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Erst betäubt, dann beklaut

Pärchen soll Männer ausgeraubt haben Erst betäubt, dann beklaut

Im September vergangenen Jahres wurde Sandra P. wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Serbin hatte zu vorgerückter Stunde in Dresdner Clubs und Bars Männer angesprochen und ihnen dann heimlich K.o.-Tropfen ins Getränk gegossen.

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Quelle: dpa

Dresden.  Im September vergangenen Jahres wurde Sandra P. wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Serbin hatte zu vorgerückter Stunde in Dresdner Clubs und Bars Männer angesprochen und ihnen dann heimlich K.o.-Tropfen ins Getränk gegossen. Als sich die Herren dann Stunden später völlig verwirrt, hilf- und orientierungslos irgendwo in Dresden wiederfanden, war der „Blonde Engel“ weg, allerdings auch ihre Geldbörsen, Mobiltelefone oder Laptops. Die Taten waren hinterlistig und sehr gefährlich. Einer der Männer lag einige Tage in einer Klinik.

Sandra P. hatte während der damaligen Verhandlung ihren Freund Elvis schwer belastet. Sie sei nur der Lockvogel gewesen. Elvis habe die Idee für die Raubzüge gehabt, er habe die K.-o.-Tropfen besorgt, er habe ihr den Ausweis weggenommen, damit sie nicht zurück nach Serbien kann. Er sei an allem Schuld. Nachprüfen konnte das die Kammer nicht, denn keiner wusste, wo Elvis war – auch Sandra P. nicht. „Wir hatten kein Geld und wollten die Sachen verkaufen“, erklärte sie unter Tränen. Die Taschentücher-Story war rührend, aber nicht immer schlüssig. Die 31-Jährige erzählte schluchzend von einer abenteuerlichen Odyssee des Pärchens um die halbe Welt auf der Suche nach Arbeit. Nirgendwo hätten sie einen Job gefunden. Wo hatten sie eigentlich das Geld für die Weltreise her? Rücklagen gab es nicht. Da konnten einem schon Zweifel kommen, ob es den jungen Mann überhaupt gibt.

Aber Elvis lebt. Der 28-Jährige saß gestern auf der Anklagebank des Landgerichtes. Er war in Montenegro festgenommen und dann nach Deutschland gebracht worden – kurz nachdem seine Freundin verurteilt wurde. Jetzt muss auch er sich für die K.o.-Tropfen-Fälle verantworten und zwei Telefon-Diebstähle im Alleingang.

Der Angeklagte wollte sich gestern nicht zu den Vorwürfen äußern. „Sandra P. hat meinen Mandanten nur vorgeschoben. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass er an den Straftaten beteiligt war. Zudem hat sie ihre Aussagen mehrmals geändert“, erklärte Verteidiger Peter Hollstein. Der Prozess wird fortgesetzt, zunächst sind vier Verhandlungstage geplant.

Von Monika Löffler

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