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Ex-Bordellkönig wieder wegen Drogenhandels auf der Anklagebank

Landgericht Dresden Ex-Bordellkönig wieder wegen Drogenhandels auf der Anklagebank

Helge W. war in den 1990er Jahren der ungekrönte Bordellkönig der Stadt. Aber er verdiente sein Geld nicht nur im Wettgeschäft und Rotlichtmilieu. Im März 2001 wurde er wegen Drogenhandels vom Dresdner Landgericht zu fünf Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Jetzt scheint der 59-Jährige seine alten Geschäfte wieder aufgenommen zu haben.

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Symbolfoto

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Helge W. war in den 1990er Jahren eine feste Größe in der Dresdner Rotlichtszene – der glatzköpfige Mann war der ungekrönte Bordellkönig der Stadt. Aber er verdiente sein Geld nicht nur im Rotlichtmilieu oder mit dubiosen Wettgeschäften. Im März 2001 wurde er wegen Drogenhandels vom Dresdner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sieben Monaten verurteilt. Helge W. hatte dies zwar bestritten, aber die Kammer war sich sicher, dass er der Kopf einer Bande war, die mindestens drei Kilogramm Heroin von Tschechien nach Deutschland geschmuggelt hatte. Nach der Haftentlassung wurde es etwas stiller um den Mann, der sich nur noch bei Pokerturnieren hervortat.

Aber entweder war ihm langweilig oder die Katze lässt das Mausen wirklich nicht. Der 59-Jährige hat sich wohl an die einstigen Drogendeals erinnert und stieg wieder ins Geschäft ein. Deshalb steht er nach vielen Jahren wieder wegen Drogenhandels vor dem Landgericht. Mit ihm auf der Anklagebank sitzt Toni S. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden vor, gemeinsam mit einem Tschechen, der in seinem Heimatland verurteilt wurde, zwischen Februar und August 2015 rund 2,2 Kilogramm Crystal nach Dresden geschmuggelt und hier verkauft zu haben.

Die Vorgehensweise im vergangenen Jahr erinnert an die früheren Drogengeschäfte von Helge W. Er war der Chef, der die Fäden in der Hand hielt, alles organisierte, die Ware bestellte und sich um die Finanzen kümmerte. Der Tscheche Jan K. brachte die Drogen, meist 100 Gramm, von Tschechien über die Grenze und übergab sie Toni S. Man traf sich zunächst vor dem Aldi auf der Bodenbacher Straße, später in der Tiefgarage von Kaufland auf der Borsbergstraße. Der 36-Jährige verkaufte dann in Dresden das Crystal an verschiedene Abnehmer – ein lohnendes Geschäft. Für 17 Euro pro Gramm wurde eingekauft und das Zeug dann für 30 bis 35 Euro unter die Leute gebracht. Laufbursche Toni lieferte den Verkaufserlös bei Helge W. ab und kassierte 50 bis 100 Euro und Crystal für den Eigenbedarf.

Allerdings waren die Drogenfahrten von Jan K. den tschechischen Behörden aufgefallen, die den deutschen Ermittlern einen Tipp gaben. Das Duo wurde intensiv beobachtet, am 28. August vergangenen Jahres klickten dann die Handschellen. Die Angeklagten haben für den nächsten Verhandlungstag eine Einlassung angekündigt.

Von Monika Löffler

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