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Erstaunliche archäologische Funde in der Dresdner Neustadt

Entsorgung auf mittelalterlich Erstaunliche archäologische Funde in der Dresdner Neustadt

Hübsch sehen sie aus, die Henkelkrüge, die die Archäologen auf einer Fläche hinter dem Hotel Stadt Leipzig in der Inneren Neustadt ausgegraben haben. Doch die mittelalterlichen Gefäße haben einen Makel. Der Töpfer hat sie als Ausschuss entsorgt.

Hübscher Fund: Der Kopf einer Jesusfigur aus einem Andachtsbild.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Es tut sich etwas am Hotel Stadt Leipzig in der Inneren Neustadt. Das ist an dem geschichtsträchtigen Gebäude nicht zu sehen, aber auf dem Innenhof: Dort haben Archäologen eine rund 12 000 Quadratmeter große Fläche freigelegt. Das ist aber nur der erste Grabungsabschnitt, wie René Wiedemann erläutert, Geschäftsführer des beauftragten Bauüberwachungsbüros. Wenn die hinteren Gebäudeteile des Hotel Stadt Leipzig abgerissen sind, werde es ein zweites Betätigungsfeld für die Archäologen geben, kündigte er an.

So sieht der Gebäuderest jetzt aus

Hübsch sehen sie aus, die Henkelkrüge, die die Archäologen auf einer Fläche hinter dem Hotel Stadt Leipzig in der Inneren Neustadt ausgegraben haben. Doch die mittelalterlichen Gefäße haben einen Makel. Der Töpfer hat sie als Ausschuss entsorgt.

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„Heinrichhöfe“ heißt das Projekt, in dessen Zuge die Fassade des ältesten Hotelgebäudes der statt erhalten bleiben und im Hinterhof ein Neubau entstehen soll. 32 Wohn- und vier Gewerbeeinheiten sind geplant, dazu eine Tiefgarage mit 34 Stellplätzen. Der Baubeginn war schon mehrfach angekündigt und wieder verschoben worden, sei aber nah, betont Wiedemann. „Der Bauherr klärt im Moment die letzten Details mit der Finanzierung. Wir warten Woche für Woche auf Grünes Licht“, erklärte er.

So soll das Hotel Stadt Leipzig künftig aussehen

So soll das Hotel Stadt Leipzig künftig aussehen

Quelle: Seidel Architekten

Rund sieben Millionen Euro soll das Vorhaben kosten, für das die Arwa Real Estate Gen. Trading & Cont. Co. W.L.L verantwortlich zeichnet. Während der hintere Bereich an der Henrichstraße abgerissen werden soll, bleibt der Altbau entlang der Rähnitzgasse weitgehend erhalten, erläutert Wiedemann. Im Innenhof soll über der Tiefgarage ein Neubau entstehen.

So sieht der Gebäuderest jetzt aus

So sieht der Gebäuderest jetzt aus

Quelle: Dietrich Flechtner

Die Archäologen sind mit ihrem Ertrag zufrieden, wie Grabungsleiterin Angelika Salmen erläutert. Es sei seit Jahren die erste größere Grabung in der Inneren Neustadt gewesen, seit Januar hätte ein sechsköpfiges Team die Fläche hinter dem Hotelgebäude bearbeitet. Ein großer Teil des Grundstücks sei unbebaut gewesen und wohl als Gartenland genutzt worden. Hier habe man vorgeschichtliche Keramik aus Gruben ohne Funktionshinweis geborgen. Und einen besonders wertvollen Fund gemacht: Eine bronzene Gewandnadel vom Typ „Deinsdorf“ auf der Mittleren Bronzezeit zwischen 1400 und 1300 vor Christus.

„Ein sehr hübsches Stück“, meinte Salmen, und selten noch dazu: In Sachsen sind nur wenige Funde solcher Nadeln, mit denen unsere Vorfahren ihre Gewänder zusammenhielten, dokumentiert. Auch auf eine Vielzahl gut erhaltener Keramikkrüge stießen die Forscher in einer Grube – hier hatte ein Töpfer aus dem Mittelalter seinen Ausschuss entsorgt. „Die Keramiken weisen alle Fehler auf. ’Wahrscheinlich hat der Töpfer eine zu hohe Temperatur erzeugt“, vermutet die Grabungsleiterin.

Gefundene Keramik

Gefundene Keramik

Quelle: Dietrich Flechtner

Eine andere Ursache haben die Beschädigungen an hübschen grünen Ofenkacheln – es handelt sich um Brandspuren, das zum Ofen gehörende Haus muss im ausgehenden 15. Jahrhundert abgebrannt sein. Die Kacheln sprechen dafür, dass sich wohlhabende Menschen in der Inneren Neustadt niedergelassen hatten, die Öfen waren von überaus prächtiger Natur. Auch den Kopf einer Jesusfigur entdeckten die Archäologen, es handelt sich offenbar um ein Detail aus einem Andachtsbild.

Rund 500 Befunde werden nun im Landesamt für Archäologie gereinigt, eingeordnet, beschriftet und konserviert. Auf das zweite Grabungsfeld freuen sich die Altertumsforscher schon – wenn es den losgeht mit dem Projekt „Heinrichhöfe“.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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