Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° Regen

Navigation:
Google+
Erstmals wurde der OP-Roboter am Uniklinikum für einen Eingriff an der Speiseröhre genutzt

Erstmals wurde der OP-Roboter am Uniklinikum für einen Eingriff an der Speiseröhre genutzt

Operationen per Joystick: Neu sind Eingriffe mit dem so genannten "Da Vinci"-System, das die Bewegung des Chirurgen eins zu eins über bewegliche Instrumentenarme übersetzt, am Dresdner Uniklinikum nicht.

Bereits seit Ende 2012 kommt es vor allem bei Krebsoperationen - etwa am Darm, Magen oder der Bauchspeicheldrüse - zum Einsatz (DNN berichteten). Jetzt aber gab es eine Premiere in der Uniklinik: Erstmals in den neuen Bundesländern wurde der OP-Roboter mit dem klangvollen Namen für die Entfernung eines Tumors an der Speiseröhre genutzt.

Unter der bösartigen Geschwulst litt der Dresdner Günter Dickow. Schon seit seiner Kindheit hatte der heute 74-Jährige mit Sodbrennen zu kämpfen. Eigentlich harmlos, wie sein Operateur Prof. Dr. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie am Uniklinikum, sagt. Bei einem Teil der Betroffenen kann es aber zur Ausbildung einer bösartigen Geschwulst kommen. Bei Günter Dickow war das, wie bereits bei seinem Vater und seinem Bruder, der Fall. Ein Eingriff wurde nötig.

Der hätte noch vor einiger Zeit die Öffnung des Bauches und des Brustkorbes zur Folge gehabt, um den betroffenen Teil der Speiseröhre zu entfernen und diese dann mit einem aus dem Magen geformten Schlauch wieder herzustellen. Eine Methode, die nach der OP in 30 bis 50 Prozent der Fälle zu einer Lungenentzündung führt. Minimalinvasive Eingriffe, die statt einer etwa 25 Zentimeter langen Brustkorböffnung nur noch vier bis fünf kleine Schnitte nötig machen, in die die Instrumente eingeführt werden, versprechen weniger Komplikationen. Für die Speiseröhre sind sie aber nicht optimal, die Rippen behindern die Arbeit der starren Instrumente.

Hier greift der Vorteil des "Da Vinci"-Systems. Dessen vier, vom Chirurgen gesteuerten Arme sind in alle Richtungen beweglich, "wie eine kleine Hand", beschreibt der Chirurg. "Die zehnstündige Operation Anfang Juni verlief optimal, gefürchtete Komplikationen blieben aus", sagt er. Zwei Jahre Vorbereitungs- und Schulungszeit lagen da bereits hinter dem OP-Team. Ein Glücksfall für Günter Dickow, der sein Hungergefühl allerdings noch nicht wiedererlangt hat. Ein normaler Verlauf, laut Prof. Weitz, schließlich müsse sich der Magen erst an seine neue Aufgabe gewöhnen. Dass der Tumor wiederkehrt, hält der Experte für extrem unwahrscheinlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2015

Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
24.09.2017 - 17:05 Uhr

Trotz seines Dreierpacks beim Auswärtsspiel in Darmstadt konnte Dynamos Mittelfeldmann am Ende nicht zufrieden sein.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.