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Flutgeschädigte Sandstein-Treppe zur Dresdner Augustbrücke wird für 700.000 Euro saniert

Flutgeschädigte Sandstein-Treppe zur Dresdner Augustbrücke wird für 700.000 Euro saniert

Nach 103 Jahren war Schluss! Nicht, weil die Erneuerer der Augustusbrücke im Jahr 1910 Murks gemacht hätten - nein, die Flut im Frühsommer 2013 hat dem Aufgang zur Brücke neben dem Narrenhäusl den Rest gegeben.

"Stützmauern und Stufen müssen komplett saniert werden", fasst der Chef des Dresdner Straßen- und Tiefbauamtes, Reinhard Koettnitz, gegenüber DNN den Befund für die Sandsteintreppe zusammen und liefert damit den Grund dafür, dass sie solange gesperrt war.

Anderthalb Jahre später, im November 2014, rückte nun tatsächlich schweres Gerät an. Bis Ende Juli wird der Aufgang für insgesamt 700 000 Euro wieder instand gesetzt. "Seit Fertigstellung der Brücke 1910 dürfte an dieser Treppe niemand mehr Hand angelegt haben", erklärte Koettnitz auf die Frage, wie alt die Mauern sind. "Bis nach dem Krieg wird da nicht viel dran zu machen gewesen sein, und zu DDR-Zeiten war wohl eh nicht dran zu denken".

Die Stufen sind nicht alle hinüber. Deshalb lagern jene Sandsteinquader, die wieder verbaut werden sollen, fein säuberlich aufgereiht und sorgfältig nummeriert am Rand der Baustelle auf den Elbwiesen. Das Geld zur Treppenerneuerung, so Koettnitz, kommt aus dem Fluthilfefonds von Bund und Ländern.

Tunnel zuschütten oder sanieren?

Aus diesem Fonds sollen auch die Mittel für den Fußgängertunnel am Neustädter Markt fließen. Der war während der Flut vollgelaufen, ist seitdem ebenfalls gesperrt und inzwischen ein Zankapfel. Denn die Stadt sucht noch immer eine Antwort auf die Frage: sanieren oder zuschütten?

Am 22. Januar stehe die wieder auf dem Stadtratszettel, sagt Koettnitz und hofft, dass auch wirklich darüber geredet wird. Die Zeit drängt, der Fördertopf ist nicht mehr lange offen.

Bei der nächsten Flut wieder alles nass

"Für eine Sanierung sind im Prinzip 375 000 Euro bewilligt, die müssten nur noch ordentlich beantragt und abgerufen werden", erläutert Reinhard Koettnitz und beschreibt, was im Tunnel alles kaputt ist: Beleuchtung, Verkleidungen, ein Trafo für die Energieversorgung und die Pumpen, die das einlaufende Oberflächenwasser in die Kanalisation befördern. "Wir können den Tunnel reparieren. Aber wir bekommen nicht die ganze Technik so weit nach oben, dass die beim nächsten Hochwasser trocken bleibt", so der Amtschef. Heißt: Bei der nächsten Flut vom Kaliber der 2013er stünde wieder alles unter Wasser.

"Wir denken deshalb verstärkt in Richtung Verdämmen", fährt er fort. "Verdämmen" ist Fachjargon und heißt Zuschütten mit "spatenlöslichem Flüssigboden", der späteren Generationen offenhält, sich wieder anders zu entscheiden oder auch ermöglicht, mal ein Kabel durchzuziehen. Bei dieser Lösung müsste natürlich für Fußgänger ein neuer Überweg über die Große Meißner Straße gebaut werden.

"Allein die Querung mit neuer Ampelanlage und eventuell einer Verkehrsinsel in den Gleisanlagen kostet um die 120 000 Euro", rechnet Koettnitz vor. Um den Tunnel komplett zu schließen, müssten weitere fast 700 000 Euro aufgebracht werden. Die hat das Straßen- und Tiefbauamt schon mal (ohne die notwendige Feinplanung) aus dem Fluthilfefonds beantragt, auch wenn sich der Stadtrat noch nicht entschieden hat. Denn bis zur Jahresmitte müssen die Mittel aus dem Topf abgerufen sein.

Dritter Weg: Grünen-Vorlage

Der Stadtrat macht sich die Entscheidung auch deshalb schwer, weil seit Juni letzten Jahres eine Vorlage der Grünen mit einem dritten Weg liebäugelt: Die Hälfte auf der Blockhaus-Seite, die den Tunnel mit den Straßenbahnhaltestellen verbindet, solle verfüllt, die Hälfte auf der Narrenhäusl-Seite aber erhalten werden. Die eingesparten Mittel sollen die oberirdische Querung von der Augustusbrücke zur Hauptstraße finanzieren.

Bedenkt man, wie lange es gedauert hat, ehe die Stadt mit der Treppensanierung begonnen hat, und bedenkt man weiter, dass Ende 2017 alle Flutschäden repariert sein sollen, kann man verstehen, dass sich Amtsleiter Koettnitz am 22. Januar eine Entscheidung vom Stadtrat wünscht. Dann werde auch darüber zu befinden sein, ob und wo das Relief am Eingang zum Tunnel einen neuen Platz findet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.01.2015

Barbara Stock

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