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Exklusiver Einblick in Pöppelmanns alte Heimat: das „Swissôtel Dresden Am Schloss"

Exklusiver Einblick in Pöppelmanns alte Heimat: das „Swissôtel Dresden Am Schloss"

Besucher, die länger nicht in Dresden waren, stehen im historischen Zentrum staunend vor einem völlig neuen Stadtquartier, das sich auf 5700 Quadratmetern zwischen Kanzleihaus, Stallhof und Johanneum erstreckt und mit Sporer- und Schössergasse auch alte Straßenzüge wieder belebt.

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Im künftigen Hotel an der Schlosstraße wird noch fleißig gearbeitet. Ende März soll alles fertig sein.

Quelle: Martin Förster

Lange können Neugierige den Kopf nicht in den Nacken legen, um in der Schloßstraße die Renaissancegiebel zu erspähen, dann schieben schon die nächsten Touristen vorbei. Das Jahresende bietet Zeit für Stadterkundungen. Nicht so für die Erbauer des „Swissôtel Dresden Am Schloss", der Appartements im Leitbau Bosesches Haus und der Alten Schmiede sowie der Wohnresidenz „Löwenhof" auf den Neumarkt-Quartieren VIII/1 und VIII/2. An Pausieren ist nicht zu denken. Es wird zügig gearbeitet.

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Hier entsteht der Spa- und Wellnessbereich des Hotels.

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In der jetzigen Endphase sind in der Regel zwischen 300 und 400 Handwerker tätig, erklärt Roger Isterheld, Projektleiter des Bauherrn Baywobau Dresden, den DNN. „Das Wetter kann uns nicht mehr hindern. Wir sind beim Innenausbau." Das bedeutet, gut im Plan. Am 30. März 2012 ist das Fünf-Sterne-Hotel, das die Schweizer Swissôtel-Gruppe betreibt, fertig, ab April sind Zimmer und Tagungsräume offiziell nutzbar, so Isterheld entschieden. Der Probebetrieb beginne bereits Mitte Februar. Hoteldirektorin Yvette Thüring und ihr Team sind schon länger vor Ort.

Ab Juni 2012 geht das von der Dresdner Incoming- und Tourist-Firma Drescher bewirtschaftete Aparthotel in Betrieb und als letztes folgt im Juli die Einweihung des „Löwenhofes". Bis jetzt konnten 13 seiner 19 Eigentumswohnungen verkauft werden.

Für das Hotel in 1A-Lage neben dem Residenzschloss und in Reichweite zur Frauenkirche (ab 2. Obergeschoss blicken die Gäste auf die Kuppel) sucht der Projektentwickler Baywobau noch einen Käufer. Äußerlich ist das Großprojekt mit zwölf verschiedenen Fassaden - acht historischen und vier modernen - gut gelungen.

Auch die Gesellschaft Historischer Neumarkt zollt Anerkennung, freut sich Geschäftsführer Berndt Dietze. Insbesondere die abwechslungsreiche Dachlandschaft findet Anklang. Diese Zeitung darf sie sich von oben aus dem obersten Geschoss ansehen. Wir gehören zu den Ersten, die Einblick ins Innenleben des 235-Zimmer-Komplexes mit endlosen Gängen nehmen.

Was äußerlich schon top glänzt, sieht hinter dem Haupteingang - bewacht von Zwingerbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann, der hier in der Schloßstraße 32 zeitweilig gewohnt hat - noch nach viel Arbeit aus. Wir stehen in der Lobby, einem glasüberdachten großen Innenhof. „Die Fassaden darüber werden angestrahlt", erläutert Isterheld.

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Berndt Dietze, Geschäftsführer der Baywobau Dresden (l) und Hoteldirektorin Yvette Thüring (r) während der Enthüllung des Pöppelmann-Denkmals.

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Probeweise liegt ein grüngemusterter Teppichboden aus. Andere Beläge dienen nur dem Schutz, denn es staubt und rumort noch ordentlich: überall Farbeimer, Kartons, Bretter, Leitungen. Zwei weitere Innenhöfe bleiben himmeloffen. Der kleinste mit einem geborgenen Sandstein-Relief aus dem Lapidarium wird ebenfalls beleuchtet. Der dritte Innenhof gehört zum Restaurant und erhält ein schützendes Sonnensegel.

Dann geht es in eines der Hotelzimmer. Durch die kleinteiligen Grundrisse haben sich 180 verschiedene Zimmertypen mit Größen zwischen 24 und 40 Quadratmetern ergeben. Wir sind im Zehmschen Haus, Schloßstraße 36, mit den über drei Etagen laufenden Erkern. Auch das inspizierte Zimmer hat einen Erker. Noch ist vom Bett nur die rote Lederrückwand montiert. Später blickt der Gast von da direkt aufs Schloss. Auch die freistehende Badewanne ermöglicht das. Sie ist aus grauem Carrara-Marmor, der in allen Bädern zu finden ist. Die eichenfurnierten Schränke fertigte die Tischlerei Schrödel aus Radeburg. Die meisten Firmen seien aus der Region, so Isterheld.

Neben diesem markanten Giebelgebäude liegt mit dem Hoffmannseggschen Haus der einzige Leitbau auf dem Q VIII/1. Er hat sein barockes Treppenhaus zurückerhalten und ein Kreuzgewölbe im Flur. Besonderes Highlight ist der einzige erhaltene spätgotische Gewölbekeller aus der Zeit um 1500 (andere Keller auf dem Gesamtareal wurden dokumentiert und dann überbaut). „Wir haben die Gewölbekappe mühselig gesichert und statt des Lehmbodens eine Betonplatte eingebracht", schildert Isterheld. Genau hier, wo auch der Grundstein liegt, befindet sich der Ruheraum des Wellnessbereichs. Sein gedämpftes Licht erhält er vom Fußboden aus. In den Behandlungsräumen, Mosaikbänke sind bereits fest installiert, kommt das Licht von Leuchtstäben an der Decke.

Der Hotelkomplex wartet auch mit modernen Fassaden auf. So lässt die Architektin Heike Böttcher im Kanzleigässchen Palucca auf einer vorgehängten Betonfassade tanzen. Der Entwurf ging als Sieger aus einem Wettbewerb hervor. „Nach Fotos wurden Kautschukmatrizen angefertigt und die Platten dann im Betonwerk Coswig hergestellt", erklärt der Projektleiter. Das Q VIII verfügt außerdem über insgesamt 23 Läden, 16 im Quartier VIII/1 und sieben im Quartier VIII/2, sowie zwei gastronomische Einrichtungen. Die meisten sind vermietet. Auf der Schloßstraße ist noch eine kleine Ladenfläche zu haben, für zwei Läden auf der Schössergasse werden Mieter gesucht und für einen am Johanneum. Das derzeitige Branchenangebot besteht aus Juwelier, Damenboutique, Herrenausstatter mit Maßkonfektion, Fotofachgeschäft, zwei Galerien, Tücher und Schals. Die Dresdner Uhrenmanufaktur Lang & Heyne eröffnet einen Shop, die St. Benno-Buchhandlung und die Bäckerei/Café Reimann Filialen. Im Boseschen Haus Sporergasse/Ecke Schössergasse zieht laut Isterheld das urige Restaurant „Dresdner Speisekammer" ein.

Eine gemeinsame Tiefgarage mit Einfahrt am Johanneum bietet 69 Stellplätze für Hotel- und Gaststättenbesucher. Sie ist auch an die Tiefgarage des Kanzleihauses angebunden. Die Baywobau hat für dieses Objekt kräftig investiert, früheren Angaben zufolge rund 90 Millionen Euro für das Gesamtpaket. Dresden-Chef Dietze nennt Verkaufssummen: 78 Millionen Euro für das Hotel und je 8,7 Millionen Euro für das Appartementhaus und die „Löwenhof"-Residenz. Ursprünglich sollte schon im Frühjahr 2010 alles fertig sein, doch die Finanzkrise hatte den Baubeginn verzögert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.12.2011.

Genia Bleier

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