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Fotoschau zeigt die Neustadt 1990 und 2010

Dresdner Stadtviertel gestern und heute Fotoschau zeigt die Neustadt 1990 und 2010

„Als 1989 die politische Wende kam, war mir klar, dass sich alles schnell verändern wird“, sagt Joachim Schuster. Mit seiner „Exa“-Kamera zog er los und dokumentierte 1990 den Zustand der Dresdner Neustadt. „Gruselig, verdreckt, marode, morbide war es damals hier“, so Schuster. Einige seiner Fotos sind jetzt in einer kleinen Ausstellung im Ortsamt Neustadt zu sehen.

Innenhof Sebnitzer/Görlitzer Straße in der Dresdner Neustadt

Quelle: Joachim Schuster

Dresden. „Als 1989 die politische Wende kam, war mir klar, dass sich alles schnell verändern wird“, sagt Joachim Schuster. Mit seiner „Exa“-Kamera zog er los und dokumentierte 1990 den Zustand der Dresdner Neustadt. „Gruselig, verdreckt, marode, morbide war es damals hier“, so Schuster. 25 Farb-Dias machte er von verfallenen Häusern, vermüllten Innenhöfen. „Wissen Sie, warum die Görlitzer Straße damals im Volksmund Görlitzer Allee genannt wurde? Weil aus unzähligen Häusern Bäume aus den Dächern wuchsen!“

Wer das so nicht erlebt hat, kann es sich heute kaum noch vorstellen. Zum Glück blieb der Großteil der Altbausubstanz erhalten, wurde in den vergangenen 25 Jahren zum Teil aufwändig saniert. Nicht wenige sehen das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn mit der Sanierung setzte auch ein sozialökonomischer Strukturwandel des Viertels ein und die Befürchtung wurde laut, dass das bunte, unkonventionelle Flair, was das Szeneviertel Neustadt so anziehend macht, verloren geht.

„Man sollte die Vergangenheit kennen“, findet Ortsamtsleiter André Barth. Deshalb war er sofort begeistert von der Idee, Räumlichkeiten des Ortsamtes an der Hoyerswerdaer Straße für eine kleine Ausstellung mit Fotografien von Joachim Schuster zur Verfügung zu stellen. Zehn großformatige Fotos sind dort ab sofort bis zum 13. Mai zu sehen, dazu passende Texte von Uwe Tellkamp und Kunsthistoriker Dieter Hofmann. „Die Fotos erzählen Geschichten und werden für alteingesessene Neustädter Erinnerungen wach rufen“, ist sich André Barth sicher.

Hobbyfotograf Joachim Schuster hat seine Fotografien übrigens kürzlich in einem Buch veröffentlicht. Den Neustadt-Fotos von 1990 stellte er Aufnahmen gegenüber, die er 2010 vom gleichen Standort aus mit dem gleichen Blickwinkel wie damals machte. Anlass war, dass seine Tochter in die Neustadt zog. Obwohl er selbst nicht dort wohnt, hat Joachim Schuster das Stadtviertel offensichtlich ins Herz geschlossen. Ehrenamtlich baute er das Archiv der BRN (Bunte Republik Neustadt) mit auf, für das mehrere Fotografen Bilder lieferten und in dem Neustadt-Geschichten gesammelt werden.

Zudem ist der Hobbyfotograf, der bis zur Wende als Chemiker in Rossendorf gearbeitet hat und sich bis zur Rente 2008 mit der Altlastensanierung befasste, wieder mit der Kamera in der Neustadt unterwegs. „Mich faszinieren die alten Häuser, die Baustile, die Ausmalungen der Treppenhäuser…“, schwärmt er. Demnächst möchte er deshalb wieder ein Fotobuch herausbringen. Es soll aber auch Menschen aus dem Stadtteil in den Blickpunkt rücken. 230 Seiten habe er schon zusammen. Viel mehr will Joachim Schuster über sein neues Projekt aber noch nicht verraten.

Die Ausstellung „Die Neustadt damals und heute“ kann bis 13. Mai 2016 im Ortsamt Neustadt, Hoyerswerdaer Straße 3, besucht werden, geöffnet ist montags und freitags von 8 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Joachim Schusters Buch zum Thema heißt „20 Jahre danach. Die Dresdner Neustadt 1990 – 2010“ ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-00-049980-7, Preis 22 Euro.

Von Catrin Steinbach

Dresden, Hoyerswerdaer Straße 3 51.0598704 13.7524362
Dresden, Hoyerswerdaer Straße 3
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