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Experte für seltene Erkrankungen verlässt Dresdner Uniklinikum

Ein Leben für die „Waisen der Medizin“ Experte für seltene Erkrankungen verlässt Dresdner Uniklinikum

„Stimmt ein in den Chor der Seltenen“. Unter diesem Motto fand am Montag der 9. internationale Tag der Seltenen Erkrankungen statt. Einer der ersten Stimmen dieses Chores war vor 35 Jahren PD Dr. Joachim Roesler. Nach 20 Jahren Tätigkeit am Dresdner Uniklinikum wurde er nun in den Ruhestand verabschiedet.

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Dr. Joachim Roesler, der sich auf seltene Erkrankungen spezialisiert hat, verlässt nach 20 Jahren das Uniklinikum Dresden.

Quelle: Uniklinikum Dresden

Dresden. „Stimmt ein in den Chor der Seltenen“ – unter diesem Motto fand am Montag der 9. internationale Tag der Seltenen Erkrankungen statt, an dem weltweit verschiedene Organisationen ihre Bemühungen bei der Behandlung Betroffener vorstellen. Einer der ersten Stimmen dieses Chores war vor 35 Jahren PD Dr. Joachim Roesler. Nach 20 Jahren Tätigkeit am Dresdner Uniklinikum wurde der Leiter der Ambulanz für Immunologie der Kinderklinik nun mit einem Symposium in den Ruhestand verabschiedet.

Ganz verzichten müssen die Patienten aber nicht auf Dr. Roesler. Er wird auch künftig regelmäßig zu Konsultationen ins Uniklinikum kommen. Seine Expertise wird gebraucht, wie es Prof. Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, ausdrückt. Denn Dr. Roesler hat sich den „Waisen der Medizin“ verschrieben und betreut Patienten mit seltenen angeborenen Immundefekten. Eine Krankheit gilt dann als selten, wenn weniger als fünf von 10 000 Personen davon betroffen sind. Ausgehend von etwa 8000 Formen gibt es allein in Deutschland rund vier Millionen Erkrankte. Die Wege bis zur Diagnose sind dabei oft lang und beschwerlich. Etwa 40 Prozent der Patienten erhalten mindestens eine Fehldiagnose. „Früher erreichten die Betroffenen von seltenen immunologischen Erkrankungen kaum das Erwachsenenalter, heute kenne ich sogar 50-Jährige“, sagt der Mediziner, der viele Patienten und ihre Familien ein Leben lang begleitet hat.

Es sei schön zu sehen, wie die eigene Arbeit die Forschung voranbringt und Patienten unmittelbar zu Gute kommt, resümiert Dr. Roesler. Mit Blick auf andere Länder sieht er für Deutschland allerdings noch Nachholbedarf. „Das Schwierige ist, dass die wenigen Patienten überall in Deutschland verteilt sind, ebenso wie die Experten. Man sucht lange den richtigen Ansprechpartner, die Forschungsarbeit wird erschwert. In Paris oder den USA arbeitet man in Zentren, wo Patienten und Ärzte zusammenfinden“, so der Experte.

Ein Schritt in die richtige Richtung sei deshalb 2014 die Gründung des Dresdner UniversitätsCentrums für Seltene Erkrankungen (USE) am Uniklinikum gewesen. Hier werden Anfragen von Patienten, Angehörigen und Ärzten koordiniert. In gemeinsamen Konferenzen aller Kliniken werden Fälle besprochen und Wissen ausgetauscht. Allein im ersten Jahr nach der Gründung gingen 300 Anfragen ein, Tendenz steigend.

Von Christin Grödel

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