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"Es ist wichtig, sich nicht zurückzuziehen": Psychologin Sabine Stiehler über Konflikte in WGs

"Es ist wichtig, sich nicht zurückzuziehen": Psychologin Sabine Stiehler über Konflikte in WGs

Die Psychologin Sabine Stiehler berät seit über 20 Jahren Studenten, die die verschiedensten Probleme haben. Seit fünf Jahren ist sie Leiterin der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerkes.

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Sabine Stiehler

Quelle: Hauke Heuer

Die DNN haben mit ihr über Konflikte gesprochen, die im Wohnumfeld entstehen können sowie über Lösungsansätze, die ein gemeinsames Leben in einer Wohngemeinschaft ermöglichen.

DNN: Frau Stiehler, Sie beraten seit Jahren Studenten. Welche Rolle spielt das Wohnumfeld - zum Beispiel in Studentenwohnheimen - als Auslöser für Konflikte ?

Sabine Stiehler: Wir haben selten Studenten, die mit der sozialen Situation ihres Wohnens nicht zufrieden sind und sich deshalb an uns wenden. Die meisten Beratungsanlässe bei uns gibt es mit dem Studium, mit der Selbststeuerung, mit der Identität oder mit dem Elternhaus. Die meisten können Auseinandersetzungen in der Wohngemeinschaft selbst bewältigen.

Und doch finden sie statt?

Sicher, Menschen sind verschieden - das ist ganz normal. Der eine hat kein Problem mit lauter Musik, der andere fühlt sich davon extrem gestört und kann nicht mehr für die Uni lernen. Wenn mehrere Studenten in einer WG leben, sind Konflikte programmiert - früher oder später müssen sie stattfinden.

Welche Streitpunkte bringen das Fass in der Regel zum überlaufen?

Oft sind es unterschiedliche Vorstellungen über die Sauberkeit in der Küche oder im Bad - den gemeinschaftlich genutzten Flächen, die für Ärger sorgen. Frauen fühlen sich häufig in die "Putzecke" gedrängt - es gibt aber auch sehr saubere Männer. Problematisch wird es, wenn ein Pärchen in einer WG wohnt und seine Ruhe haben möchte, um Zweisamkeit zu genießen, die anderen aber ein erhöhtes Bedürfnis nach Kommunikation haben und Gemeinschaft ausleben wollen. Besonders prekär kann es werden, wenn langjährige gute Freunde zusammenziehen - viele lernen sich oft erst nach dem Zusammenziehen richtig kennen. Umso enger die Freundschaft ist, umso heftiger können die Enttäuschungen darüber sein, was alles nicht funktioniert.

Welche Lösungsstrategien empfehlen Sie in diesen Situationen?

Es ist wichtig, sich nicht zurück zu ziehen, sondern seine eigenen Be- dürfnisse zu kommunizieren. Das Leben in einer WG ist für viele auch eine Lebensschule, in der wichtige zwischenmenschliche Lösungsstrategien entwickelt werden. Ich bin eine Befürworterin von klaren Regeln. Ein Putzplan hilft, alle einzubeziehen und die Arbeit gerecht zu verteilen.

Meist wohnen junge Menschen in Wohngemeinschaften. Was denken Sie, warum wächst bei den meisten mit steigendem Alter das Bedürfnis nach einer eigenen Wohnung, auch wenn sie ledig sind und noch keine Kinder haben?

Die eigene Wohnung kann ein "Sich-bereit-machen" für Partnerschaft und Elternschaft bedeuten. Vielleicht will man nach den Sturm- und Drangzeiten aber auch einfach seine Ruhe haben und Gäste im "eigenen Reich" empfangen. Sicherlich korrespondiert das mit ökonomischer Unabhängigkeit, in der sich Studierende ja selten befinden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.04.2014

Hauke Heuer

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