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Falsche Medienberichte über Rüstungsforschung an der TU-Dresden

Falsche Medienberichte über Rüstungsforschung an der TU-Dresden

Nach mehreren Medienberichten der nationalen und regionalen Presse wird ein Forschungsprojekt der Fakultät der TU-Dresden, dass sich mit der Charakterisierung von verschlüsselten Nachrichten und Dateien in MP3-Dateien beschäftigt, seit 2012 mit jährlich 300.000 US-Dollar durch das Airforce Office of Scientific Research gefördert.

Nach DNN-Online-Informationen trifft dies nicht zu. Das besagte Projekt „Statistical Characterization of MP3 Encoders for Steganalysis“ wurde schon in den Jahren 2003 und 2004 an der TU durchgeführt und lediglich mit 100.000 US-Dollar gefördert. Die Forschungsergebnisse stehen nicht nur dem US-Militär, sondern der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung. Allerdings unterstützt die US-Airforce derzeit mit 300.000 US-Dollar im Jahr ein anderes Forschungsprojekt an der TU, dass sich mit der Isolierung des Klebstoffes beschäftigte, den Kieselalgen zum Anhaften an Oberflächen unter Wasser einsetzen.

„Sicher erhalten wir Geld von der US-Airforce, um unsere Grundlagenforschung zu betreiben“, sagt der Leiter des Forschungsprojektes Nils Kröger und fügt hinzu, „auch wenn ein Unterwasserklebstoff sicher auch für die militärische Anwendung interessant sein könnte, so dient unsere Forschung der Allgemeinheit und wird auch dementsprechend veröffentlicht“. Die Kritik daran, dass Universitäten Drittmittel vom US-Militär eintreiben und so im Interesse anderer Regierungen forschen, kann Kröger nicht nachvollziehen. „Dieses Projekt könnte genauso gut durch die Deutsche Forschungsgesellschaft finanziert werden. Auf unsere Arbeit hat das keinen Einfluss“, sagt Kröger. Die US-Militärs würden sogar besonders großen Wert darauf legen, dass die Forschungsergebnisse veröffentlicht würden, um die Rolle der Militärs als Forschungsförderer sichtbar zu machen, so Kröger.  

Auch Andreas Westfeld, der nach der Jahrtausendwende von der US-Airforce finanziert Charakterisierungssysteme für MP3-Dateien entwickelte, weißt den Vorwurf der Rüstungsforschung von sich. „Schon die Erfinder des Internets wurden durch Militärs massiv finanziell unterstützt. Darüber hinaus helfen unsere Forschungsergebnisse dabei, verschlüsselte Dateien in Systemen zu verstecken, in denen Verschlüsselungen verboten sind und schützen so im Zweifel auch normale Bürger vor einem fremden Zugriff auf private Daten“, verteidigt Westfeld, der heute an der Universität Münster lehrt, seine Forschung.

Das Rektorat der TU weißt den Vorwurf der Rüstungsforschung ebenfalls weit von sich. An der TU Dresden würde keine militärische Forschung betrieben, die aktive Gewalt gegen Menschen als Ziel hat. Abgesehen davon könne jede Grundlagenforschung und jede High-Tech-Entwicklung letztlich auch in einem militärischen Kontext angewendet werden, so TU-Sprecherin Kim-Astrid Magister. Nur ein Prozent der Drittmittel, die für die Forschung an der TU aufgewendet werden, würden aus militärischen Quellen stammen.

Hauke Heuer

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