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Flutdiskussion in Dresden-Loschwitz – Anwohner fühlten sich beim Hochwasser allein gelassen

Flutdiskussion in Dresden-Loschwitz – Anwohner fühlten sich beim Hochwasser allein gelassen

Mittlerweile acht Monate sind vergangenen, seit das Juni-Hochwasser der Elbe Dresden im Atem hielt. Am Montagabend wurden nun in Loschwitz die Ereignisse des vergangenen Sommers in einer Bürgerfragestunde ausgewertet.

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Quelle: Hauke Heuer

Ortsamtsleiterin Sylvia Günther, Branddirektor Peter Friedrich, Torsten Krug und Andreas Herbst von der Drewag sowie Frank Männig von der Stadtentwässerung stellten sich den Fragen der Anwohner.

Diskussionsbedarf gab es eine Menge. Viele der Anwesenden fühlten sich alleine gelassen, als ihnen das Wasser bis zum Hals stand. „Niemand hat uns vorher darüber informiert, wann das Wasser, Strom und Gas abgestellt wird“, sagte einer der Anwohner und fügte hinzu, „zwar hat das Umweltamt eine äußerst informative Karte mit allen Wasserständen und Informationen in das Internet gestellt, ohne Strom konnten wir diese jedoch nicht einsehen“.

Große Kritik gab es auch an der Sand- beziehungsweise Sandsackvergabe. Die Loschwitzer fühlen sich im Gegensatz zu Gebieten in der Innenstadt zu kurz gekommen. „Mein Sohn ist mit unseren eigenen Sandsäcken zum Ausgabeplatz Hansastraße gefahren. Doch hier gab es nur Sand für die Leipziger Straße“, erregte sich ein Anwohner der Friedrich-Wieck-Straße.

Ortsamtsleiterin Sylvia Günther, die während der Flut im Urlaub weilte und gegen ihren Willen nicht zurückbeordert wurde, versprach bei einem zukünftigen Hochwasser, das „sicher kommen wird“, vieles besser zu machen. So sollen bei kommenden Hochwasserereignissen eine zusätzliche Sandsackausgabe für Loschwitz eingerichtet und das Ortsamt rund um die Uhr besetzt werden. „Wenn wir von der Stadt nicht das nötige Personal bekommen, binden wir die Bürger mit ein“, versprach Günther.

Die Vertreter von Drewag und Stadtentwässerung zogen ebenfalls ihre Lehren aus dem Hochwasser und kündigten Änderungen an der Infrastruktur an. So sollen die Stromschaltkästen im gesamten vom Hochwasser betroffenen Stadtgebiet in höhere Straßenabschnitte verlegt werden, um Abschaltungen und Schäden an der Technik zu vermeiden. Die Stadtentwässerung will darüber hinaus einen Abwasserkanal, der die Elbe auf Höhe des Blauen Wunders quert und den linkselbischen Abfangkanal mit dem rechtselbischen verbindet, ertüchtigen und ausbauen. Konkrete Pläne für das umfangreiche Vorhaben gebe es jedoch noch nicht, so Frank Männig.

Eine recht unterhaltsame Anekdote aus der Flutwoche gab Branddirektor Friedrich zum Besten. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) wurde von Polizisten, die aus einem anderen Bundesland stammten, nicht zu ihrer Wohnung durchgelassen. Dabei bestand auf eine Entscheidung des Einsatzstabes hin, deren Leitung Orosz inne hatte, lediglich eine Evakuierungsempfehlung und keine Anordnung. „Der Polizeiführer hat hier auf eigene Faust eine Fehlentscheidung getroffen“, erklärte Friedrich das Verhalten der Beamten, über das sich viele Loschwitzer beschwerten.

Hauke Heuer

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