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Eröffnung des Dresdner Kulturpalasts gefährdet

Intendantin sieht Probleme mit dem Vorderhauspersonal Eröffnung des Dresdner Kulturpalasts gefährdet

Am 28. April 2017 soll der umgebaute Kulturpalast feierlich eröffnet werden. Dieser Termin ist laut Philharmonie-Intendantin Frauke Roth gefährdet. Sie könne das Vorderhauspersonal nicht verantwortungsvoll europaweit ausschreiben, wenn die Finanzierung nicht gesichert sei.

So soll der Konzertsaal im Kulturpalast aussehen. Ob er pünktlich eingeweiht werden kann, steht noch nicht fest.

Quelle: PR

Dresden. Da sind sie wieder, die Schlagzeilen aus Dresden. Der angekündigte Rückzug von Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, wird in der deutschen Kulturszene an vorderster Stelle zur Kenntnis genommen. Wankt nun auch noch Dresdens Ruf als Kunst- und Kulturstadt? Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit (RGR) sendet fatale Signale, findet Frauke Roth, Intendantin der Philharmonie. Es erfülle sie mit einem gewissen Entsetzen, wenn sie sehe, an welchen Stellen geplante Mittel gekürzt würden: Musikfestspiele, Philharmonie, Stadtmarketing.

„Es darf nicht sein, dass dieser zentrale Ort in der Stadt zum politischen Spielball wird“, mahnt Roth mit Blick auf den Kulturpalast: „Die termingerechte Eröffnung ist gefährdet.“ 250 000 Euro pro Jahr hat RGR aus dem Etat des Orchesters gestrichen, das bedeute für sie: „Ich kann die europaweite Ausschreibung für das Vorderhauspersonal nicht durchführen.“ Die Philharmonie soll den Konzertsaal betreiben und dafür sorgen, dass bei Veranstaltungen Personal an den 23 Türen und an der Garderobe steht. 35 Personen à vier Stunden außerhalb der Regelarbeitszeit – die Finanzierung sei fraglich.

Wenn die Kommunale Immobilien Dresden (KID) als Besitzer des Kulturpalastes das Vorderhauspersonal übernehme, sei das auch nur ein Verschiebebahnhof, so Roth. „Dann stellt die KID uns das in Rechnung.“ Sie befinde sich in einer Situation, in der sie sich nicht mehr richtig verhalten könne: „Soll ich trotz der Kürzung weiterarbeiten wie bisher? Oder soll ich nicht mehr weiterarbeiten und damit das Projekt Kulturpalast gefährden?“

Fragen, die weder bei den Linken noch bei den Grünen auf Verständnis stoßen. Im Gegenteil. Jacqueline Muth, Kulturpolitkerin der Linken im Stadtrat, warf der Philharmonie eine „egozentrierte Sichtweise“ vor. „Während die Philharmonie finanziell ordentlich versorgt wurde, scheint deren Leitung anderen Kultureinrichtungen nicht mal die Butter auf dem Brot zu gönnen. Dieses Verhalten ist schlicht unsolidarisch“, so Muth.

Christiane Filius-Jehne und Thomas Löser, die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, bedauerten den Rückzug von Sanderling, verwiesen aber ebenso wie Muth darauf, dass der Etat des Klangkörpers von 14,9 Millionen Euro in diesem Jahr auf 18,4 Millionen Euro 2017 erhöht werde. „Wir haben der Philharmonie zugetraut, 250 000 Euro Sponsorengelder zu akquirieren“, so die Grünen, die ankündigten, Gespräche mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und der Intendanz zu suchen, um der Philharmonie doch noch einen guten Start im neuen Haus zu ermöglichen.

Roth verweist darauf, dass im Etat allein drei Millionen Euro Mietkosten und eine Million Euro Kosten für das Vorderhauspersonal als neue Ausgaben eingestellt seien und die Aufstockung mithin nur auf dem Papier stünde. Das Thema Sponsoring sei schwierig. Der Förderverein habe eine Million Euro für die neue Orgel gesammelt, es gebe Patenschaften für Musiker innerhalb der Kurt-Masur-Akademie. „Aber wir sind ein städtisches Orchester und zählen zur Grundversorgung. Welche Gegenleistung soll ich Sponsoren biete, wenn die meisten Karten im Abonnement verkauft werden?“

CDU und FDP/Freie Bürger stellten sich auf die Seite der Philharmonie. „RGR ist eine Mehrheit ohne Verstand“, meinte CDU-Kulturpolitikerin Christa Müller. „Mit ihrem unsäglichen Treiben verjagt die Stadtratsmehrheit Qualität aus Dresden.“ Als kulturpolitischer Nackenschlag bezeichnete der Liberale Holger Zastrow den Verlust von Sanderling. „Ich befürchte, das ist erst der Anfang.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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