ehe ganz so munter überstanden haben wie der Mann auf der Bühne. Der feiert in wenigen Wochen seinen 70. Geburtstag, auch wenn es nicht danach aussieht. Sein Musikerleben war offenbar ein Jungbrunnen.

Aus seiner künstlerischen Urzeit stammen auch einige der Lieder, die er gleich eingangs zum Besten gab, darunter "Looky Looky" und der "Party-Twist", immerhin von 1964. Da gingen die Rhythmusklatscher schon ordentlich ab, viele hatten die Texte in- und auswendig drauf. Im Hintergrund liefen Bilder aus jungen Jahren. Schöbel erzählte dazu musikalisch aus seinem Leben. Tom Pauls sorgte zwischen den Titeln mit Sketchen für Erheiterung und schlüpfte in verschiedene Rollen - mal Papst, mal Polizist. Ilse Bähnert erinnerte an die Kindheit von "ihrem Frank-Lothar", wie Schöbel mit vollem Namen heißt, und sagte über seine ersten Jahre: "Er blägte, das macht er bis heute nicht anders!"

Nein, Schöbel schmetterte seine alten Gassenhauer, für die mitunter mangelnde akustische Abstimmung im Saal konnte er nichts. Um ihn herum seine sechsköpfige Band und vier Tänzerinnen, die locker seine Enkelinnen sein könnten. Und nicht zu vergessen: Chris Doerk, die sich nach einer guten halben Stunde erstmals auf die Bühne wagte. Beide galten einst privat wie musikalisch als Traumpaar des DDR-Schlagers. Nun, 38 Jahre nach ihrer Trennung, lächeln und singen sie wieder zusammen, so auch das Duett "Links von mir, rechts von mir".

Die Orientierung verlor Schöbel zu keinem Zeitpunkt, obwohl er sich stilistisch hin und wieder auf Abwege begab. "Die Sprache der Liebe ist leis'" in einer Version, die verdächtig nach Rammstein klang, war nichts für schwache Nerven, auch nicht, als im Hintergrund die Feuerfontäne nach oben stieg. Bei der elektronisch angehauchten 2012er-Version von "Wie ein Stern" war der Kulturschock perfekt, doch mit "Wir brauchen keine Lügen mehr" fing Schöbel sein Publikum wieder ein.

Anschließend durfte auch Chris Doerk, mit der sich Schöbel heute "wie Bruder und Schwester" versteht, zwei Songs ihrer neuen Platte präsentieren. "Du bleibst ein Teil meines Lebens" sangen dann beide, ehe sich "Fränkiboy" auf eine Reise "vom Nordpol zum Südpol" begab. So eisig ging es aber bei weitem nicht zu. Für sein begeistertes Publikum war es eher noch mal ein "Heißer Sommer".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.10.2012

Stefan Schramm

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