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Fast normale Weihnachten - Dresdner Tafel feiert mit Armen und Bedürftigen

Fast normale Weihnachten - Dresdner Tafel feiert mit Armen und Bedürftigen

Wenigstens ein bisschen danach soll sich der Heiligabend für Arme und Bedürftige anfühlen, wenn die Mitarbeiter der Dresdner Tafel e.V.

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Edith Franke, Chefin der Dresdner Tafel

Quelle: Julia Vollmer

Weihnachten in Familie. mit ihnen in der Dreikönigskirche feiern. Es gibt ein weihnachtliches Essen mit Klößen und einen geschmückten Weihnachtsbaum. Der Pfarrer hält einen Gottesdienst ab.

Auch im „Linden Haus“ für die Unterbringung jugendliche Obdachlose wird Weihnachten gefeiert. „Es ist der schlimmste Tag des Jahres für die Bewohner. Ihnen wird bewusst, dass sie allein sind“, erzählt Edith Franke, Gründerin der Dresdner Tafel. Ihre Mitarbeiter versuchen, den Bedürftigen den Tag so schön wie möglich zu gestalten.

Die Ausgabestelle der Tafel hat am 24. Dezember ebenfalls von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die Mitarbeiter versuchen mit den Lebensmitteln, ein wenig festliche Stimmung aufkommen zu lassen. Wenn die Bedürftigen versorgt sind, verteilt Franke kulinarische Gaben an ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Viele von ihnen sind auch arbeitslos. Die Kunden der Tafel sind nicht alle arbeitslos und bekommen Hartz IV, wie oft angenommen wird. Auch Studenten, Lehrlinge und Menschen mit geringen Einkommen benötigen die Hilfe. 12.000 Bedürftige gibt es derzeit in Dresden. Die Zahl sei über die Jahre konstant geblieben, berichtet die Vorsitzende. Um von der Tafel Lebensmitteln zu bekommen, muss man mit einer Erklärung zum Einkommen Bedürftigkeit vorweisen. Die Grenze liegt bei 650 Euro brutto für Alleinstehende und rund 960 Euro für Familien. Alle sechs Monate überprüft die Organisation die Bedürftigkeit, um ihren Status als mildtätiger Verein zu behalten.

„Die Tafel ist ein Logistikunternehmen“, erzählt Franke. „Eine der Hauptaufgaben ist es, die Lebensmittel von den Spendern wie Supermärkten und Bäckereien abzuholen.“ Außerdem beliefert die Tafeln 85 soziale Einrichtungen in Dresden – dabei sind Obdachlosenheime und soziale Beratungsstellen.

Gegründet hat Edith Franke, die seit 2009 für Die Linkspartei im sächsischen Landtag sitzt, den Dresdener Tafel e.V. 1995. Fünf Jahre später kam das „Lindenhaus für Straßenkinder“ hinzu. Wenn Menschen einfach zu ihr kommen und fragen, wo sie helfen können, sind das die schönsten Momente für Edith Franke. Ihr Beruf gibt ihr Kraft: „Wenn ich schlecht drauf bin, stelle ich mich unter die Leute in die Ausgabe und spreche mit ihnen.“ Was sie dort erfährt, erfüllt sie oft mit Traurigkeit.

„Das Problem ist, dass die meisten Menschen hier ihre Hoffnung und ihren Glauben verloren haben“, bedauert Franke. „Von der Politik versprechen sie sich keine Hilfe mehr.“ Ganz konkret helfen will Edith Franke auch ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Wenn sie das Arbeitsamt mal wieder auf Umschulungen schickt, nützt das in meinen Augen überhaupt nichts“, ärgert sie sich. „Ich helfe ihnen hier in der Tafel. Viele von meinen Mitarbeitern haben hier schon den Pass in Lebensmittelsicherheit und einen Gabelstaplerschein erworben.“

Julia Vollmer

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