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Flüchtlinge im Zeltlager: Hilfsbereitschaft der Dresdner ist groß

Flüchtlinge im Zeltlager: Hilfsbereitschaft der Dresdner ist groß

„Nein“, sagt der Mann aus Aleppo in Syrien. Englisch verstehe er nicht und Deutsch schon gar nicht, deutet er mit Händen und Füßen an.

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Quelle: DNN

Gerade ist er mit seiner Tochter ein paar Meter aus dem Dresdner Zeltlager für Flüchtlinge herausspaziert. Vielleicht ging es ihm nur darum, für kurze Zeit etwas anderes zu sehen als Menschen, die dicht gedrängt in Zelten liegen oder die in langen Schlangen auf ihr Essen warten.

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Eindrücke vom späteren Abend

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Eine Verständigung mit Bewohnern des Flüchtlingscamps ist kaum möglich, nur die wenigsten verstehen ein paar Brocken Englisch. Hin und wieder kommen Passanten vorbei und sagen den Bewohnern aufmunternde Worte. Manchmal reichen auch Gesten.

 Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite gibt es im Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes eine Anlaufstelle für konkrete Hilfe. Seit Tagen liefern hier Dresdner Bürger Sachspenden ab, vorwiegend Kleidung. Das Netzwerk „Dresden für Alle“ sammelt die Dinge ein, sortiert sie und gibt sie dann an einer Verteilstation im Zeltlager aus. Dutzende Freiwillige sind jeden Tag damit beschäftigt. Anne L. ist an diesem Tag das erst Mal gekommen und sortiert Schuhe nach Größe. „Ich bin überrascht von der Hilfsbereitschaft der Leute. Die meisten bringen Dinge vorbei, die wir wirklich brauchen“, sagt die junge Frau. 

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Eindrücke von der Zeltstadt für Flüchtlinge an der Bremer Straße in Dresden.

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Nur manchmal wünscht sich Anne L. etwas mehr Nachdenken: „Bei uns wurden auch Miniröcke abgeliefert. Die können Frauen aus islamischen Ländern aber nicht tragen.“ Ein paar Bekleidungsstücke werden für die Tonne aussortiert. „Mit kaputten Sachen können wir nichts anfangen“, sie und fischt eine Sandale heraus, bei der schon ein Riemchen abgerissen ist. „Wer etwas vorbeibringen möchte, sollte sich vorher fragen, ob er das auch selber noch tragen würde.“ Auch ein wenig kulturelles Verständnis für die Betroffenen wäre wünschenswert. Jetzt, wo es nachts und selbst an manchen Tagen schon wieder kälter werde, würden schon wärmere Sachen benötigt.  „Wir machen weit mehr als Spenden einsammeln“, sagt Eric Hattke, der Sprecher des Netzwerkes „Dresden für Alle“. Schon seit Monaten ist der Student auf Achse, um sich für Flüchtlinge einzusetzen. Als die islamkritische Pegida-Bewegung erstarkte, gründete Hattke mit anderen das Netzwerk „Dresden für Alle“. Anfangs hat er wohl nicht geglaubt, dass dies ein Vollzeitjob für lange Zeit werden könnte. „Was hier geleistet wird, ist eine Gemeinschaftsaufgabe vieler Akteure“, meint er. Ohne die vielen Menschen, die hier ehrenamtlich arbeiten, wäre das ganze Zeltlager nicht möglich.

Selbst Milch für die Babys habe man organisiert.  Gleich nach Ankunft der ersten Flüchtlinge hat das Netzwerk über Facebook und die Medien nach Dolmetschern gesucht. Mehr als 50 Übersetzer meldeten sich bislang, berichtet Hattke voller Stolz. „Die reden mit den Menschen in ihrer Muttersprache, das ist unersetzbar. Das verhindert, dass die Situation innerhalb des Lagers unkontrollierbar wird.“ Hattke sieht die Politik in der Pflicht. Kein Politiker sollte mehr auf die Idee kommen, dass Zeltlager eine gute Lösung sind. Das hatte allerdings auch Sachsens Innenstaatssekretär Michael Wilhelm (CDU) bereits am Freitag eingeräumt: „Zeltstädte können keine Dauerlösung sein“, sagte der Politiker.

dpa

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