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Evangelische Kreuzkirche lädt mit einer „Tafelwoche“ ein

Kreuzkirche Evangelische Kreuzkirche lädt mit einer „Tafelwoche“ ein

Die evangelische Kreuzkirche hat erstmals ihre Türen zu einer „Tafelwoche“ geöffnet. An den vier langen Tischen, die im vorderen Teil an Stelle der Kirchenbänke aufgestellt sind, fanden sich bereits am Sonntag Gäste ein: Obdachlose, Einsame, eine kleine Gruppe von Roma, die tagsüber im Stadtzentrum unterwegs sind, Neugierige aus anderen Kirchgemeinden und Touristen.

Besucher Alois Steger aus Regensburg, Organisatorinnen Christiane Otto und Margarete Siegert im Kirchencafé in der Kreuzkirche.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Die evangelische Kreuzkirche hat erstmals ihre Türen zu einer „Tafelwoche“ geöffnet. An den vier langen Tischen, die im vorderen Teil an Stelle der Kirchenbänke aufgestellt sind, fanden sich bereits am Sonntag Gäste ein: Obdachlose, Einsame, eine kleine Gruppe von Roma, die tagsüber im Stadtzentrum unterwegs sind, Neugierige aus anderen Kirchgemeinden und Touristen.

Eine Frau, 64 Jahre alt, hatte vor Tagen im Obdachlosen-Nachtcafé in der Dreikönigskirche von der Aktion erfahren. „Ich lebe schon lange allein“, sagte sie. „Da ist es gut, wenn man mal aus dieser Isolation herauskommt.“ Ihre 65 Jahre alte Begleiterin stimmte ihr zu: „Ich bin auch gern unter Leuten und spreche mit ihnen. Dieser krasse Unterschied zwischen Arm und Reich in unserer Gesellschaft müsste beseitigt werden.

Aber viele haben sich zurückgezogen, weil sie nicht daran glauben, dass man etwas ändern könnte.“

Ein Besucher aus der Johanneskirchgemeinde Johannstadt meinte: „Gut, dass die Kreuzkirche mal so etwas macht. Ob es allerdings an den Wurzeln, den sozialen Missständen, was ändert, wage ich zu bezweifeln.“

Er war auch wegen des Auftritts von Thomas Beckmann am Abend gekommen.

Der Düsseldorfer Cellist hat, beginnend in den 1990er Jahren, Projektgruppen für Obdachlose initiiert, die heute in mehr als hundert deutschen Städten vertreten sind.

Vier ehrenamtliche Helfer laden zu Kaffee und Kuchen in das Kirchencafé im Christenlehre-Raum vorn rechts ein. Bis 28. Februar ist es jeden Nachmittag geöffnet. „Es ist eine Möglichkeit zur Kommunikation“, sagte Margarete Siegert, eine der Organisatorinnen. „Es freut uns, wenn die Leute ins Gespräch miteinander kommen.“

Alois Steger aus Regensburg hatte auf seinem ersten Rundgang durch Dresden zufällig dort hin gefunden. „Eine gute Idee“, meinte er, „und eine willkommene Abwechslung“.

In Räumen im Untergeschoss, wo sich sonst Musiker auf ihren Auftritt vorbereiten, sind provisorische Schlafplätze eingerichtet worden.

Obdachlose können sich dort auch waschen und duschen. An den vier Tafeln im Kirchenschiff ist Platz für etwa 150 Menschen. „Es ist eben das erste Mal“, sagte Küster Matthias Schleyer. Alles sei etwas offener. „Wir wissen noch nicht, wie es angenommen wird.“

Noch bis 28. Februar ist die Kreuzkirche nachts Schlafplatz für Obdachlose, tagsüber von 7 Uhr bis zum Abendgebet 21 Uhr für alle geöffnet. Es gibt ein Programm mit Musik, Tanz und Informationen zu Beratungsangeboten der Wohlfahrtsverbände.

Von Tomas Gärtner

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