Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Google+
Erste Reformen in Dresdens Städtischen Krankenhäusern beginnen

Erste Reformen in Dresdens Städtischen Krankenhäusern beginnen

Die Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt kämpfen seit Jahren mit Millionenverlusten. Nach dem Votum der Dresdner Bürger gegen eine Umwandlung in eine private Unternehmensform arbeitet eine Arbeitsgruppe Reformer fieberhaft an Lösungen, um die Krankenhäuser wieder in die schwarzen Zahlen zu führen.

Voriger Artikel
Kabarettist Arnulf Rating unterzog die Besucher der Dresdner Herkuleskeule einem "Stresstest"
Nächster Artikel
Dresdner befürchten Altersarmut - DNN-Barometer: Mehrheit legt privat etwas für später zurück

Direktor Jürgen Richter ist zuversichtlich: Mit neuem Stromvertrag und neuer Küche, Intranet und einem Herzzentrum beginnen die Reformen der Krankenhäuser.

Quelle: C. Juppe

DNN-Redakteurin Katrin Tominski sprach mit dem kommissarischen Verwaltungsdirektor Jürgen Richter über erste konkrete Ergebnisse der Umstrukturierungen.

Herr Richter, das Zukunftskonzept der Krankenhäuser empfiehlt, ein zweites Dresdner Herzzentrum zu gründen. Wie steht es um diese Pläne?

Es gilt als relativ sicher, dass es dieses neue Herz-, Gefäß- und Kreislaufzentrum in Zukunft geben wird. Die Krankenhäuser besitzen hier herausragende Qualitäten. Konkrete Details und der Zwischenstand der Reformpläne werden demnächst auf einer Klausurtagung unseren Chefärzten vorgestellt.

Der Neurochirurgie des Krankenhauses Dresden-Neustadt drohte Anfang des Jahres das Aus, weil sie nicht im Krankenhausplan berücksichtigt worden ist. Als Folge befürchteten Ärzte noch höhere Verluste in Neustadt? Wie sieht hier die Lösung aus?

Land, Stadt und Ärzte haben sich bis zum kommenden Frühjahr auf den "Status Quo" geeinigt. Bis zum Februar 2013 müssen die Anträge für den Krankenhausplan 2013/2014 vorliegen. Wir werden natürlich die Aufnahme der Neustädter Neurochirurgie in den Krankenhausplan neu beantragen. Es hätte damals besser laufen können. Durch die Vergangenheit sind wir klüger geworden. Dieses Mal werden wir unseren Antrag strukturierter und stringenter begründen. Hier muss ich jedoch noch einmal ganz deutlich sagen: Wir haben nicht das Ziel, neurochirurgisch mit dem Uniklinikum in den Wettbewerb zu starten. Uns geht es um eine adäquate Weiterentwicklung des Bereichs sowie um das Wohl unserer Patienten. Es handelt sich nicht um eine Kampfansage, sondern um eine Qualitätsmaßnahme.

Sie distanzieren sich vom Wettbewerb?

Es gibt andere Themen, bei denen wir stärker in Konkurrenz zum Uniklinikum treten.

Welche werden das sein?

Zum Beispiel möchten wir mit unserem Herz- und Gefäßzentrum in den vorderen Reihen mitspielen. Ein großes Thema wird auch die Krebsheilkunde sein. Mit Investitionen in Höhe von 7,5 Millionen Euro wollen wir das Haus L umgestalten und die Onkologie sozusagen "in einem Guss" anbieten.

Sie werden also die Angebote der Krankenhäuser erweitern?

Ja, wir werden das Angebot moderat um einige Segmente erweitern, nicht jedoch um ganze Bereiche. Wichtig ist uns die Orientierung am Patienten. So werden wir in Zukunft auch Operationen am Brustkorb durchführen.

Viele Änderungen standen auch im nichtmedizinischen Bereich auf der Agenda?

Ja, das ist richtig. Hier gibt es viele erste Lösungen mit viel Sparpotenzial. Erst kürzlich haben wir einen neuen Stromvertrag mit der Drewag unterschrieben, der uns trotz der Erneuerbare-Energien-Umlage Einsparungen von 150 000 Euro ermöglicht. Ohne die Umlage hätten wir sogar eine halbe Million Euro gespart. Wir lösen eine baulich-fragliche Sterilisationsabteilung in Neustadt auf und verlagern ihre Aufgaben größtenteils nach Friedrichstadt. Außerdem stellen wir die Speiseversorgung auf neue Füße. Friedrichstadt erhält eine Produktionsküche, von der künftig alle vier Standorte beliefert werden. Zum Jahreswechsel 2014 werden die Verträge für die Speiselieferanten neu ausgeschrieben.

Was wird sich durch die neue Speisenversorgung ändern?

Mit der neuen Struktur garantieren wir eine höhere Qualität bei der Essen- Auslieferung und sparen 150 000 Euro.

Wie sieht es mit einem Online-Auftritt der beiden Krankenhäuser aus?

Eine gemeinsame Webseite ist momentan nicht geplant. Die Voraussetzung für einen solchen Schritt ist, eine klare Strategie zu haben. Die unsrige wird jedoch derzeit noch ausgehandelt. Wir installieren jedoch ein Intranet für beide Häuser. Darin sehe ich eine wesentliche Grundbedingung für eine gemeinsame Kommunikation.

Wird die anvisierte Anpassung der Krankenhaussysteme realisiert?

Das wäre ein Kraftakt, der momentan nicht zu leisten ist. Wir konzentrieren uns auf die Strukturen. Wenn diese neu und klar geordnet sind, reden wir über eine Anpassung der IT-Software.

Die Labore sollen in der Vergangenheit ineffizient gearbeitet haben.

Eine detaillierte Analyse attestiert unseren Laboren ein hohes Potenzial. Wir freuen uns, dass wir mit wenigen Änderungen bis zu zwei Millionen Euro sparen könnten. Langfristig wird der Bereich um zehn Stellen reduziert. Dabei kommen wir glücklicherweise ohne betriebsbedingte Kündigungen aus.

Wie steht es um das Gerücht, dass die Mitarbeiter in Zukunft auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten sollen?

Das steht momentan überhaupt nicht auf der Tagesordnung. Natürlich gibt es Überlegungen zu Plan B und C. Plan A ist es jedoch, unsere Hausaufgaben zu machen. Diese bestehen darin, alle Sparpotenziale optimal auszuschöpfen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.10.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
25.07.2017 - 09:58 Uhr

Der Sachsenligist holt Marco Fischer und Philipp Reimann. Beide Neuzugänge haben das Training bereits aufgenommen.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.