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Fachleute öffnen den Blick für verborgene Schätze

Fachleute öffnen den Blick für verborgene Schätze

Matthias Schrack, der Kreisnaturschutzbeauftragte, hatte gemeinsam mit Markus Biernath, seit 2012 Leiter des Forstbezirkes Dresden, zu einer Helferexkursion ins Landschaftsschutzgebiet Dresdner Heide eingeladen.

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Der Leiter des Forstbezirkes Dresden Markus Biernath informiert über die Entwicklung der Heide zum naturnahen Wald.

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden. Beide Fachleute informierten über den aktuellen Stand bei der Durchführung des ehrgeizigen Vorhabens der Entwicklung eines naturnahen Waldes in der Heide und die Revitalisierung von Mooren.

Dabei kam auch die Beobachtung schützenswerter Vogelarten und weiterer Tierarten nicht zu kurz. So machte der Naturschutzhelfer Rolf Pilz fast in Sichtweite der Heidemühle unter dem Bogen der Gänsefußbrücke auf den dort unauffällig aufgehängten, von der Wasseramsel auch angenommenen Brutkasten aufmerksam. "Wir haben derzeit 14 solcher besetzter Brutstätten in der Heide", berichtete Pilz. Der Eisvogel hingegen habe seinen früheren Hanghöhlen-Standort verlassen, weil der Hang an der Prießnitz abgerutscht ist. Nach wie vor seien aber das Bachneunauge und der Fischotter in der Heide vertreten.

Am Flächennaturdenkmal "Saugartenmoor" informierte Karin Keßler vom Büro Dr. Dittrich Partner Hydro-VConsult GmbH in Bannewitz über aktuelle Probleme des Werdens und Vergehens der Moore in der Heide. In der Heide habe es früher ungleich größere Moorflächen gegeben. Kessler verweist auf die geringe jährliche Niederschlagsmenge von 670 mm in Klotzsche als zu gering für das Fortbestehen der Moore. Sie wisse aber auch, dass an dieser Stelle im 16. / 17. Jahrhundert wahrscheinlich Torf gestochen wurde.

Der Naturschutzbeauftragte ergänzte, dass es vor gut zwei Jahren gelungen sei, finanzielle Mittel für die Sanierung des Saugartenmoores zu beschaffen. Mit einer Plombe aus Lehm wurde der ungünstig wirkende Wasserabfluss verschlossen. "Das war eine gelungene Gemeinschaftsaktion von Sachsenforst und Naturschutzbund", resümierte er. Immerhin handele es sich beim Moor um ein wertvolles Biotop mit fleischfressenden Pflanzen wie Rundblättriger Sonnentau und Kleiner Wasserschlauch.

Eine faszinierende Atmosphäre hat sich am Saugarten im Zentrum der Dresdner Heide bis heute erhalten. Forstbezirksleiter Biernath weiß, dass der Saugarten eine auf das Jahr 1601 datierte Schöpfung des Sächsischen Kurfürsten Christian II. (1501-1611) ist. Die Anlage diente speziell der Saujagd. Zum Saugarten gehörte seinerzeit ein von Pöppelmann geschaffenes Jagdhaus und eine das Areal umgebende zwei Meter hohe Steinmauer, deren Abbruchsteine im 19. Jahrhundert beim Bau der Elbschlösser nochmals Verwendung fanden. Acht Jagdwege gingen von diesem zentralen Hetzplatz strahlenförmig in die Tiefe des Waldes. Mit aktuellen Wegenamen wie "Alte 4, Alte 8" wird noch heute an diese Zeit erinnert.

Abschließend berichtete der Forstchef, dass jetzt jährlich etwa 10 Hirsche, 180 Stück Rehwild und 100 Schwarzkittel in der Heide erlegt würden. Er betonte, dass das Jagdgeschäft schonend für das Wild erfolge.

Peter Weckbrodt

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