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Forscher auf Zeit - Industrie im Raum Dresden setzt immer stärker auf hochqualifizierte Leiharbeiter

Forscher auf Zeit - Industrie im Raum Dresden setzt immer stärker auf hochqualifizierte Leiharbeiter

Hochtechnologie-Unternehmen setzen in wachsendem Maße hochqualifizierte Leiharbeiter ein, um Entwicklungsprojekte voranzutreiben. Das geht aus einer Analyse der Zeitarbeitsfirma DIS für die Region Dresden hervor.

Generell sei die Industrie-Nachfrage derzeit groß. Auch daher fällt das Job-Wachstum im Leiharbeiter-Segment stärker aus als im klassischen Arbeitsmarkt.

"In vielen Branchen, etwa in der Forschung und Entwicklung sowie in der Mikroelektronik, wird projektbezogen hoch spezialisiertes Know-how benötigt", erklärt sich der Dresdner DIS-Niederlassungsleiter Heiko Fronert die starke Nachfrage für Ingenieure, Techniker und andere Akademiker auf Zeit. Entsprechend ist mittlerweile jeder Dritte der rund 750 DIS-Leiharbeiter in Dresden ein Hochqualifizierter - vor wenigen Jahren lag dieser Anteil erst bei acht Prozent.

Die größte Nachfrage aus der Industrie im Großraum Dresden gebe es derzeit für Fertigungsingenieure, Techniker und Mechatroniker, heißt es in der DIS-Auswertung. Vor allem Unternehmen aus der Biotechnologie, der Halbleiter-Branche sowie informationstechnologische Firmen seien sehr an qualifizierten Zeitarbeitern interessiert.

Der Trend hin zu "flexiblen Beschäftigungsmodellen", wie es die DIS formuliert, ist indes deutungsfähig. Denn so praktisch es für die Unternehmen auch sein mag, Personal per Leiharbeit schnell auf- und abbauen zu können, so bedeutet dies doch auch, dass neue Jobs eher in der Zeitarbeit als in klassischen Arbeitsverhältnissen entstehen. Deren Zahl ist im Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Dresden seit dem Herbst 2009 nur leicht auf rund 635340 Beschäftigte gestiegen, während im gleichen Zeitraum die Zahl der Leiharbeiter um 31 Prozent auf etwa 21000 zulegte. Und Treiber für dieses Beschäftigungsmodell ist wiederum die Industrie. Denn unter allen sozialversichungspflichtig Beschäftigten machen die Industriearbeiter und -Ingenieure etwa 37,3 Prozent aus, in der Zeitarbeiter-Branche hingegen liegt dieser Anteil mit 46,9 Prozent deutlich höher.

Generell sei der Industriesektor in und um Dresden vor allem im Maschinen- und Anlagenbau, im Druckwesen und in der Mikroelektronik gut aufgestellt, schätzte die DIS ein. "In den vergangenen Jahren haben sich aber auch immer mehr Unternehmen aus der Biotechnologie sowie der Forschung und Entwicklung angesiedelt." Gründe hierfür seien neben der aktiven Neuansiedlungspolitik vor allem umfangreiche Förderprogramme und die gute regionale Verfügbarkeit von Fachkräften.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2013

hw

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