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Erste Akten ziehen ins neue Dresdner Zwischenarchiv an der Heeresbäckerei

Erste Akten ziehen ins neue Dresdner Zwischenarchiv an der Heeresbäckerei

Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit sind am Freitag die ersten Bestände in die Räume des neuen Zwischenarchivs der Stadt in der Elisabeth-Boer-Straße 7 umgezogen.

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Am Freitag hieß es für Dresdens Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos, links) und Stadtarchivleiter Thomas Kübler anpacken beim Einzug der ersten Archivmaterialien ins neue Zwischenarchiv.

Quelle: Jane Jannke

Rund 15 Kilometer Schriftgut finden hier unter modernsten Bedingungen einen dauerhaften Standort. Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) trug gemeinsam mit Stadtarchivleiter Thomas Kübler die ersten Kisten in das Gebäude.

Thomas Kübler strahlte mit der Frühlingssonne förmlich um die Wette, als der Umzugswagen der Firma Bartsch&Weickert um die Ecke bog und die ersten Kisten mit Dokumenten brachte. Kein Wunder, weiß Kübler doch nun das größte Stadtarchiv Deutschlands unter seinen Fittichen und mit Sicherheit auch eines der modernsten. "Mit 30 Kilometern Länge steht im Zwischenarchiv die größte zusammenhängende Regalanlage eines Stadtarchivs", kommentierte der Leiter nicht ohne Stolz.

Gelagert werden hier künftig jüngere Akten und Dokumente aus der Zeit nach 1990, darunter Übersiedlungs-, Jugendhilfe und Ausländerakten sowie Patientenunterlagen des Medizinischen Facharchivs. "Das Zwischenarchiv bildet die Vorstufe zum historischen Endarchiv", erklärt Thomas Kübler. Dort kämen allerdings nur 7 Prozent aller im Zwischenarchiv zwischengelagerten Akten an, alles andere werde nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist von 15, 30 oder 50 Jahren vernichtet. "Sonst würden die Archive irgendwann überquellen", so Kübler. Mit dem Umzug in das 6.500 Quadratmeter Fläche umfassende ehemalige Speichergebäude in der Dresdner Albertstadt werde die Verwaltung des städtischen Archivgutes künftig noch effizienter ablaufen können. 15 bisherige Interimsstandorte werden nun aufgelöst, darunter das Depot in der Spenerstraße und das bisherige Zwischenarchiv in der Junghansstraße.

Vor dem Hintergrund der Katastrophe im Stadtarchiv von Köln im Jahr 2009 sei besonderer Wert auf Sicherheitsaskpekte gelegt worden. Dabei galt ein wesentlicher Augenmerk der Prävention: "Das Hauptproblem in Köln war, dass man im Chaos nicht wusste, wie man reagieren, wo mit dem Archivgut hin soll." Als Konsequenz daraus sei im vergangenen Jahr der sogenannte Notfallverbund im sächsischen Landtag gegründet worden, dem unter anderem Stadt- und Staatsarchiv, die Feuerwehren, aber auch städtische Mussen, die Staatsbibliothek und die staatlichen Kunstsammlungen angehören. "Im Notfall werden alle diese Institutionen Hand in Hand zusammenarbeiten, um Kulturgut zu retten", so Kübler.

Eine weitere Konsequenz aus dem Kölner Drama schlägt sich in der Art der Archivierung nieder. "Die Akten werden nicht mehr lose ins Regal gestellt", erläutert der Archivleiter. Stattdessen würden sie in schwerer brennbaren und stoßfesten Kartonagen aufbewahrt. "Die lassen sich im Ernstfall nicht nur schneller forttragen, sondern bieten überdies auch ein besseres Mikroklima für die Lagerung."

Auch das neue Zwischenarchiv wird künftig den Bürgerinnen und Bürgern zu Forschungs- und Recherchezwecken offen stehen. Dafür steht im Haus ein separater Lesebereich mit acht bis zehn Plätzen zur Verfügung. Zunächst steht allerdings der Umzug an, der sich über zwei Monate erstrecken wird. Eröffnet wird das Zwischenarchiv am 21. Mai durch Oberbürgermeisterin Helma Orosz, für die Öffentlichkeit öffnen sich die Türen einen Tag später. Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf rund 9,5 Millionen Euro.

Jane Jannke

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