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Fall Thäterstraße Übigau: "Verblüffende Wende" verblüfft DRK

Fall Thäterstraße Übigau: "Verblüffende Wende" verblüfft DRK

Anwohner aus Übigau blockieren seit zwei Wochen die Zufahrt zur Turnhalle Thäterstraße. Ein Gespräch mit asylberwerberfreundlichen Initiativen habe jetzt zu einer "verblüffenden Wende" geführt. Zusammen habe man eine Lösung gefunden. Die aber verblüfft vor allem das DRK.

Dresden. Anwohner aus Übigau blockieren seit zwei Wochen die Zufahrt zur Turnhalle Thäterstraße. Wer die alte Halle betreten will, muss ein Zelt passieren, in dem die Anwohner Tag und Nacht ausharren. Sie haben eine Initiative „Wir sind Übigau“ gegründet. In der Sporthalle nach DDR-Bauart soll eine Unterkunft für Asylbewerber entstehen. Die Landeshauptstadt Dresden will dort bis zu 59 Menschen unterbringen.

Seit Wochen werden auch Gespräche geführt. Kürzlich haben Vertreter von "Wir sind Übigau" im Rathaus rund 60 Unterschriften gegen die Nutzung der Sporthalle als Asylberwerberunterkunft abgegeben. Der CDU-Stadtrat Veit Böhm hat mit Vertretern der Initiative verhandelt. Vor wenigen Tagen gab es in einem Schulungsraum im Stützpunkt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Klingerstraße ein Gespräch zwischen Vertretern von "Wir sind Übigau" und den asylberwerberfreundlichen Initiativen "Übigau sagt Willkommen" und "Pieschen für alle". Das teilte jetzt Anja Osiander mit, die Sprecherin von Pieschen für alle.

Das Treffen habe zu einer "verblüffenden Wende" geführt, erklärte die Sprecherin. Alle Anwesenden hätten sich darauf verständigt, Flüchtlinge in Pieschen willkommen zu heißen. Asylbewerber und Anwohner sollten sich kennenlernen, die Übigauer wollten bei der Integration der neuen Bewohner mitwirken. Aber: "Wir sind uns einig: Die Turnhalle Thäterstraße ist nicht geeignet für die Unterbringung von Flüchtlingen. Nicht einmal als Notlösung", fasste Osiander zusammen.

Als Alternative würden die drei Initiativen Räume in ihrem Tagungsort vorschlagen: Im Stützpunkt des DRK zwei Straßen weiter seien die Kapazitäten vorhanden. An einem Runden Tisch mit Vertretern der Stadtverwaltung und des DRK sollte gemeinsam mit den Anwohnern erörtert werden, ob und wie die besser geeigneten Räumlichkeiten als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden könnten.

Der Alternativvorschlag der drei Bürgerinitiativen hat einen kleinen Schönheitsfehler: "Wir wissen nichts von diesen Plänen. Mit uns wurden sie nicht abgesprochen", erklärte gestern Ulrike Peter, Sprecherin des DRK-Kreisverbandes, auf Anfrage der DNN. Das DRK habe in seinem Stützpunkt in Übigau keine Kapazitäten, um Flüchtlinge aufzunehmen. "Dafür liegen die Voraussetzungen nicht vor", so die DRK-Sprecherin.

"Die Idee ist bei den Gesprächen in den Räumlichkeiten des DRK gekommen", erklärte gestern Heidi Geiler von der Initiative "Pieschen für alle". Die Sporthalle an der Thäterstraße sei in einem baufälligen Zustand. Der Boden soll sogar von Schimmel befallen sein. Die Räume des DRK dagegen seien in einem einwandfreien Zustand. Unter anderem befindet sich in der Klingerstraße das zentrale Spendenlager des DRK-Landesverbandes Sachsen. "Bei den Teilnehmern kam die Idee auf, ob man nicht das Spendenlager in die Turnhalle verlegen könnte und die freien Kapazitäten für die Asylbewerber nutzt."

Es sei doch besser, Sachen in einer baufälligen Sporthalle einzulagern und dafür Menschen in geeigneten Räumen unterzubringen. "Die drei Initiativen regen an, diese Möglichkeit zu prüfen", erklärte Geiler.

Die Gespräche der Landeshauptstadt mit den Vertretern von "Wir sind Übigau" hätten zu keinen konkreten Ergebnissen geführt, erklärte Heike Großmann, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt. "Es wurden Positionen ausgetauscht." Die Stadt arbeite an einem Betreiberkonzept für die Sporthalle. Im Moment bestehe aber keine Notwendigkeit, das Notquartier in der Thäterstraße zu beziehen.

Osiander forderte die Stadtverwaltung auf, bei der Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge die Bürger von Anfang an mit einzubeziehen und sie nicht erst am Ende mit vollendeten Tatsachen zu konfrontieren. "Dieses Umdenken wünsche ich mir für Dresden", erklärte die Sprecherin. Ein Ende der Blockade der Zufahrt zur Sporthalle in Übigau ist nicht in Sicht.

Thomas Baumann-Hartwig

Thäterstraße, Dresden 51.071279 13.696656
Thäterstraße, Dresden
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