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Ex-Luisenhof-Wirt hat ein neues Restaurant gefunden

Von Dresden nach Pulsnitz Ex-Luisenhof-Wirt hat ein neues Restaurant gefunden

Armin Schumann kribbelt es schon lange in den Fingern, er will wieder an Herd und Backofen. Jetzt ist es amtlich: Ende September eröffnet der Koch, der vor einem Jahr im Dresdner Luisenhof aufgrund angedrohter höherer Pachtforderungen des Immobilienbesitzers das Handtuch warf, mit seiner Frau Anja in Pulsnitz sein neues Restaurant: „Schumanns Genusswerkstatt“.

Armin Schumann kocht bald in Pulsnitz.

Quelle: Anja Schneider

Dresden/Pulsnitz. Armin Schumann, der 13 Jahre lang die berühmte Dresdner Traditionsgaststätte „Luisenhof“ – den „Balkon Dresdens“ – bewirtschaftete, hat ein neues Restaurant gefunden. Nach einem Jahr Auszeit geht es nun für ihn und seine Frau Anja in Pulsnitz weiter. Das Paar erwarb unweit vom Schlosspark ein 21 Jahre altes Haus mit Grundstück. „Am 11. Mai wurde der Kaufvertrag beim Notar nun auch offiziell gesiegelt und gestempelt“, teilte Armin Schumann mit.

Das Gebäude beherbergt gegenwärtig Café, Restaurant und Pension „Am Schloßpark“ und wird von Marina Baumgart betrieben. „Sie ist noch bis 7. August in gewohnter Weise für ihre Gäste da“, so Armin Schumann. Doch dann übernehmen er und seine Frau die Geschäfte. Am 10. August ist die Übergabe und dann legen erst einmal die Handwerker los. Die Gastronomen wollen die Gaststätte komplett entkernen, umgestalten und einen Wintergarten davor bauen. Für Ende September ist die Eröffnung des Restaurants „Schumann’s Genusswerkstatt“ geplant. Auf einen genauen Tag will sich Armin Schumann noch nicht festlegen.

Die Einrichtung soll „modern, aber nicht kühl, sondern warm, gemütlich und transparent werden. Die Gäste werden in die Küche schauen können“, verrät der Wirt, dem es schon richtig in den Fingern kribbelt. In seinem Lokal will er eine „regionale, kreative, frische Küche“ bieten und dafür auch Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten verarbeiten. „Wir erweitern die schon in Ansätzen vorhandene Streuobstwiese und werden im 200 Quadratmeter großen Küchengarten selbst Gemüse und Kräuter anbauen“, sprüht Schumann vor Energie. Allerdings kann er sich dem Garten und der geplanten Terrasse erst im nächsten Jahr widmen. Gärtnern will er auf alle Fälle selbst. „Draußen in der Natur in der Erde zu wühlen – das ist meins. Ich liebe es zu gärtnern. Und bei mir geht die Freude dann eben nach dem ernten in die zweite Runde – in der Küche beim Kochen.“

Wie er sich genau sein gastronomisches Konzept vorstellt, das verrät im Grunde schon sein Buch „Der Geschmack meiner Kindheit“. „Im Prinzip sind die wesentlichen Teile unseres neuen gastronomischen Projektes darin enthalten. Ein Klassiker aber bleibt: die knusprige Martinsgans, am Tisch tranchiert“, sagt Schumann. Es gibt also nicht nur Grünzeug, sondern auch Fleisch und Fisch aus der Region.

Doch warum Pulsnitz? „Es sollte in der Nähe von Dresden sein und wir wollten einen Garten dazu haben. Da wird es in der Dresdner Innenstadt schwierig. Und da meine Frau aus der Oberlausitz stammt, Pulsnitz ein schönes kleines Städtchen und von Dresden aus in einer halben Stunde zu erreichen ist, haben wir Ja gesagt“, so der aus Rheinhessen stammende Gastronom. Mit der Veröffentlichung seines Buches und seiner Lesereise hat sich der umtriebige Geschäftsmann in den vergangenen Monaten immer wieder in der Öffentlichkeit in Erinnerung gebracht und seinen beruflichen Neustart vorbereitet.

Im Dresdner Luisenhof hatten Schumanns vor einem Jahr das Handtuch geworfen, weil der neue Eigentümer der Immobilie eine Pachterhöhung angekündigt hatte. Das kann dem Wirt nun nicht mehr passieren. Das Haus, in dem er seine Gaststätte eröffnet, gehört ihm selbst. Und er wird dort nicht nur kochen, sondern mit seiner Familie auch einziehen. Neben Armin und Anja Schumann sollen in der Genusswerkstatt acht Angestellte Arbeit finden. Einige von ihnen waren schon im Luisenhof mit von der Partie.

Doch wie steht es eigentlich um das Dresdner Ausflugslokal? Im Grunde gibt es nichts Neues. Die Gaststätte Luisenhof steht nach wie vor leer. Mabe Immo, der Immobilienverwalter, verhandelt mit mehreren Interessenten. Mit einem sind die Verhandlungen schon weit gediehen und aussichtsreich. Diese Auskunft gab es im zurückliegenden Jahr aber immer wieder. Am Ende zerschlugen sich alle hoffnungsvollen Pläne. Den Kandidaten, der jetzt bei den Verhandlungen „am weitesten vorn liegt“, wie Joel Rosenberg sagt, haben die Dresdner Verkehrsbetriebe vermittelt. Denn denen ist an einer Bewirtschaftung der Traditionsgaststätte gelegen, damit auch wieder mehr Fahrgäste die Standseilbahn nutzen. An eine Bewirtschaftung der Terrasse im Sommer sei gedacht. Vertraglich unterzeichnet ist noch nichts.

Von Catrin Steinbach

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