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Flüchtlinge haben erst 2025 Chance auf Jobs

Arbeitsmarkt Flüchtlinge haben erst 2025 Chance auf Jobs

Fünf bis zehn Jahre wird es voraussichtlich dauern, bis die allermeisten Flüchtlinge in Dresden reelle Vermittlungs-Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Da hat der Dresdner Arbeitsagenturdirektor Thomas Wünsche eingeschätzt.

Fünf bis zehn Jahre wird es voraussichtlich dauern, bis die allermeisten Flüchtlinge in Dresden reelle Vermittlungs-Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Quelle: dpa

Dresden. Hatten einige Wirtschaftspolitiker und -Weise im vergangenen Jahr gemutmaßt, der Flüchtlingszustrom nach Deutschland könnte ab 2016 auf dem Arbeitsmarkt wirken, vielleicht gar den Fachkräftemangel mindern, so hat sich dies als Irrtum herausgestellt – zumindest im Raum Dresden. „Wir brauchen dafür einen langen Atem“, zog der Dresdner Arbeitsagentur-Chef Thomas Wünsche am Dienstag auf einem „Fachtag Zuwanderung“ in Dresden ein erstes Zwischenfazit der Integrationsbemühungen.

Fünf bis zehn Jahre werde es wohl dauern, bis die meisten Flüchtlinge soweit seien, dass sie gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. „Natürlich gibt es auch jetzt schon einige Vermittlungserfolge“, sagte Thomas Wünsche. Doch sehe man von den Syrern ab, seien nur wenige Asylbewerber so gut qualifiziert und sprachkundig, dass sie hier gleich an ihre früheren Berufe anknüpfen können.

„Nur der kleinere Teil jener Menschen, die seit dem vergangenen Jahr als Flüchtlinge hier eingetroffen sind, spricht Deutsch,“ schätzte der Agenturchef ein. Auch von den anerkannten Asylbewerbern haben 70 Prozent keinerlei Deutsch-Kenntnisse, ergänzte Jobcenter-Chef Jan Pratzka. Wer sich aber mit einem potenziellen Arbeitgeber nicht verständigen könne, habe auch kaum Chancen, eine halbwegs gut dotierte Tätigkeit zu finden.

Deshalb konzentrieren Arbeitsagentur, Job-Center und die Stadt ihre Integrationsbemühungen nun darauf, den Ankömmlingen Deutschkurse zu vermitteln, Allgemeinbildungs-Lücken zu schließen und Fachabschlüsse nach deutschen Standards zu ermöglichen. Agentur und Jobcenter haben die ersten arabischsprechenden Mitarbeiter fest angeheuert. Insgesamt stellen sie 33 befristete und unbefristete Beschäftigte zusätzlich ein.

Insgesamt leben in Dresden 4049 Flüchtlinge, die als „erwerbsfähig“ gelten. Die meisten sind Syrer (1692 Erwerbsfähige), gefolgt von Russen (470), Ukrainern (378), Irakern (338) und Afghanen (307). Einen vollwertigen Job bekommen haben bisher 328 Flüchtlinge. Davon wurden 112 als Helfer, 93 als Fachkraft und 123 als Akademiker eingestuft. „Helfertätigkeiten haben wir aber nicht mehr in Größenordnungen“, betonte Jobcenter-Chef Pratzka. Daher seien sprachliche und berufliche Weiterbildung der wohl erfolgversprechendste Ansatz.

Dabei kümmert sich die Agentur um Asylbewerber, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, und das Jobcenter um bereits anerkannte Flüchtlinge – die nun aber erst mal lernen müssen, im deutschen Bürokratie-Dschungel klar zu kommen, beispielsweise Stütze-Anträge auszufüllen. Was dies für Papierkriege in einer fremden Sprache nach sich zieht, hat sich unter den Ankömmlingen schon herumgesprochen. Auf die Frage von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an Flüchtlinge in einem Sprachkurs, was denn „typisch deutsch“ sei, gab ein Syrer eine klare Antwort: „Bier und Papier“.

Von Heiko Weckbrodt

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