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"Finanziell ist das Herzzentrum gut aufgestellt" - Direktorin bemängelt Personalengpässe

"Finanziell ist das Herzzentrum gut aufgestellt" - Direktorin bemängelt Personalengpässe

Frage: Professorin Strasser, viele Krankenhäuser kämpfen mit Verlusten. Selbst das Universitätsklinikum schreibt rote Zahlen. Ruth Strasser: Finanziell ist das Herzzentrum gut aufgestellt.

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Ruth Strasser

Frage : Professorin Strasser, viele Krankenhäuser kämpfen mit Verlusten. Selbst das Universitätsklinikum schreibt rote Zahlen. Wie sieht die Situation am Herzzentrum aus?

Ruth Strasser : Finanziell ist das Herzzentrum gut aufgestellt. Aber wir haben auch sehr effiziente Arbeitsprozesse und sind zudem ein Fachkrankenhaus. Spezialisierte Häuser haben es oft leichter.

Dieses Argument wird oft genannt. Doch gibt es medizinisch unlukrative Gebiete und welche sind das?

Nehmen Sie chronische Krankheiten: Diese erfordern einen hohen Aufwand und werden schlecht bezahlt.

Lukrative Spezialisierungen - ist das Ihr Erfolgskonzept?

Das Herzzentrum Dresden ist Spezialist für Innere Medizin, Kardiologie und Kardiochirurgie. Das ist richtig, aber nicht alles. Weil wir zur Klinikkette Sana gehören, profitieren wir von einer Einkaufsgemeinschaft mit stark rabattierten Preisen und einem ausgewählten Sortiment. Unsere Einkaufsgemeinschaft ist die größte in Deutschland.

Das klingt nach einer finanziell sorgenfreien Zeit ...

So würde ich es nicht formulieren. Auch wir müssen schwer rudern, oft haben wir Personalengpässe.

Sind die Engpässe die Folge der effizienten Strukturen?

Fest steht, dass in dieser Trägerschaft auch Sonderwünsche möglich sind. Neulich hatte ich eine Operation bei einem 96-jährigen Mann. Weil sich in den Blutgefäßen bei einer Operation Kalk lösen kann, hatte ich Bedenken, dass dieser in die Blutbahn gelangen könnte. Deswegen wollte ich in einem speziellen, aber teureren Verfahren operieren. Das war nach ausführlicher Begründung der Methode kein Problem und die richtige Entscheidung. Der Mann ist danach quietschfidel nach Hause gegangen.

Die meisten Menschen sterben laut Statistik an Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems. Warum?

Das Herz-Kreislaufsystem ist das empfindlichste System unseres Körpers. Der liebe Gott hat uns eigentlich so gebaut, dass wir durchschnittlich 32 Jahre werden. Der modernen Medizin ist es zu verdanken, dass viele Menschen ihren 80. Geburtstag erleben.

Trotz moderner Medizin standen Herz-Kreislauferkrankungen 2011 in Sachsen auf Platz 1 der Todesursachen. Ist die Medizin nicht modern genug?

Nein, davon kann nicht die Rede sein. Mit neuen minimalinvasiven Methoden können wir heute Menschen bis ins hohe Alter operieren. Das wäre früher - als wir für viele Eingriffe noch den Brustkorb öffnen mussten - nicht denkbar gewesen. Die moderne Medizin schenkt vielen Menschen ein paar zusätzliche lebenswerte Lebensjahre. Der Grund der hohen Zahl an Erkrankungen liegt in den Risikofaktoren. Sie sind um ein Vielfaches gestiegen. Wir bewegen uns alle viel zu wenig, essen zu gut und haben keine echten Hungerpausen mehr.

Das Herzzentrum Dresden gehört zu den Spezialkliniken für Herz- und Kreislauferkrankungen in Sachsen und ist über die Ländergrenzen hinaus bekannt. Viele Patienten reisen sogar aus den alten Bundesländern an. Mit 190 Betten bietet das Krankenhaus das gesamte Spektrum kardiologischer und herzchirurgischer Maximalversorgung. Das Durchschnittsalter der Patienten liegt bei 65 Jahren. Katrin Tominski sprach mit Direktorin Ruth Strasser über Finanzen, moderne Medizin und Herz-Kreislauferkrankungen als Todesursache Nummer 1.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.09.2012

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