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Finale im Kampf um die Werft in Dresden-Laubegast - drei Interessenten und nur noch ein Monat Zeit

Finale im Kampf um die Werft in Dresden-Laubegast - drei Interessenten und nur noch ein Monat Zeit

"Wir sind ganz zufrieden, dass da Leben reingekommen ist." Dieser Satz stammt von Sebastian Glaser, dem Sprecher von Franz-Ludwig Danko, Insolvenzverwalter der Schiffswerft in Laubegast.

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Reparaturarbeiten an den Dresdner Dampfern gehörten zu den Arbeiten, die die Werftmitarbeiter in Laubegast besonders gut beherrschen. Dafür sind sie Spezialisten. Dennoch bleibt nur noch ein Monat für die Rettung des Unternehmens.

Quelle: Martin Förster

Glaser verbreitet vorsichtigen Optimismus, denn es gibt einen neuen, dritten Interessenten für die Werft. Er will aber nicht sagen, wer der neue Interessent ist. Immerhin gilt er aus Sicht des Insolvenzverwalters als mindestens eben so ernstzunehmender potenzieller Investor wie die beiden Unternehmen, die schon seit längerer Zeit im Rennen sind: Die Unternehmensgruppe Rönner, zu der auch der Stahlbau Dessau samt der Schiffswerft an der Elbe in Roßlau gehört und eine Firma aus der Schweiz, die beste Referenzen in Sachen Schifffahrt und Schiffbau hat.

Die Tage der Werft sind gezählt. Eigentlich sollte schon gestern Schluss sein in der Laubegaster Traditionsfirma. Im November kündigte Insolvenzverwalter Danko an, dass die Arbeit noch bis Ende Februar reicht. Das war gestern vor 100 Tagen. Heute ist also Tag 1 nach dieser Frist und die rund 20 Kollegen der Werft haben immer noch alle Hände voll zu tun. Derzeit arbeiten sie vor allem Aufträge der Sächsischen Dampfschiffahrt ab, die Jahr für Jahr für eine gute Auslastung der Werft im Winter gesorgt hat. "Ja, die Aufträge reichen noch bis Ende März", bekräftigte gestern Sebastian Glaser.

Die andere Seite der Medaille: Es mussten keine Aufträge abgewiesen werden, weil sie nicht zu schaffen sind. "Und über März hinaus wird es tatsächlich eng", so Glaser weiter. Das heißt nichts anderes, als dass es keine neuen Aufträge gibt, das Unternehmen damit ab Anfang April rote Zahlen schreiben würde und Insolvenzverwalter Danko dann gezwungen ist, den Betrieb einzustellen.

Zusätzliche Hoffnung weckt nun ein potenzieller Interessent, der sich erst vor wenigen Tagen gemeldet hat. "Kurz vor Toresschluss hat sich das Investoreninteresse etwas belebt", umschreibt Glaser diese Wendung, "das ist ja nicht unüblich, wenn die Zeit abläuft".

Weder mit der Rönner-Gruppe, noch mit den Schweizern oder dem neuen Interessenten konnte bislang aber ein unterschriftsreifer Übernahmevertrag erstellt werden. Laut Glaser gibt es auch keinen Vorzugskandidaten, es werde nach wie vor mit allen Interessenten verhandelt, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters.

Die Zeit läuft gegen die Werft. Denn zeichnet sich nicht rechtzeitig ein positives Verhandlungsergebnis ab, muss Danko die Schließung des Unternehmens vorbereiten. Dann gilt es, den Maschinenpark zu verkaufen, die Mitarbeiter an anderen Arbeitsplätzen unterzubringen und alle noch auf der Helling liegenden Schiffe zu Wasser zu lassen und zu verabschieden. Unterdessen ist der Abschied einer Person längst sicher: Michael Lohnherr, Interimsgeschäftsführer der Werft seit Januar 2011, nimmt Ende dieses Monats seinen Hut.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.03.2013

Christoph Springer

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