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Experten-Absage

Experten-Absage

Ein vernichtendes Urteil haben jetzt acht Professoren aus Dresden, Berlin und Stuttgart zur Mehrheitsentscheidung des Stadtrates gefällt, die Königsbrücker Straße in der Äußeren Neustadt vierspurig auszubauen (Variante 5).

Von Ralf Redemund

Damit gebe es keine Bundesförderung für die Straßenbahn, diese Variante sei unfallträchtig, unwirtschaftlich und unausgewogen. Der wohl schwerste Vorwurf: Nach Ansicht der acht Verkehrsexperten missachte die Vierspur-Variante die Gesetzeslage und sei nicht genehmigungsfähig.

Die unabhängigen Forscher aus Verkehrswissenschaft, Stadt- und Raumplanung haben ihre Bedenken in einem Offenen Brief an Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) und den Stadtrat öffentlich gemacht. Sie unterstützen die Kompromiss-Variante, die Interims-OB Dirk Hilbert (FDP) dem Rat vorgelegt hatte. Denn dieser Vorschlag habe die Belange aller Verkehrsteilnehmer sowie die Auswirkungen auf die Umwelt besser berücksichtigt.

Schon Hilbert hatte im Stadtrat darauf hingewiesen, es gebe Bedenken, ob ein vierspuriger Ausbau genehmigungsfähig ist. Hilbert stützte sich dabei auf die Aussagen aller städtischen Fachbehörden, sprich: Umweltamt, Stadtplanungsamt, Straßen- und Tiefbauamt sowie die Verkehrsbehörde und die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Die plädierten allesamt für die Hilbert-Variante, also für überbreite Spuren und teilweise ein separates Gleisbett für die Straßenbahnen. Mit dem Offenen Brief der Verkehrsexperten erhalten die besserwissenden Stadträte von CDU, FDP, Bürgerfraktion und NPD, die für den durchgängig vierstreifigen Ausbau votierten, erneut eine Experten-Klatsche.

Stur auf vier Straßenstreifen zu setzen, ohne gezielt auf die Leistungsfähigkeit von Kreuzungen und Bahnhaltestellen zu achten, bedeute, dass streckenweise "leere" Kapazitäten zu Lasten von Läden, Anlieferern, Parken, Passanten und Radfahrern gebaut würden, so die Professoren. Den Dresdner Stadträten fehle ein Systemdenken, das die bundesweiten Regeln für den Stadtstraßenbau aber vorschreiben. "Auch für ÖPNV (Anm.d.Red.: Öffentlicher Personen-Nahverkehr), Fußgänger und Radfahrer ist Erreichbarkeit zu sichern. In Städten sind Straßenräume auch Lebensräume!", schreiben die Autoren des Offenen Briefes, die zugleich zum "Wissenschaftlichen Beirat Verkehrsentwicklungsplan Dresden 2015 plus" gehören. Die Experten bitten den Dresden Stadtrat, seinen Beschluss nochmals zu überdenken.

Diese Professoren der TU Dresden sind die Verfasser des Offenen Briefes: Gerd-Axel Ahrens, Bernhard Bäker, Udo Becker, Jürgen Krimmling und Reinhold Maier. Dazu kommen Bernhard Müller vom Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), Klaus Beckmann vom Institut für Urbanistik in Berlin sowie Franz Pesch, Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen der Universität Stuttgart.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.10.2011

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