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"Es gibt keine Grüppchen wiein der Neustadt" - Warum die Friedrichstadt immer beliebter wird

"Es gibt keine Grüppchen wiein der Neustadt" - Warum die Friedrichstadt immer beliebter wird

Es ist gar nicht so leicht zu sagen, warum es mit dem einen Stadtteil bergauf geht, während andere auf dem absteigenden Ast sind. Auch im Fall der Dresdner Friedrichstadt lässt sich auf den ersten Blick kaum erkennen, woher die plötzliche Popularität kommt.

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Yvonne Bonfert (vorn) und Jana Brandt engagieren sich im "riesa efau".

Quelle: Dietrich Flechtner

Trotzdem ist eines Fakt: Während noch 2005 jede vierte Wohnung leer stand, sind es heute weniger als zehn Prozent. Gleichzeitig stieg die Einwohnerzahl von 5400 auf 7400. Nun könnte das auch damit zusammenhängen, dass es in anderen Gegenden einfach zu teuer geworden ist und die Menschen gar nicht aus Überzeugung in die Friedrichstadt ziehen. Wer das glaubt, wird schnell eines besseren belehrt. Er muss sich nur einmal mit den Menschen vor Ort unterhalten.

Zwei besonders begeisterte Friedrichstädter sind Claudia Nikol und Frank Fiedler (beide 38). 2008 verließen sie die hippe Neustadt, um sich an einer Baugemeinschaft zu beteiligen, die die Ruine des Bramsch-Kontorhauses sanieren wollte. "Es hatte Charme, zusammen mit Freunden das Haus zu sanieren. Wir haben uns zuvor auch in Pieschen und der Neustadt umgesehen, aber nirgendwo gab es so viel Platz wie in der Friedrichstadt. Hier haben die Häuser noch schöne große Gärten." Zudem gelange man schnell an die Elbe und in die Innenstadt, freut sich Fiedler.

Auf deutlich sichtbare Anzeichen des urbanen Aufschwungs im Stadtteil verweist Claudia Nikol: "Zahlreiche Häuser, die wir von unseren häufigen Fahrten zur Baustelle kannten, sind heute alle saniert." Damit es auch in Zukunft weiter vorangeht, engagieren sich die beiden seit 2009 im Verein Quartier Friedrichstadt. "Viele Leute beklagen sich nur, ohne zu sagen, was sie stattdessen wollen. Mit unserem Verein versuchen wir, aktiv etwas zu tun", betont Nikol.

Unter anderem hat der Quartier Friedrichstadt e.V., dem etwa 15 Mitglieder angehören, ein Straßenspiel für Kinder auf der Friedrichstraße etabliert. Teil des Projektes mit dem Namen "Friedrichs Straßenspiel" ist eine in einer Mauer eingelassene Murmelbahn sowie ein Periskop am Krankenhaus Friedrichstadt, das einen Rundblick ermöglicht. Ziel dieser Attraktionen soll es sein, die barocken Straßenanlagen, die nicht unbedingt für Kinder gemacht sind und über keinen Spielplatz verfügen, trotzdem kindgerecht zu gestalten. Weitere Projekte sollen folgen. "Wir haben 55 Ideen auf der Homepage 5aus55.info zusammengestellt. Zum Beispiel gibt es die Idee einer Radrampe für die Marienbrücke oder einer mobilen Flusssauna an der Elbe. Für die fünf Vorschläge, die die meisten Stimmen bekommen, werden wir uns einsetzen", verspricht Nikol.

Neben jüngeren Vereinen wie dem Quartier Friedrichstadt e.V. gibt es auch alteingesessene Institutionen, die schon lange mitmischen. Zu dieser Kategorie zählt der "riesa efau" in der Adlergasse. Auch hier kommen Menschen aus dem Stadtteil zusammen, um gemeinsam Projekte zu verwirklichen. Zwei aktive Vereinsmitglieder sind Jana Brandt und Yvonne Bonfert. Sie betreuen einen Eltern-Baby-Treff sowie ein Jugendprojekt im Verein und fühlen sich ebenfalls pudelwohl in der Friedrichstadt.

"Ich finde es schön, dass durch die Nähe zur Musikhochschule so viele junge Menschen hier wohnen." Zudem gefalle ihr, dass Künstler wie Jens Besser Gelegenheit hätten, sich zu verwirklichen. "Die Bilder, die er auf verschiedene Hauswände gesprayt hat, sind wirklich sehr schön", sagt die 26-jährige Bonfert. Dass die Menschen im Stadtteil nicht nur bezüglich moderner Kunst aufgeschlossen sind, sondern auch sonst eine liberale Einstellung haben, hat ihre Vereinskollegin Jana Brandt festgestellt. "Es herrscht eine sehr große Offenheit. Ganz gleich, ob Hartz-IV-Empfänger, Alt-68er oder junge Familien: niemand wird ausgeschlossen. Es gibt keine Grüppchenbildung wie in der Neustadt", denkt die 41-Jährige, die seit 2005 Friedrichstädterin ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2014

STH

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