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Forscher besorgt: Zu wenig Mädchen studieren Physik

Forscher besorgt: Zu wenig Mädchen studieren Physik

Für eine bessere fachliche Ausbildung der Physiklehrer und mehr Mädchenförderung in Richtung Natuwissenschaften an den Schulen hat sich die "Deutsche Physikalische Gesellschaft" (DPG) gestern auf ihrer Frühjahrstagung in Dresden ausgesprochen.

Die Experten verwiesen auf den starken Forscher-Bedarf der Wirtschaft und der Institute. "Die Arbeitsmarktchancen für Physiker sind sehr gut", betonte René Matzdorf vom DPG-Vorstand. Arbeitslosigkeit gebe es in diesem Beruf so gut wie keine.

Anlass zur Sorge gibt allerdings laut einer DPG-Studie der Physikunterricht an den Schulen: Einerseits bedürfe es einer besseren fachlichen Qualifikation von Physiklehrer während des Lehramtsstudiums, die nicht nur zu Physikern zweiter Klasse ausgebildet werden dürften.

Andererseits habe eine deutschlandweite Untersuchung ergeben, dass lediglich eine Minderheit von 44 Prozent der Gymnasiasten in der Sekundarstufe I (10. Klasse) einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt wählen (soweit sie in jeweiligen Bundesland eine Abwahlmöglichkeit haben) nur elf Prozent lassen sich letztlich in Physik prüfen. Unter den Mädchen ist es sogar nur jede Dritte, die sich am Gymnasium naturwissenschaftlich profiliert. Die DPG fordert daher eine stärkere naturwissenschaftliche Mädchenförderung an den Schulen, um das Potenzial einer starken weiblichen Forschergemeinde in Deutschland nicht zu verschenken.

Speziell in Sachsen hat Physik aber einen recht hohen Stellenwert - sowohl in der Schule wie auch gesamtgesellschaftlich. So ist Physik an den sächsischen Gymnasien Pflichtfach und kann nicht mehr abgewählt werde. Und die TU Dresden gehört inzwischen zu den führenden Schmieden von besonders hochqualifizierten Physikern, die ihr Studium bis zum Doktortitel (Promotion) weiterführen: Mit rund 70 Physikpromotionen pro Jahr pro Jahr liegt Dresden auf dem dritten Rang hinter Heidelberg und München.

Die naturwissenschaftlich-technischen Stärken des Forschungs- und Hightech-Standortes Dresden waren auch ein Grund, warum die DPG hier derzeit ihre Frühjahrstagung für kondensierte Materie abhält - mit 5500 Teilnehmern aus 39 Ländern die größte Physikertagung Europas und eine der größten weltweit. Die Forscher tauschen sich hier bis zum 4. April über aktuelle Forschungstrends aus. Dazu gehört beispielsweise das Wundermaterial Graphen, das aus winzigen Kohlenstoff-Atomnetzen besteht und von dem man sich beispielsweise neuartige Quantenmaterialien, superschnelle Computer und bessere Bildschirme für Smartphones verspricht.

Andere Themen sind zum Beispiel Monsterwellen, die sich manchmal auf den Ozeanen wie aus dem Nichts aufschaukeln und ganze Schiffe verschlingen. Viele Physiker vermuten, dass dem ähnliche Spontanereignisse wie etwa bei Börsen-Crashs zu Grunde liegen. Auch die Grundlagenforschungen an neuer Nanoelektronik, Supermagneten, Spintronik-Chips und Laser-LEDs stehen zur Diskussion.

Begleitend zum Fachprogramm gibt es auch Angebote für interessierte Laien: Heute Abend, 20 Uhr, hält Prof. Markus Rothacher aus Zürich im Audimax des TU-Hörsaalzentrums, Bergstraße 64, einen öffentlichen Abendvortrag "GPS ist mehr als Navigation - die Vermessung des Systems Erde mit Millimetergenauigkeit". Der Eintritt ist gratis. Am selben Ort werden laden morgen, 20 Uhr, sechs Physiker die Dresdner zu einem fluffigen "Einstein-Slam" ein: In Zehn-Minuten-Performances müssen sie ein Physikthema allgemein verständlich und unterhaltsam vortragen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.04.2014

Heiko Weckbrodt

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