Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Flutschutz in Laubegast: "Niemand will so eine Mauer bauen!"

Flutschutz in Laubegast: "Niemand will so eine Mauer bauen!"

Der Flutschutz stellt die Laubegaster vor eine wahre Geduldsprobe. Die Bewohner warten auf einen sinnvollen Schutz, der das hübsche Ufer nicht entstellt. Die Behörden kommen einfach nicht voran.

Voriger Artikel
Wohngemeinschaften werden bei Jung und Alt immer beliebter
Nächster Artikel
Bieterverfahren für Immobilien aus Bestand der Infinus-Gruppe beginnt

Jens Seifert, Abteilungsleiter "Umweltschutz" des Dresdner Umweltamtes, hat den Beteiligungsprozess "Leben mit dem Fluss" begleitet. Er weiß: "Die Stadt hatte niemals vor, am Laubegaster Ufer eine riesige Flutschutzmauer zu errichten."

Quelle: N. Neumann

Jens Seifert ist Abteilungsleiter des kommunalen Umweltschutzes im Dresdner Umweltamt. Er versucht zu erklären, warum es so lange dauert, das Laubegaster Ufer mit einem vernünftigen Hochwasserschutz auszustatten.

DNN: Inzwischen sind seit dem Abschluss des Bürgerbeteiligungsprozesses "Leben mit dem Fluss" drei Jahre vergangen. Bürger aus Laubegast, Stadt und Land sollten dabei nach einem Konsens zum Hochwasser-schutz für den Stadtteil suchen. Viel ist danach nicht passiert. Noch immer warten die Laubegaster auf einen Flutschutz. Hat der Bürgerbeteiligungsprozess überhaupt seinen Zweck erfüllt?

Jens Seifert: Schon nach dem Hochwasser 2002 wussten wir, dass in Laubegast irgendetwas in Sachen Hochwasserschutz passieren musste und das mit den Bürgern diskutiert. Über die Ergebnisse hatten wir dann das Land informiert. Weil danach aber lange nichts passierte, ist bei einigen Anwohnern der Eindruck entstanden, die Stadt oder das Land wollten eine riesige Hochwasserschutzmauer ans Laubegaster Ufer setzen. Fakt ist aber, dass von unserer Seite niemand jemals vorhatte, dort eine solche Mauer zu bauen. Die Rede war nur von einer kleinen Mauer mit mobilen Flutschutzwänden. Deshalb war auch der Bürgerbeteiligungsprozess wichtig, damit die Laubegaster und wir wieder Vertrauen zueinander gewinnen und sich das Gefühl entwickelt, die Sache gemeinsam voranbringen zu können.

Die Ergebnisse des Prozesses liegen seit fast drei Jahren auf dem Tisch. Bisher hat die Stadt die Vorschläge, die für das Laubegaster Ufer daraus hervorgingen, aber nicht geprüft.

Das hat vor allem rechtliche Gründe. Der Bürgerbeteiligungsprozess hat ergeben, dass für den landschaftsverträglichen Schutz des Laubegaster Ufers nur eine Anlage mit besonders vielen mobilen Elementen akzeptabel scheint. Im Wassergesetz war die Zuständigkeit für solche Elemente bisher nicht eindeutig geklärt. Das heißt, es war nicht eindeutig klar, wer die mobilen Wände im Hochwasserfall aufbaut oder sie in Ordnung hält. Deshalb hatte der Freistaat den Beginn der Maßnahmen zunächst gestoppt. Im vergangenen Jahr hat das Land dann diese Zuständigkeiten im Wassergesetz eindeutig geregelt.

Heißt das, nun kann endlich etwas am Laubegaster Ufer passieren?

So schnell geht das leider nicht. Die neuen Regelungen müssen jetzt praktisch untersetzt werden. Die Abstimmungen mit der Landestalsperrenverwaltung sind noch nicht abgeschlossen. Das wird noch ein Stück dauern. Sobald das geklärt ist, wollen wir die Laubegaster zum erreichten Stand informieren und schnellstmöglich an dem Punkt weitermachen, wo wir im Sommer 2012 waren. Das heißt, für die bereits mit dem Laubegastern abgestimmte Aufgabenstellung ein geeignetes Planungsbüro finden. Wir wollen alles dafür tun, dass 2015 die Planungen richtig losgehen.

Wie könnte ein moderater Flutschutz am Laubegaster Ufer aus Ihrer Sicht denn aussehen?

So eine Prognose aus der Kalten heraus abzugeben, ist schwierig. Bisher gibt es viele mögliche Ansätze zwischen "gar nichts tun", einer Schutzanlage am Laubegaster Ufer oder einer Verteidigungslinie, beispielsweise an der Österreicher Straße. Da müssen wir mit den Laubegastern noch eine ganze Menge diskutieren, wenn uns das Planungsbüro die harten Fakten aufbereitet hat. Klar ist, wir wollen einen Ansatz für den Hochwasserschutz an dieser Stelle finden, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Die befürchtete Flutschutzmauer wäre sicher nicht die richtige Lösung.

Können Sie verstehen, dass sich die Laubegaster inzwischen, drei Jahre nach Abschluss des Beteiligungsprozesses, von den Behörden im Stich gelassen fühlen?

Natürlich finde ich es bedauerlich, dass wir nach dem intensiven Beteiligungsprozess gerade am Laubegaster Ufer keinen Schritt weiter sind. Dennoch muss man verstehen, dass die Klärung der Zuständigkeiten für die mobilen Elemente wichtig ist, wenn es darum geht, einen Stadtteil mit über 10 000 Einwohnern zu schützen. Und nicht zu vergessen: im Altelbarm sind wir im Zeitplan. Hier reichen wir gerade die Unterlagen zur Genehmigung beim Land ein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.04.2014

Susann Schädlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.