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Feldschlösschen hat Produktion seit 2011 verdoppelt

Brauerei Feldschlösschen hat Produktion seit 2011 verdoppelt

Die Feldschlösschen-Chefs Karsten Uhlmann (45) und Mike Bernd Gärtner (50) hatten ursprünglich mit Markenbieren nicht wirklich Erfahrung. Dennoch hat sich das Unternehmen in den vergangenen sechs Jahren sehr gut entwickelt.

Die Kernmarke Feldschlößchen haben die neuen Chefs erweitert – es gibt Radler, Alkoholfreies und besondere Editionsbiere. Auf allen prangt das Pichmännl.

Quelle: ANJA SCHNEIDER

Dresden. Frage: Was vereint riesige Tanks, gelbe Trikots und ein buntes Männchen? Antwort in und um Dresden: Feldschlößchen. Dass die große Brauerei im Südosten der Landeshauptstadt als Dynamo-Sponsor und Oktoberfest-Veranstalter unterm Pichmännl-Logo wieder fest mit Sachsens Landeshauptstadt verbunden ist, verdankt sie zwei Ostdeutschen, die 2011 „Hier!“ riefen, als die dänische Carlsberg-Gruppe die Dresdner Biermarke abgeben wollte. Die Dänen hatten den Standort 2004 mit der Holstenübernahme geerbt, Holsten wiederum hatte sich Feldschlößchen 1992 gesichert..

Wir können auch Marke

Karsten Uhlmann (45) und Mike Bernd Gärtner (50) hatten bis zum Start in Dresden mit Markenbieren nicht wirklich Erfahrung. Ihre TCB-Gruppe (die drittgrößte Brauereigruppe in Deutschland) war bis dahin in Frankfurt/Oder wie auch im französischen Champigneulles nahe Nancy als großer Lohnabfüller am Markt. Seit nunmehr sechs Jahren aber beweisen die beiden Geschäftsleute in ihrer Branche: „Wir können auch Marke“.

„Das war ein Riesenschritt mitten rein ins Markengeschäft. Wir haben die Produktion hier am Standort seitdem fast verdoppelt“, sagt der technische Vorstand Karsten Uhlmann. Heißt in Zahlen: Im Vorjahr lag der Umsatz der Dresdner Aktiengesellschaft bei 93 Millionen Euro, 2016 produziert Feldschlößchen rund zwei Millionen Hektoliter Bier in Dresden. Im letzten Jahr unter Carlsberg waren es knapp eine Million Hektoliter weniger.

Für die Steigerungsraten gegen den Bundestrend sind mehrere Millionen Euro in moderne Abfüllanlagen geflossen, insgesamt, so Uhlmann, habe die TCB-Gruppe einen zweistelligen Millionenbetrag in Dresden investiert. „Für die Mitarbeiter vor Ort war das eine riesengroße Befreiung, als sie regional wieder losmarschieren konnten“, erinnert er sich an die Stimmung damals. Und immerhin: Feldschlößchen gibt es in Dresden seit 1858. Da bekommt der gern und oft zitierte Brauerspruch „Bier braucht Heimat“ wirkliches Gewicht.

Das besondere Gesicht

Für das besondere Gesicht hatte schon Carlsberg Deutschland gesorgt, als es 2006 das legendäre Pichmännl ins Markenlogo zurückholte und auf allen Flaschenetiketten leuchten ließ. Der Überlieferung nach hat das Pichmännel seinen Namen von den Arbeitern, die einst die Holzfässer von innen mit Pech versiegelten – der Vorgang hieß „Pichen“. Klar, dass danach ordentlich „gepichelt“ wurde. Heute steht das Pichmännel für Original Dresdner Braukunst, wirbt das Unternehmen auf seiner Website. Und tut viel dafür, dass sich diese Verbindung vor allem bei den Dresdnern so oft wie möglich herstellt.

Vor dreieinhalb Jahren hatten die beiden Firmenchefs die Idee, „die Kernmarke auszubauen“. Inzwischen, sagt Uhlmann, habe man auch Radler und alkoholfreies Bier auf dem Markt und verkaufe zudem sehr erfolgreich Editionsbiere – „im Frühling Maibock, im Herbst das Festbier fürs Oktoberfest, im Winter die ,Schwarze Winterkirsche’“. Es gibt sechs verschiedene Biertypen, Hauptprodukt ist natürlich das Pilsener. Dazu kommen Export, Urbock, Diät-Pilsener, Radler und Diesel. Außerdem wird auch das dunkle Bier Schwarzer Steiger gebraut.

Export gewinnt an Bedeutung

Weil Geschmacksfragen ins Haus gehören, gibt es seit Frühjahr 2015 bei Feldschlößchen eine eigene Entwicklungsbrauerei. In der ist zum Beispiel das Bier fürs inzwischen fest etablierte Dresdner Pichmännel-Oktoberfest kreiert worden. „Wir haben gegen die ganzen schweren Münchner Biere getestet, wollten ein leichteres, aber süffiges Bier. Das haben wir nun“, sagt Uhlmann lächelnd und schiebt nach, dass er sowieso der Ansicht sei, „kein Dresdner müsse anderes Bier als Feldschlößchen trinken“.

Zunehmend spielt auch der Export eine Rolle. Der chinesische Markt wächst Uhlmann zufolge zweistellig – „In China ist Feldschlösschen die größte deutsche Biermarke“. Inzwischen liefere Feldschlößchen jährlich mehrere tausend Container Gerstensaft nach Fernost, genaue Zahlen will Uhlmann nicht nennen. Außerdem haben die zwei Unternehmer die USA ins Visier genommen. Zum Zwecke der Markterschließung seien an die Ostküste einige Dutzend Container geliefert worden in der Hoffnung, dass es den Amerikanern schmeckt.

Investition in neue Lagerhalle

Um die Lieferkette zu optimieren, baut Feldschlößchen gerade für eine neue Lagerhalle mit 4000 Quadratmetern Fläche. Die soll der für den Export nötigen Einweg-Produktion vorbehalten sein, weil sich bei der Logistik im Mehrweg-Bereich „die LKW schon mal im Weg stehen“, sagt Uhlmann. Doch wenn in Hamburg ein Schiff darauf warte, beladen zu werden, sei Zeit ein rares Gut. Deshalb die Extra-Halle fürs Exportbier. Ebenfalls erweitert würden Mehrweglinie und Dosenlinie.

Seit Jahresbeginn ergänzt die Gilde Brauerei aus Hannover die Braugruppe TCB. Gilde gehörte bislang zum weltgrößten Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev (ABI) und kam mit ihren
70 Mitarbeitern auf eine Jahresproduktion von 150 000 Hektoliter Bier. Hier wollen die beiden Manager alles anwenden, was sie in Dresden gelernt haben und ein weiteres Markenbier regional neu aufstellen.

TCB unter Deutschlands Top-Drei

Mit den Niedersachsen hat die TCB-Gruppe, deren Umsatz 2015 bei 367 Millionen Euro (2014 bei 341 Millionen) lag, nun insgesamt 850 Mitarbeiter – allein am Standort Dresden 200. TCB ist nach Radeberger und Oettinger Deutschlands drittgrößtes Brauereiunternehmen.

Von Barbara Stock

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