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Forscher präsentiert in Dresden die Wunderwaffe der Stasi

DDR-Alleingang Forscher präsentiert in Dresden die Wunderwaffe der Stasi

Kurz vor dem Zusammenbruch kam Stasi-Chef Erich Mielke in der DDR noch auf eine besondere Idee: Ein selbstentwickeltes Scharfschützengewehr sollte Importe überflüssig machen. Wie es dabei zuging, stellt der Forscher Patrick Hoffmann am Donnerstag in Dresden vor.

So sah das Scharfschützengewehr SSG 82 aus, das aber von der Wende überholt worden ist.

Quelle: Archiv Patrick Hoffmann

Dresden. Kurz vor dem Zusammenbruch kam Stasi-Chef Erich Mielke in der DDR noch auf eine besondere Idee: Ein selbstentwickeltes Scharfschützengewehr sollte Importe überflüssig machen. Wie es dabei zuging, stellt der Forscher Patrick Hoffmann am Donnerstag in der Außenstelle der Stasi-Aktenbehörde in Dresden vor. „Es war etwas besonderes für die DDR, solch eine eigene Waffenproduktion aufzulegen“, erklärte Hoffmann. Als Sportschütze ist er an der Materie interessiert. „Das besondere an der Waffe ist, dass es bis heute nur sehr wenige Details gibt zur Herkunft, Herstellung und Verbreitung, das meiste ist Hörensagen.“

Als die DDR-Bürger Ende 1989 die Stasi-Dienststellen stürmten, stießen sie neben allerlei Akten auch auf zahlreiche Schusswaffen. Darunter fand sich auch eine Eigenentwicklung der Staatssicherheit, das Scharfschützengewehr 82 (SSG 82). Seit 1981 war daran gewerkelt worden. Stasi-Chef Erich Mielke hatte den Befehl gegeben, speziell für das Ministerium für Staatssicherheit und dessen spezifischen Belange eine Waffe zu entwickeln. Vor allem für den Fall von Geiselnahmen oder die Bekämpfung terroristischer Akte war die Waffe gedacht.

Zudem sollte das SSG 82 bei der Objektsicherung eingesetzt werden, um auf einer Entfernung zwischen100 bis 300 Metern diverse Ziele bekämpfen zu können. Von der Distanzwaffe waren die Ingenieure derart überzeugt, dass in der eigens dafür angefertigten Werbebroschüre damit geprahlt worden war, von nun an den Import von Scharfschützengewehren einstellen zu können.

Bis 1989 produzierte die federführende Abteilung Bewaffnung und Chemischer Dienst (BCD) rund 1900 Gewehre. Wer wusste über die Entwicklung Bescheid? Welche Rolle spielte die NVA? Was passierte nach 1990 mit den Waffen? Diese und weitere Fragen wird Hoffmann am Donnerstag klären. Über einen Einsatz der Waffe liegen Hoffmann keine Informationen vor. „Dies liegt vor allem daran, dass die Waffe produziert wurde, aber der größte Teil zur Wende noch in den Waffenlagern war, ohne jemals ausgegeben wurden zu sein.“

Ingolf Pleil

Patrick Hoffmann. „Die Wunderwaffe der Stasi“, Donnerstag, 28. Januar, 18 Uhr, BStU-Außenstelle Dresden, Riesaer Straße 7, ab 16.30 Uhr bietet die Außenstelle wie jeden letzten Donnerstag im Monat eine Archivführung an.

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