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Erster Mieter vor dem Einzug - Ab März sollen im Kraftwerk Mitte Musiklehrer ausgebildet werden

Erster Mieter vor dem Einzug - Ab März sollen im Kraftwerk Mitte Musiklehrer ausgebildet werden

Industriegebäude haben ihre Tücken. Das weiß Roswitha Stoß, Projektmanagerin der Dresdner Stadtwerke (Drewag) für das Kraftwerk Mitte, zur Genüge.

"Die Decken sind sehr mager. Der Beton ist porös", sagt sie. Deshalb muss ein als Veranstaltungsraum vorgesehener Saal jetzt als Bürofläche genutzt werden. Schwierig sei es auch gewesen, die Schallschutzanforderungen zu erfüllen, so die Bauingenieurin.

Noch haben die Bauarbeiter im Haus 2.5 des Kraftwerks Mitte das Sagen. In einem Monat schon sollen aber nicht mehr Bohrmaschinen und Trennschleifer den Geräuschpegel bestimmen, sondern Klaviere, Geigen und Gitarren. Die Hochschule für Musik wird als erster Mieter im März in ein saniertes Gebäude auf dem Gelände des Kraftwerks einziehen. Rund 2,5 Millionen Euro hat die Drewag in die Sanierung des Hauses investiert.

Der große Lichthof ist eine Augenweide geworden. Als Kontrast zu den Glasfronten ist eine Ziegelwand erhalten geblieben. 15 Übungs- und Ensembleräume sind entstanden, dazu Büros für die Dozenten. Einige Hochschullehrer haben richtiges Glück, sie erhalten Arbeitsplätze mit riesigen Fenstern. Damit sich die Studenten beim Üben nicht gegenseitig stören, werden noch Dämmplatten an den Wänden angebracht.

Die Raumausstatter verlegen derzeit den Fußbodenbelag, ab Anfang März sollen Instrumente und Mobiliar im ehemaligen Kraftwerksgebäude aufgestellt werden, so Stoß. Der Freistaat Sachsen als Träger der Musikhochschule hat mit der Drewag zunächst einen Mietvertrag über fünf Jahre unterzeichnet. Die Initialzündung für eine Kulturmeile, die weit mehr sein wird als die Bühnen für Staatsoperette und Theater Junge Generation.

Das Haus 2.5 grenzt an das Haus 2.6, das als nächstes Gebäude für rund drei Millionen Euro saniert werden soll. Dabei fließen die beim ersten Gebäude gewonnenen Erfahrungen mit ein, sagt Stoß. "Wir werden hier auf jeden Fall etwas an den Decken tun. Sie kommen raus und werden erneuert." Erste Abbrucharbeiten sind bereits angelaufen, in den nächsten Wochen sollen sie fortgesetzt werden. "Wir wollen die Musikhochschule so wenig wie möglich beeinträchtigen und die lärmintensiven Arbeiten nach Möglichkeit vor dem Einzug abschließen", so die Bauingenieurin.

Einen Mietinteressenten für das Obergeschoss von Haus 2.6 gebe es bereits, die kulturelle Einrichtung plane etwas deutschlandweit Einmaliges. "Mehr verrate ich aber noch nicht, wir wollen erst den Mietvertrag abschließen", erklärt Stoß. Das Untergeschoss ist für die Passage zu den Theatern vorgesehen, hier sollen Läden oder kleine Werkstätten einziehen.

Für den Jazzclub "Tonne" ist das Untergeschoss im Gebäude 2.4 reserviert, mit einem anderen Interessenten verhandelt Stoß über die Einrichtung einer Theaterkneipe. Dass die Fabrikantenvilla nicht wie geplant zu einer Kita umgebaut werden kann, sei zwar ärgerlich. "Aber wir werden schon einen neuen Mieter finden", so Stoß.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.02.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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